Bleispitze, 2225 m

Auf der Normalroute anspruchsvolle, teilweise (unter dem Gartner Joch selbst im Wald) stark von Lawinen bedrohte Skitour für absolut sichere Tourengeher, die das Lawinenrisiko richtig abschätzen können.
Lawinengefahr: sehr hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
Die Route.
Aufstieg.
Der normale Anstieg steigt von Obergarten am Fahrweg durch den kleinen Ort und gegen Südosten in den Wald hinein an, wendet sich nach Südwesten und weist durch das enge Gartner Tal hinauf. Seit dem Pfingsthochwasser von 1999 ist der alte Fahrweg nicht mehr vorhanden. Man muss deshalb am Wanderweg rechts des Bachgrabens durch den Wald ansteigen, was streckenweise unbequem ist. Der Bergweg stößt auf der Höhe von 1399 Meter zur Gartner Alm, wo der Wald endet. Nun geht es ziemlich flach weiter, doch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Route stark von Lawinen aus den Hängen zu beiden Talseiten bedroht ist. Auf der rechten Seite des Gartner Tals weiter und zu einem bewaldeten Höhenrücken abzweigen, der sich in der Mitte des Tals hinzieht. Dort ist man vor Lawinen etwas sicherer. An geeigneter Stelle rechts (gegen Norden) abdrehen und zum Gartner Berg, also den langen Wiesengrat hinauf. Über den stark geneigten, aber angenehm breiten Gipfelrücken vom Gartner Berg geht es schließlich zum Kreuz hinauf.
Möglich wäre auch, erst vor dem Sommerbergjöchle nach Norden zum Gipfelrücken aufzusteigen. Das ist allerdings deutlich steiler und Kraft raubender.
Es gibt eine alternative Aufstiegsroute, die man normalerweise nicht empfehlen kann. Sie ist nur etwas für Extrem-Skitouristen, die nicht genug Adrenalin bekommen können: Von Obergarten auf den bewaldeten Nordostrücken des Gartner Jochs über Forststraßen und durch Waldlichtungen zum Wegkreuz auf 1480 Meter. Dort lichtet sich der Wald und eine steile Flanke querend geht es die ausgesprochen steilen Hänge unter dem Gartner Joch hinauf. Dann in freiem Gelände an ein paar Hütten vorbei und immer steiler werdend an eine kleine Nase unter dem Gartner Joch heran. An ihr links knapp vorbei und über senkrechten Felsabbrüchen zum Gartner Joch hinauf. Aus dem Sattel südlich des Gartner Jochs in sattem Steilanstieg auf den scharfen Wiesengrat, der meist überwechtet ist. Auf diesem Grat in ausholendem Rechtsbogen zum Gartner Berg und zum Gipfel. Keinesfalls sollte man auf dieser Aufstiegsvariante abfahren.
Abfahrt.
durch das Gartner Tal

Exposition - Südosten

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1150 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortObergarten, 1076 m.
AusgangspunktObergarten nach der Straßenabzweigung von der Bundesstraße 314 (bei der Bushaltestelle), 1076 m
TourencharakterSkitouren in den Lechtaler Alpen darf man allgemein nur bei sicherer Lawinenlage unternehmen. Denn zu steil und damit von Lawinen bedroht sind die meisten Hänge in dieser Region der Alpen. Deshalb bleiben die Lechtaler Alpen erfahrenen Skitourengehern vorbehalten. In der Nachbarschaft der Gartner Wand findet sich in der Bleispitze so ein rassiger Skitourengipfel, der mit seinen weißen Flanken über das Zwischentorental ragt. Manchmal wundert man sich, dass dieser anspruchsvolle Skiberg relativ häufig besucht und unterschätzt wird. Schaumagnet beim interessanten Gipfelrundblick ist die Zugspitze, die über dem Ehrwalder Becken aufragt.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass-Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 5 (Wettersteingebirge)
Verkehrsanbindungvon Lermoos oder Reutte durch das Zwischentorental zum Ausgangspunkt; Bus- und Bahnverbindung
Gastronomiekeine Möglichkeit auf der Route
Tipps
Gemütlicher von Untergarten herauf. Deutlich einfacher, aber auch länger und streckenweise fast ein wenig monoton wäre der Aufstieg am Fahrweg bzw. über freie Wiesenhänge von Untergarten, 1055 m, zur Puite und in weitem, flachem Bogen durch den Wald um den Grähnkopf und zur Gartner Alm.
Höchster Punkt
Bleispitze, 2225 m
Unterkunft
keine Möglichkeit auf der Route
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