Brauneck, 1555 m

Nur die Einfahrt vom Gipfel in den Garland-Hang kann bei ungünstiger Schneelage etwas steil wirken und für Anfänger ein bisserl aufregend sein. Der Rest ist nicht schwierig (Piste). Wer über den Garlandhang zur Bergbahn-Talstation abfährt, muss für eine Rückfahrmöglichkeit nach Wegscheid sorgen (auch Busverkehr).
Exposition: Ost, Süd und Nordost / Lawinengefahr: sehr gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
9 km
830 m
2.00 h
Aufstieg.
Wir steigen von der Liftstation am Draxlhang in Kehren auf dem Sträßchen zur Kotalm auf. An dem stark erschlossenen Berg kann man auf allerlei Ab-kürzer ausweichen, zum Beispiel auf den schmalen Sommerweg, der sich steil durch dichten Wald hinauf-zieht. Bei der Kotalm kommt man richtig in den grauslichen Liftkabel-Verhau hinein. Neben den Almhütten gehen wir an den Liftstationen vorbei und geradewegs nach Westen über die relativ steile Piste hinauf. Die Anstiegsroute führt am Kotigen Stein nördlich vorbei und dreht etwas links ab. Weiter oben, unmittelbar unter der Brauneckalm, schwenkt sie wieder nach rechts (gegen Norden) ab und steigt links der Alm zur Seilbahn-Bergstation und zum Brauneck-Gipfelhaus etwas steiler an. Sie endet schließlich am Gipfelkreuz.
Abstieg.
Wer sofort wieder zum Ausgangspunkt hinab will, fährt entlang der Aufstiegsroute ab. Schneesicherer und lohnender ist es, über den hübsch steilen Garland-Hang hinunterzufahren. Freilich kommt man dann etwa 4 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt im Tal an, weshalb man vorher für eine geeignete Rückfahrmöglichkeit sorgen oder den Busfahrplan studieren muss. Gönnen wir uns das Vergnügen, den flotten Garland gegen Nordosten abzufahren, brettern wir an der Garland-Alm und der Talstation des Garlandlifts vorbei über Fahrwege und streckenweise Kunstschnee bis zur Reiseralm – mit etwas Glück – und zur Talstation der Brauneckbahn in Lenggries hinunter.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied830 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortLenggries (679 m)
AusgangspunktLiftstation Draxlhang in Wegscheid (725 m)
TourencharakterGestandene Skitourengeher halten normalerweise von Bergen, die mit Seilbahnen erschlossen sind, nicht viel. Überlaufene Pistenautobahnen sind ihnen zu Recht ein Gräuel, und genau in diese Kategorie fällt das Brauneck. Und doch lohnt sich die kleine Skitour dort hinauf, nicht nur für Tourenneulinge. Wenn die Lifte im Frühwinter oder nach Saisonende nicht laufen und das Brauneckhaus geschlossen ist, kann es tatsächlich ruhig am Gipfel sein. Wer dann noch das Glück hat, guten Schnee vorzufinden – wie es bis Anfang Mai gelegentlich vorkommt – wird von dieser Tour begeistert sein.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Bad Tölz – Lenggries; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 182, Isarwinkel
VerkehrsanbindungAuto - Auf der B 13 von Bad Tölz über Lenggries nach Wegscheid und zum Ausgangspunkt ÖV: RVO-Linienbusverbindung ab Bad Tölz – Lenggries
GastronomieBrauneck-Gipfel-haus (1555 m), DAV S. Alpiner Ski-Club, 22 Zimmer- und 46 Matratzenlager, kein Winterlager, bew. Mitte Dezember – Mitte April, Mitte Mai – Anfang November, Tel. (0049)(0)8042/8786
Tipps
Die Tour eignet sich gut für Kinder (ab 12 Jahre). Man kann ohne weiteres auch auf der vorgeschlagenen Abfahrtsroute (Garland) aufsteigen. Empfehlenswert aber nur, wenn kein Liftbetrieb.
Höchster Punkt
Brauneck, 1555 m
Unterkunft
Brauneck-Gipfel-haus (1555 m), DAV S. Alpiner Ski-Club, 22 Zimmer- und 46 Matratzenlager, kein Winterlager, bew. Mitte Dezember – Mitte April, Mitte Mai – Anfang November, Tel. (0049)(0)8042/8786
Tags: 
Mehr zum Thema