Bodenschneid, 1669 m

Die ersten 450 Höhenmeter bis zur Bodenalm führt die Tour überwiegend durch Wald. Darüber gibt es pfundige Wedelhänge. Besonders schön ist der lange Südwesthang vom Gipfel zur Bodenalm hinunter, der mit seinen 30 Grad Neigung einen standfesten Skifahrer erfordert.
Lawinengefahr: mittel (Autor: Siegfried Garnweidner)
6 km
830 m
3.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Ausgangspunkt auf einem meist eingetretenen Weglein eben, kurz sogar leicht bergab, nach Nordwesten dahin und in den Wald hinein. Im lichten Buchenwald zu einer Wegkreuzung. Dort rechts abbiegen und mäßig steil den Hang hinauf. In vielen Kehren windet sich der gut angelegte, breite Steig bergwärts und stößt zu einem Forsthaus. Gleich dahinter rechts und in dichten Nadelwald hinein. Nach ein paar langen Kehren lichtet sich der Wald wieder. Ein kurzes Stück zwischen Felsen und einer steilen Reisse (vor allem bei unsicheren Verhältnissen etwas heikel) hindurch und dann deutlich gemütlicher durch Lichtungen und Wald auf die freien Wiesenhänge der Bodenalm. Von dort sieht man über den weiten, langen Gipfelhang zum Kreuz hinauf. Doch darf man sich nicht täuschen lassen. Es ist noch eine geschlagene Stunde zum höchsten Punkt. Am linken Rand des breiten Gipfelhangs im sicheren Wald in Spitzkehren bergwärts bis zuletzt im Felsengelände das riesige Gipfelkreuz erreicht wird.
Abfahrt.
Man kann entlang der Aufstiegsroute abfahren. Lohnender aber ist es, unterhalb der Bodenalm im Wald nach rechts in eine Mulde hineinzuschwingen. Sie führt durch lichten Wald talwärts, wird immer steiler und mündet in einen gefährlichen Graben. Bevor es zu steil wird, den Graben nach rechts verlassen und in der Falllinie durch eine steile Lichtung hinab, die breit genug ist, dass man in ihr einigermaßen locker talwärts schwingen kann. Unten flacht das Gelände ab und dort hält man sich links, um möglichst nahe dem Ausgangspunkt die Fahrstraße zu erreichen. Auf ihr zu Fuß etwa 600 Meter weit zum Ausgangspunkt zurück.

Exposition - Süden und Südwesten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied830 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHufnagel-Winterstube (950 m)
EndpunktHufnagel-Winterstube (950 m)
TourencharakterDie Bodenschneid ist als Skitourengipfel ein bisserl aus der Mode gekommen. Zu weit führt die Straße herauf, zu nahe sind die Liftkabel der Suttenbahn. Auf der Südwestseite allerdings ist die Bodenschneid weitgehend unerschlossen geblieben, und dort steigen Tourengeher normalerweise auf. Allerdings muss man schon guten Schnee für diese Tour abwarten, denn die Sonne setzt ihr bisweilen arg zu.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee – Schliersee – Wendelstein)
VerkehrsanbindungRVO-Busverbindung ab Bahnhof Tegernsee; mit dem Auto von Rottach-Egern über Enterrottach in Richtung Valepp (mautpflichtig) bis zum Ausgangspunkt bei der Müllsammelstelle Sutten-West
Tipps
Vom Spitzingsee herauf. Man kann auch vom Spitzingsattel zur Unteren Firstalm aufsteigen und von dort in Richtung Stümpfling weitergehen. Beim Suttenstein rechts abdrehen und über den langen Gipfelrücken zur Bodenschneid. Die Abfahrt auf dieser Variante führt vom Gipfel am Grat nach Nordwesten. Dann schwingt man in freie, steile Hänge bis fast zum Bodenschneidhaus hinab. Nach rechts zur Krettenburg und vom Freudenreichsattel zum Spitzingsattel auf Fahrwegen hinaus. Diese Variante lohnt sich nur zu Zeiten, in denen kein Pistenbetrieb herrscht.
Informationen
Höchster Punkt
Bodenschneid, 1669 m
Tourismusbüro
Rottach-Egern, Tel.: 08022/6713–41; www.rottach-egern.de
Tags: 
Mehr zum Thema