Egger Berg, 2280 m

Die Einstiegstour für Anfänger, Faulenzer und Winterbeginner von der Bergstation der Steinacher Bergbahnen zum Egger Berg wird trotz wunderbarer Aussicht erstaunlich selten begangen. Einer von mehreren möglichen Talaufstiegen verläuft entlang der im Wald etwas hakeligen Abfahrtsroute. Ohne Benützung der Bergbahn 1000 Hm und 3 Std.
Exposition: Südost / Lawinengefahr: gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
8 km
300 m
1.00 h
Aufstieg.
Oberhalb der Baumgrenze anfangs auf einer Skitrasse südwärts queren. Nach Kreuzung eines Schlepplifts mit Piste in freier Routenwahl südwestwärts ansteigend hinterm ostseitig umgangenen Nösslachjoch (2231 m) auf einen flachen Kamm queren (selten Lawinengefahr). Leicht ansteigend weiter auf eine flache Schulter und auf einem Rücken zunehmend steil westwärts hinauf zum Gipfel.
Abfahrt.
Über den Südwestrücken des Egger Bergs hinab zum Egger Joch (2132 m) und ostwärts anfangs durch eine Bachmulde, dann links (nordöstlich) davon auf einem breiten, terrassenartigen Rücken durch lichten Lärchenbestand zu einer langgezogenen Lichtung (dazwischen kurze Steilstufe). Auf dieser links haltend, einen kurzen Steilhang hinab, dann durch Wald querend zu einem Fahrweg und über diesen (oder auf Karrenweg abkürzend) hinunter zu einer Verzweigung. Auf dem linken Fahrweg nordwärts zum tief eingeschnittenen Schlierbach und kurz dahinter rechts auf freie Almflächen. Über diese nordostwärts hinunter und über ein Plateau flach zum Jagerhof in Hagaten (ca. 1380 m) an der Straße nach Steinach. Mit dem Bus zurück zur Talstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied300 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
StartortSteinach am Brenner (1049 m)
AusgangspunktBergstation Nösslachjoch (2025 m)
TourencharakterFaul wie wir sind, haben wir uns von den Steinacher Bergbahnen hochkutschieren lassen, an der Bergstation ein deftiges Mittagessen genossen, ein wenig in der Sonne gebadet und sind dann über den breiten Rücken hinübergezockelt zum Egger Joch, um die Aussicht auf Serles- und Tribulaunkamm zu genießen. Nach ausgiebiger, wenn auch unverdienter Gipfelrast springen wir in unsere Bindungen, um johlend hinunterzuschwingen in eine Senke, wo uns der gealterte Pulver-schnee eine böse Überraschung bereitet: Wer zu langsam dahingleitet, sackt haltlos durch die Altschneedecke. Dafür surfen wir über die abschließenden steilen Almbuckel ins Obernbergtal, dass uns die Augen tränen. »Was, schon da?«, meint Bernd enttäuscht nach haarscharfem Bremsschwung über der Straßenböschung.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte (mit Skirouten) 1 - 50000, Blatt 36, Innsbruck-Brenner
VerkehrsanbindungÜber die Brenner-Autobahn bis Ausfahrt Matrei-Steinach, Bundesstraße bis Steinach und im Ort bei einem Platz (grüne Schilder) rechts zur Talstation der Steinacher Bergbahnen (ohne Bergbahn - bis Ausfahrt Nösslach und links knapp 1 km bis zum Jagerhof in Hagaten). ÖV: Mit der Bahn über Innsbruck Richtung Brenner/Italien bis Steinach am Brenner und mit dem Bus zur Talstation (ohne Bergbahn: Bus Richtung Obernberg bis zum Jagerhof in Hagaten).
GastronomieNösslachjochhütte, 2022 m
Tipps
Variante (oben mäßige Lawinengefahr, unten bis 35°). Vom Gipfel kurz über den Südwestrücken abwärts, links um einen Felsen und steil direkt (südostwärts) hinab zur Bachsenke. Links von dieser zur Normalabfahrt (ein Stück schieben) und auf dieser weiter bis zur Fahrwegsverzweigung. Auf dem rechten Fahrweg kurz bis oberhalb einer steilen Almfläche queren, rechts haltend (südwärts) über diese abwärts, bei einem Bauernhof auf die rechte Seite eines Bacheinschnitts und über einen Almrücken sehr steil hinunter zu einem Sträßchen (Achtung Böschungsmauer!). Auf diesem rechts kurz zu Fuß hinab nach Vinaders (1269 m) und mit dem Bus zurück zur Talstation.
Informationen
leicht bis mittel (Abfahrt)
Höchster Punkt
Egger Berg, 2280 m
Unterkunft
Nösslachjochhütte, 2022 m
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