Bleicherhorn und Höllritzereck, 1669 m

Der lange Anstieg verläuft über weite Strecken auf monotonen Forst- und Almstraßen. Doch können diese im freien, übersichtlichen Gelände oft gemieden werden. Vor allem oberhalb der Unteren Wilhelmine-Alpe geizt die Tour nicht mit landschaftlichen Höhepunkten.
Exposition: Nordost und Nord / Lawinengefahr: sehr gering (Autor: Christian Schneeweiß, Siegfried Garnweidner)
15 km
870 m
3.00 h
Aufstieg.
Von der Gunzesrieder Säge geht man am Sträßchen neben der Lang-laufloipe in das Aubachtal hinein und biegt nach rund einem Kilometer bei der Alpe Vorsäss (955 m) links ab. In geringer Steigung führt ein Fahrweg gegen Südwesten hinauf. Bei den Serpentinen unterhalb der Schwarzenbergalpe kann man – wenn man will – am Sommerweg ein wenig abkürzen, erreicht aber bald wieder das asphaltierte Sträßchen, das weiter gegen Südwesten ansteigt. Unterhalb der Rappengeschwendalpe verzweigt sich der Fahrweg. Dort gehen wir geradeaus weiter und steigen über die freien Hänge in geringer Steigung zur Alpe hinauf. Manchmal ist die Jausenstation sogar im Winter bewirtschaftet, doch sollte man mit dem Bier wenigstens bis zur Abfahrt warten, denn der Weg ist noch weit, und ein bisserl Kondition wird man bis zum Gipfel noch brauchen. Hinter der Alpe wird der weite Hang gequert, der nach rechts steil zum Tennenmooskopf ansteigt. Dann geht es auf dem Sommerweg in den Wald hinein. Wir spuren nun durch den Waldgürtel; der schmale Weg führt mehrmals auf und ab; dann über einen Bachgraben und in eine breite Lichtung, in der bald wieder ein Fahrweg erreicht wird. Er führt geradewegs zur Unteren Wilhemine-Alpe. Am einfachsten ist es, nun dem Fahrweg zu folgen, der leicht abwärts führt und dann zum Rücken oberhalb der Höllritzer Alpe ansteigt. Wer nicht auf der Straße gehen will, kann auch nach rechts in das Bachtal abzweigen und sich dann gegen Süden über steile Hänge (bisweilen Lawinengefahr) hinaufschwindeln. Dort oben vereinen sich die beiden Anstiegsalternativen. Im gegliederten, übersichtlichen Alpgelände steigt man gegen Südwesten zum Gipfelgrat auf und dann entweder links zum Höllritzereck oder nach rechts zum Bleicherhorn, oder auf beide Gipfel.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute. Bei guter Schneelage muss man kaum auf der Straße fahren, weil das weitläufige Gelände eine Fülle von Alternativen anbietet.

kindgerecht

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied870 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortBlaichach (733 m).
AusgangspunktGunzesrieder Säge ( 920 m)
TourencharakterIm Süden der berühmten Nagelfluhkette erhebt sich über dem Aubachtal ein gemütliches, aber idyllisches Wander- und Skitourengebiet von besonderem landschaftlichem Reiz. Zu gewisser Berühmtheit hat es dort vor allem der Siplingerkopf mit seinen geologisch interessanten Siplinger Nadeln gebracht. Doch auch die weniger bekannten Berge dieses Bereichs haben ihre Schönheit, und dazu zählen das Bleicherhorn und sein unmittelbarer Nachbar, das Höllritzereck. Beide Gipfel sind gleich hoch, und sie können im Rahmen einer beschaulichen Tour bequem besteigen werden. Die Abfahrt ist sehr leicht, fast ein wenig flach.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippBayer. Landesvermessungsamt 1 - 50000, Blatt Allgäuer Alpen; Kompass-Wanderkarte 1:50000, Blatt 3, Allgäuer Alpen-Kleinwalsertal
VerkehrsanbindungAuto - In Blaichach die B 19 verlassen und über Gunzesried zur Gunzesrieder Säge. ÖV: Linienbusverbindung ab Bahnhof Blaichach bis Gunzesrieder Säge
GastronomieRappen-gschwendalpe (1240 m)
Tipps
Die Tour eignet sich für Kinder ab 13 Jahre, soweit sie etwas Kondition haben.
Informationen
leichte, aber etwas lange Skitour
Höchster Punkt
Höllritzereck, 1669 m
Unterkunft
Rappen-gschwendalpe (1240 m)
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