Feilkopf (1562 m)

Lange Fahrwege und unerschlossenes Berggelände. Es geht nach einem langen Talhatscher im Wald ein bisserl hakelig zu, wenn man zum Feilkopf unterwegs ist. Und dort ist erstaunlicherweise das Lawinenrisiko am größten, weil ein paar steile Rinnen zu queren sind. Weitaus sicherer, aber endlos weit ist die vorgestellte Abfahrtsroute auf einer schier nimmer enden wollenden Rodelbahn.
Exposition: Osten / Lawinengefahr: Mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
11 km
600 m
2.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Von der Mautstelle in Oberdorf muss man die Ski eine knappe Viertelstunde in das Pletzachtal hineinschieben oder -tragen, bis bei einem Parkplatz nach links der beschilderte Sommerweg zur Feilalm abzweigt. Auf ihm spurt man mäßig ansteigend im Wald zunächst nach Süden, später Westen hinauf. Dabei darf man nicht allzu sorglos losziehen, weil in den Waldhang die Sonne kräftig hineinscheint und der Hang deshalb bei warmem Wetter von Lawinen bedroht wird. Der gut erkennbare Wanderweg windet sich im Hochwald schließlich steil nach Nordwesten hinauf und erreicht ein schmales Sträßchen. Auf ihm deutlich flacher nach rechts weiter und dann durch Kehren zur beliebten Ausflugswirtschaft Feilalm. Unmittelbar bei der Alm links abdrehen, der Fahrwegtrasse folgen und in den langen Gipfelhang hinein. Über ihn in Kehren zuletzt etwas steil zum Feilkopf hinauf.
Abstieg.
Bis zur Feilalm entlang der Aufstiegsroute. Ab der Alm kann man auf der als Rodelbahn präparierten Fahrstraße in vielen weiten Kurven gering abfallend in das Gerntal hinunterfahren. Im Talgrund geht es auf der Fahrstraße sehr flach zum Ausgangspunkt zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied600 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPertisau-Oberdorf, Mautstelle (970 m)
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterKurze Spritztour auf einem etwas verwinkelten Wanderweg zu einem wenig bekannten kleinen Ski- und Wandergipfel. Über der Feilfalm gibt es einen Klasse-Gipfelhang, und wer Glück hat, bekommt es dort mit rauschendem Firn zu tun. Schöne Aussicht ab der Feilalm.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 28 (Vorderes ZillertalRofan–Wildschönau)
VerkehrsanbindungBusverbindung von Jenbach; mit dem Auto über Achenpass oder Sylvensteinsee oder von Wiesing über die Kanzelkehre bis Maurach und weiter nach Pertisau
GastronomieFeilalm (auch im Winter geöffnet)
Tipps
Auch noch zum Gütenberg. Es könnte ja sein, dass sich jemand mit dem kleinen Feilkopf nicht so recht ausgelastet fühlt. Dem kann geholfen werden, denn westlich des Feilkopfs ragt der moderat ansteigende, behäbig wirkende Gütenberg auf, der sich gut ins Programm einbauen lässt. Dazu muss man vom Gipfelkreuz auf dem Feilkopf nur dem breiten, gering abfallenden Rücken nach Westen folgen und dann zur Gütenbergalm hinab. Von dort auf freiem Wiesenrücken etwas steiler nach Nordwesten zum Gütenberg (1665 m) hinauf.
Informationen
Dauer 2.45 Std. ('2 Std. '0.45 Std.
Unterkunft
Hotels und Gasthäuser in Pertisau
Tourismusbüro
Achenseetourismus, Tel.: +43(0)5246/5300; www.achensee.com
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