Brecherspitz, 1683 m

Anspruchsvolle, selten durchgeführte Skitour. Trotz ihrer Kürze verlangt sie eine gute Kondition. Beim Gipfelanstieg am Nordgrat braucht man vor allem im obersten Bereich einen guten Stapfschnee und für den Gratübergang vom Gipfelkreuz zum alten Brecherspitzlift Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bei Überwechtung ist diese Etappe gefährlich. Die Abfahrt erreicht im obersten Bereich eine Neigung von satten 42 Grad!
Lawinengefahr: sehr hoch! (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom meist geräumten Wanderparkplatz auf schmalem Fahrweg nach Süden hinauf, nach etwa einer Viertelstunde ein weiteres Sträßchen queren und im Dürnbachwald mäßig steil den Berg hinauf. Man kommt an der Bergwacht-Diensthütte vorbei und schließlich kurz unter der Ankelalm aus dem Wald heraus. Von der Alm in den auf drei Seiten geschlossenen Kessel nach links abdrehen und gegen Osten gut 100 Höhenmeter zum Nordrücken des Brecherspitz hinauf. Auf dem nach oben immer steiler werdenden Sommerweg den Nordrücken hinauf. Spätestens die letzten 50 Höhenmeter wird man die Ski wahrscheinlich tragen müssen.
Abfahrt.
Die Brettel geschultert vom Gipfel gegen Südwesten zum langen Felsengrat hinab; auf ihm über kurze Strecken ziemlich ausgesetzt mehrmals etwas auf und ab (Gefahr von Wechten!). Die Drahtseilsicherung wird man bei hoher Schneelage nicht benutzen können. Nach einem kurzen Gegenanstieg wird schließlich die Bergstation des alten stillgelegten Brecherspitzlifts erreicht. Dort die Ski anschnallen und nach rechts (gegen Nordosten) in eine breite, aber mit 42 Grad arg steile Rinne hinein. Durch sie mutig hinab und bald deutlich weniger steil durch Pulverschneehänge zur Ankelalm. Ab dort entlang der Aufstiegsroute. Nur bei extremen Schneehöhen und sehr sicherer Lage kann man über den steilen Latschenhang direkt vom Gipfel nach Nordwesten ins Kar abfahren.

Exposition - Norden

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied870 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz beim Ankelbach (820 m) am südlichen Ortsrand von Neuhaus
EndpunktWanderparkplatz beim Ankelbach (820 m) am südlichen Ortsrand von Neuhaus
TourencharakterBei hoher und sehr sicherer Schneelage ist die Skitour auf den Brecherspitz – und zwar von Neuhaus herauf – ein besonderes Schmankerl. Sie gewährt oberhalb der Ankelalm Abfahrtsfreuden pur und in Gipfelnähe ein – je nach Schneesituation – beschauliches bis arg spannendes Gratabenteuer...
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungMit der Oberlandbahn bis Bahnhof Fischhausen-Neuhaus; mit dem Auto von der Autobahnausfahrt Weyarn über Miesbach und Hausham auf der B307 zum Ausgangspunkt
Tipps
Vom Spitzingsee hinauf. Fast ein Spaziergang ist im Vergleich zur oben vorgestellten Route der Aufstieg am Trautweinweg vom Spitzingsattel. Auf dem Fahrweg geht man bis kurz vor den Freudenreichsattel hinauf, hält sich rechts und steigt über den langen, freien Westhang in der Nähe der alten Seilbahn zum obersten Liftmast an. Der folgende Gratübergang zum Gipfel ist in mehrmaligem Auf und Ab zu Fuß möglich, lohnt sich aber skifahrerisch nicht.
Informationen
Höchster Punkt
Brecherspitz, 1683 m
Tourismusbüro
Schliersee, Tel.: 08026/6065–0; www.schliersee.de
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