Demeljoch, 1924 m

Wenig durchgeführte Skitour zu einem traumhaften, aber etwas umständlich zu erreichenden Skiberg, bei dem man gute Firnverhältnisse haben sollte. Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
26 km
1150 m
9.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Zuerst einmal mit Ski oder einem Rad ins Dürrachtal hinein. Anfangs verläuft der Fahrweg ziemlich eben dahin, steigt etwas an und zieht sich schier endlos nach Südosten hin. Schließlich werden das kleine Zollhaus neben einem Bachgraben und etwa zehn Minuten später das Forsthaus Aquila, 919 Meter, erreicht, das leider nur zur Sommerzeit bewirtschaftet ist. Dort links abdrehen und links vom Bachgraben dem Sommerweg folgen, der schon bald nach links in steilen Hochwald abschwenkt. Durch die kurze Waldetappe hinauf und danach in freie Wiesenhänge. Über sie zum Zotenalm-Niederleger und gegen Nordosten weiter. Dabei wird bald ein Fahrweg erreicht, auf dem es ein Stück links weitergeht. Nach ein paar Kehren das Sträßchen verlassen, um den Anstieg im übersichtlichen Gelände abzukürzen, ehe man wieder auf das Sträßchen stößt. Zur Verzweigung weiter, dort rechts halten und zum Zotenalm-Mitterleger. Am Mitterleger vorbei, nach Nordosten weiter, aber im weiten, schwach geneigten Hang ein wenig links (gegen Norden) halten und wieder in einen steilen, schütteren Waldgürtel. Durch ihn beherzt ansteigen, die oberen Hänge eines tief abfallenden Grabens queren und wieder flacher in freiem Gelände unter dem Zotenalm-Hochleger vorbei. Vom Hochleger gegen Westen auf einen Rücken zu und über ihn relativ steil gegen Norden dahin. Vor den schroff aufragenden Felsen unter dem Gipfel links ab und zum Grat zwischen Dürrnbergjoch und Demeljoch hinauf. Am Grat rechts ab und die letzten Höhenmeter zum Gipfelkreuz hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute. Bei ordentlichem und sicherem Firn fährt man vom Gipfel enorm steil, aber traumhaft schön gegen Südosten in den Graben zwischen Zotenjoch und Demeljoch hinunter und zum Zotenalm-Hochleger hinaus. Bei sicheren Bedingungen wird auch durch den Graben unter dem Zotenalm-Hochleger direkt zum Mittelleger abgefahren.

Exposition - Süden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer9.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFall, 780 m, südlicher Ortsrand von Fall
TourencharakterWahrscheinlich wird man auf dieser großartigen Skitour allein unterwegs sein. Und wenn der Firn stimmt, gibt es kaum eine schönere Abfahrt. Am besten eignen sich kalte Märztage, wenn viel Schnee liegt und im Tal dichter Nebel wallt, der sich im Laufe des Tages auflösen wird. Bei solchen Verhältnissen firnen die oberen Hänge früher auf als die unteren und dann kann man mit Firnschnee vom ersten bis zum letzten Schwung rechnen. Oft gibt es solche Situationen nicht, doch wenn sie mal zu erwarten sind, sollte man sich das Demeljoch vornehmen. Ein weiteres Manko muss man aber in Kauf nehmen. Bevor es richtig aufwärts geht, sind von Fall bis zum Forsthaus Aquila 8,5 Straßenkilometer durch das Dürrachtal zu überwinden. Wer schlau ist, legt diese Strecke mit einem wintertauglichen Mountainbike zurück, denn die Straße wird geräumt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
Verkehrsanbindungaus dem Isarwinkel oder dem Achental zum Stauwall des Sylvensteinsees und von dort nach Fall; Linienbusverbindung ab Lenggries (kein Fahrradtransport)
Tipps
Auch noch aufs Zotenjoch. Wer die richtigen Verhältnisse erwischt, sollte sich das Vergnügen gönnen, nach der Demeljoch-Besteigung und einer Abfahrt zum Zotenalm-Hochleger, in einer Dreiviertelstunde noch dem Zotenjoch, 1881 m, aufs Haupt zu steigen. Das ist nicht schwierig und diese Hänge firnen etwas später auf, weshalb so ein Abstecher sehr lohnend sein kann. Wer zum Zotenjoch möchte, steigt im weiten Gelände vom Hochleger gegen Norden auf, schwenkt etwas gegen Nordosten ab und folgt dem Gipfelrücken nach Westen zum höchsten Punkt.
Höchster Punkt
Demeljoch, 1924 m
Tags: 
Mehr zum Thema