Bodenschneid (1669 m)

Piste und unerschlossenes, zum Teil sehr steiles Berggelände, dichter Wald. Für Anfänger ernst zu nehmende Skitour, die zwar bis zum Suttenstein und ab der Unteren Freudenreichalm im Skipistengelände verläuft, doch am Gipfelgrat und der ersten Etappe der Abfahrt geht es einigermaßen zur Sache. Die Osthänge unter der Bodenschneid sind nach Schneefällen mitunter stark lawinengefährdet. Sichere Verhältnisse abwarten!
Exposition: Osten und Süden / Lawinengefahr: Hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Vom Seilbahnparkplatz steigt man mit Fellen auf der breiten Piste gegen Westen in mäßiger Steigung zur Bergstation des Osthanglifts an. Von dort in den Sattel nördlich des Stümpflinghauses und nach Norden noch ein paar Meter zum Stümpfling (1506 m) hinauf. Echte Anfänger beenden dort die Tour und fahren entlang der Aufstiegsroute ab. Nur »verwegene Einsteiger« rutschen vom Stümpfling (mit oder ohne Felle) gegen Westen in den Sattel am Suttenstein. Anschließend auf dem Waldrücken dem Sommerweg gegen Nordwesten folgen. Der Grat schwingt sich immer mehr auf, und wenn die Verhältnisse nicht optimal sind, wird man die Ski tragen müssen. Nach einer unbedeutenden Graterhebung geht es ein paar Meter hinab und anschließend deutlich einfacher im lichten Wald dahin. In den weiten Gipfelhängen flacht das Gelände wieder ab, und auf der linken Seite des Grats, in respektvollem Abstand zu den gefährlichen Wechten, spurt man zum mächtigen Kreuz auf der Bodenschneid hinauf.
Abstieg.
Entlang der Aufstiegsroute abzufahren, ist normalerweise nicht empfehlenswert. Weitaus lohnender ist die Abfahrt anfangs entlang des Gipfelrückens nach Südosten, kurz vor dem zweiten Gratmugel nach links hinein und rasant nach Nordosten durch eine steile Rinne. Dann auf schöne Wedelwiesen und allmählich in lichten Wald hinein. Vor der Krettenburg rechts abdrehen und in schönem Wald nach Süden zu den freien Hängen über der Unteren Firstalm. Durch sie flott zur Bergwirtschaft, dann neben dem Skilift satte 200 Höhenmeter zum Stümpfling ansteigen. Der Rest der Abfahrt verläuft entlang der Aufstiegsroute.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour8 km
Höhenunterschied900 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSpitzingsee, Talstation des Kurvenlifts (1110 m) oder Parkplatz beim Lyralift
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterWenn im Spätherbst Frau Holle erstmals die Brettelfans beglückt und die Skilifte am Spitzing noch nicht laufen, kommen die Tourengeher in Scharen und erobern sich für ein paar Tage ihre Spitzingseeberge zurück. Viele bleiben an Stümpfling, Roßkopf oder Stolzenberg hängen. Kaum einer wagt sich mit Fellen auf die Bodenschneid und in ihre Steilhänge. Zugegeben, diese Route ist etwas verwegen, aber nicht ohne Reiz für den Individualisten. Leider ist sie mit ein paar Gegenanstiegen verbunden.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 8 (Tegernsee–Schliersee–Wendelstein)
VerkehrsanbindungBahnverbindung bis Fischhausen-Neuhaus, Bus zum Spitzingsee; mit dem Auto über Schliersee und die Spitzingseestraße zum Ausgangspunkt
GastronomieObere und Untere Firstalm, Stümpflinghaus
Tipps
Abfahrt über das Bodenschneidhaus. Verwegen und anstrengend ist es, vom Bodenschneidgipfel dem felsigen Nordwestgrat zu folgen. Wahrscheinlich muss man die Ski auch dort kurz tragen. An geeigneter Stelle nach rechts (gegen Nordosten) in den steilen Hang hineinschwingen und fast bis zum Bodenschneidhaus rasant abfahren. Etwas südlich des Bodenschneidhauses die Felle wieder aufziehen und auf dem Sommerweg gegen Südosten leicht ansteigen. Die Spur zieht sich etwas unbequem durch Buschwerk dahin, bis nordöstlich des Gipfels ein breites Steilkar erreicht wird. Dort drohen die Lawinen aus den steilen Hängen. In den Graben hinein und weiter zur Schleppliftstation oberhalb der Unteren Freudenreichalm. Felle wieder anschnallen und neben dem Skilift zum Freudenreichsattel und zur Oberen Firstalm aufsteigen. Von dort kurz zur Unteren Firstalm hinab und zum Sattel beim Suttenstein abermals hinauf. Dort wird wieder die Aufstiegsroute erreicht, der man zum Ausgangspunkt folgt.
Informationen
Dauer 5.30 Std. ('2.30 Std. '3 Std.)
Unterkunft
Hotels und Gasthäuser in Spitzingsee
Tourismusbüro
Schliersee, Neuhaus/Spitzingsee, Tel.: +49(0)8026/6065-0; www.schliersee.de
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