Benediktenwand, 1800 m

Da diese Tour sehr selten durchgeführt wird, ist meistens anstrengende Spurarbeit notwendig. Lange Fahrwege werden erst oberhalb der 1000-Meter-Linie von pfundigen Skihängen abgelöst. Und die lassen das Herz jedes engagierten Skitourenfahrers gleich um ein paar Takte höher schlagen. Vergessen darf man dabei aber die allgegenwärtigen alpinen Gefahren nicht. Vor allem zwischen Brandköpfl und Gipfelgrat besteht bisweilen erhebliche Lawinengefahr. In jedem Fall verlangt diese ungewöhnliche Skitour Kondition und Ausdauer.
Lawinengefahr: hoch (Autor: Siegfried Garnweidner)
16 km
1200 m
7.00 h
Die Route.
Aufstieg.
Vom Freibad auf Forstwegen gering ansteigend nach Südosten zum Rieder Vorberg und von ihm sanft abfallend zu den Forsthütten auf einer weiten Lichtung. Weiter abwärts, dann durch eine Linkskehre und zum Eibelsbach hinunter. Hinter der Bachquerung von der Straße nach rechts abbiegen und auf dem alten »Telefonleitungsweg« durch schütteren Wald ziemlich lange nach Südosten hinauf. Der Weg steigt gleichmäßig zum Gratsattel zwischen Eibelskopf und Brandköpfl an und knickt rechts ab. Auf dem Waldrücken nach Süden weiter und im weiteren Verlauf gegen Südwesten. Dann sind steile, lawinenbedrohte Nordwesthänge zu queren, bis die Route hinter einer Hangkante links abknickt und durch lichten Wald gegen Osten ansteigt. Je mehr man sich dem Gipfel nähert, umso flacher werden die Hänge. Wie auf einer Höhenwanderung geht es zuletzt richtig gemütlich zum Kreuz und zur kleinen Unterstandshütte.
Abfahrt.
Entlang der Aufstiegsroute und in jedem Fall auf dem Telefonleitungsweg hinab. Auf längeren Etappen der Fahrwege muss man die Ski schieben.

Exposition - Norden und Westen

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
TourencharakterIm Sommer geht es auf der »Benewand« bisweilen zu wie auf dem Jahrmarkt. Von allen Seiten pilgern die Wanderer herauf und feiern auf dem Gipfel fröhliche Urständ. In der kalten Jahreszeit hingegen hält der Berg seinen Winterschlaf, und nur gelegentlich verirren sich ein paar Schneeschuhwanderer herauf, die vor dem langen Auf- und Abstiegsweg nicht zurückscheuen. Skitourengeher sieht man selten. Wenn auch der Berg kein großes Tourenglanzlicht geworden ist, hat er doch Reize, die eine Hand voll Freunde gefunden haben, die dem Gipfel gelegentlich mit Fellen ihre Aufwartung machen.
Hinweise
Lawinengefahr-Beurteilung - Bei allen Routen wird die Haupthimmelsrichtung (Exposition) der Hänge angegeben. Erfahrene können abschätzen, mit welcher Schneebeschaffenheit zu rechnen ist. Während nach Schneefall bei strengen Frostperioden sogar auf Südhängen Pulverschnee zu erwarten ist, kann es dort im Frühjahr traumhaften Firn geben. Osthänge sind in der Regel weitaus stärker von Lawinen bedroht als Westhänge (Schneeverfrachtung). Das in den Tourenangaben erwähnte Lawinenrisiko bezieht sich ausschließlich auf die Geländebedingungen. Die tatsächliche Lawinengefahr kann – abhängig von den jeweiligen Wetterverhältnissen – erheblich von den Angaben im Buch abweichen. Steile, der Sonne ausgesetzte Grashänge sind allgemein stärker von Lawinen bedroht als felsdurchsetzte Hänge oder Waldbereiche. Unabhängig von diesen Angaben muss man sich vor jeder Tour unbedingt über die Lawinensituation erkundigen und dementsprechend das Tourenziel auswählen oder auch gänzlich auf eine Tour verzichten. Lawinenlagebericht abfragen. Route nach den jeweiligen Gegebenheiten (Hangneigung, Himmelsrichtung, Untergrund) wählen. Tour bei erhöhtem Risiko abbrechen. Tageszeitliche Änderung der Situation (besonders bei Frühjahrstouren) beachten. Verschüttetensuchgerät eingeschaltet am Körper tragen. Lawinenschaufel (und eventuell Lawinenairbag, Lawinensonde) mitnehmen. Europäische Lawinengefahrenskala 1 (gering) Die Schneedecke ist allgemein gut verfestigt und stabil. Lawinenauslösung ist allgemein nur bei großer Zusatzbelastung an vereinzelten Stellen im extremen Steilgelände möglich. Spontan sind nur Rutsche und kleine Lawinen möglich. 2 (mäßig) Die Schneedecke ist in einigen Steilhängen nur mäßig verfestigt, ansonsten allgemein gut verfestigt. Lawinenauslösung ist insbesondere bei großer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Große spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. 3 (erheblich) Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen nur mäßig bis schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch große Lawinen möglich. 4 (groß) Die Schneedecke ist an den meisten Steilhängen schwach verfestigt. Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten. 5 (sehr groß) Die Schneedecke ist allgemein schwach verfestigt und weitgehend instabil. Spontan sind viele große Lawinen, auch in mäßig steilem Gelände zu erwarten. Weitere Sicherheitsfaktoren: Wechten beachten: Niemals bis auf die Scheitelstrecke von Graten gehen, vor allem, wenn diese von unten nicht einsehbar sind. Vorsicht auf Gipfeln. Absturzgefahr: Felsige oder vereiste Anstiege nur mit entsprechender Ausrüstung (Harscheisen oder Steigeisen) durchführen. Lieber auf einen ausgesetzten Gipfelanstieg verzichten, als abstürzen. Einwandfreie Beherrschung von Aufstiegs- (Spitzkehren!) und Abfahrtstechnik nötig. Überanstrengung: Tour richtig (nach dem schwächsten Teilnehmer) auswählen, Pausen einlegen, eventuell Tour abbrechen. Einkalkulieren, dass auch die Abfahrt – je nach Schneebeschaffenheit viel Kraft kosten kann.
KartentippKompass Wanderkarte 1 - 50000, Blatt 182 (Isarwinkel)
VerkehrsanbindungBahnverbindung ab München; mit dem Auto auf der B11 über Wolfratshausen und Königsdorf zum Ausgangspunkt
Gastronomienur in Benediktbeuern (die Tutzinger Hütte ist im Winter geschlossen)
Tipps
Umweg über Tutzinger Hütte. Wer die Abzweigung des Telefonleitungswegs übersieht, steigt über den Eibelsfleck, die Eng und die Tutzinger Hütte zum Grat östlich des Brandköpfls auf (Lawinen!).
Informationen
Höchster Punkt
Benediktenwand, 1800 m
Unterkunft
nur in Benediktbeuern (die Tutzinger Hütte ist im Winter geschlossen)
Tourismusbüro
Benediktbeuern, Tel.: 08857/248; www.benediktbeuern.de

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