Brünnsteinschanze, 1547 m

Sehr beliebte und leichte Skitour für (fast) jedes Wetter mit etlichen Varianten. Gefahr von Wechten am Gipfelkamm, die bisweilen riesig ausfallen und erhebliche Gefahrenpotenziale bergen! Auf dem Gipfel der Brünnsteinschanze weht fast immer heftiger Wind.
Lawinengefahr: gering (Variante 3: mittel) (Autor: Siegfried Garnweidner)
11 km
750 m
2.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Waldparkplatz auf den breiten Wanderweg, der neben der Parkplatzzufahrt nach Süden ansteigt. Nach einer Kehre taucht der Weg in den Wald ein und kommt vor der Schoißer Alm wieder ans Licht. Nach kurzem, schrägem Anstieg zum Fahrweg das Sträßchen queren und in deutlich steilere Hänge hinein. Sie steigen forsch nach Süden an und erreichen am Auerberg wieder ein Sträßchen. Schon wird es wieder flach. Am Waldrand rechts abzweigen, also gegen Südwesten weiter, und auf der Straße in den Wald hinein. Bei der Abzweigung links weiter und vor der Seelacheralm auf hindernislose Hänge. Hinter der Alm auf der linken Hangseite, aber nicht zu weit oben, dem schwer oder gar nicht erkennbaren Weg zum oberen Ende des langen Talbodens folgen. Dort links abdrehen und im steilen Hang ein paar Spitzkehren anlegen. Auf der linken Hangseite kommt man schließlich zum kleinen Kreuz, das erst seit ein paar Jahren auf der Brünnsteinschanze steht.
Abstieg.
Man kann entlang der Aufstiegsroute abfahren, doch das lohnt sich nicht. Weitaus schöner sind folgende Varianten:
1. Vom Gipfel gegen Norden auf dem breiten Höhenrücken hinunter, wo der Schnee bisweilen verblasen oder verharscht ist. Dann links ab und zur Seelacher Alm hinunter. Von dort auf der Aufstiegsroute weiter.
2. Länger als unter 1. auf dem breiten Rücken bleiben. Dann durch eine Lichtung bis unterhalb der Seelacher Alm am Waldrand. Von dort auf der Aufstiegsroute weiter.
3. Wie unter 1. und 2., aber auf dem Rücken bleiben und durch eine schmale Lichtung immer steiler (Vorsicht, Stacheldraht!) anfangs gegen Norden und dann nach Nordosten durch steile und enge Waldlichtungen an der Großalm vorbei und in den Kaserbachgraben. Im Graben wird ein Sträßchen erreicht, auf dem man sich links haltend zur Schoißer Alm und weiter zur Aufstiegsroute hinausrutscht (oder schiebt). Diese Abfahrtsroute setzt eine genaue Geländekenntnis voraus, sonst hat man sich sehr schnell im Hochwald verirrt. Außerdem kann sie nur einigermaßen guten Tourenskifahrern bei sicherer Schneelage empfohlen werden. Auf dieser Variante muss man ganz besonders auf den Jungwald achten.

kindgerecht
Exposition - Norden, Westen (Variante 3: Osten)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied750 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWaldparkplatz (800 m) an der Sudelfeldstraße oberhalb der Gaststätte »Zum feurigen Tatzelwurm«
EndpunktWaldparkplatz (800 m) an der Sudelfeldstraße oberhalb der Gaststätte »Zum feurigen Tatzelwurm«
TourencharakterBei Wanderern findet die kleine Brünnsteinschanze kaum Beachtung. Nicht einmal einen Weg gibt es zu diesem unbedeutenden Gipfel, der, dem felsigen Brünnstein und dem markanten Rotwandlspitz vorgelagert, fast unbeachtet in dieser schönen Voralpenlandschaft rund um das Sudelfeld steht. Allerdings sind Brünnstein und Rotwandlspitz mit Ski im Winter nicht als Tourenziele geeignet und siehe da, die Brünnsteinschanze bringt es in der kalten Jahreszeit zu großer Ehre. Auch wenn sich diese kurze Tour gut für Skitourenanfänger eignet, kommen auch immer wieder alte Hasen – einfach nur um sich die Beine zu vertreten, oder weil's halt so schön ist.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungMit dem Auto von Brannenburg (mautpflichtig) oder von Bayrischzell über die Sudelfeld-Bergstraße zum beschilderten Waldparkplatz
Tipps
Für Kinder und Neulinge. Diese Tour ist nahezu ideal für Kinder und Skitourenanfänger. Vom Tatzelwurm aus: Der Waldparkplatz ist nicht immer vollständig geräumt, und wer zu spät am Tag kommt, erwischt keinen freien Stellplatz mehr. Das ist auch kein Grund zum Verzweifeln, denn man kann die Tour auch weiter unten, beim Gasthaus »Zum feurigen Tatzelwurm« beginnen. Dazu muss man nur dem schmalen Bergweg vom Wirtshaus nach Südwesten folgen, kommt an einer eindrucksvollen Wasserfallschlucht vorbei und erreicht nach etwa einer Viertelstunde den Waldparkplatz.
Informationen
Höchster Punkt
Brünnsteinschanze, 1547 m
Tourismusbüro
Brannenburg, Tel.: 08043/9581; www.brannenburg.de
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