Winklmoos-Bergstraße

Alpenpässe in Deutschland (Autor: Rudolf Geser)
12 km
450 m
1.00 h
Inmitten der wunderschönen Landschaft des Chiemgaus, nahe des bekannten Fremdenverkehrsortes Reit im Winkl liegt die Winklmoosalm, ein vor allem bei Wanderern beliebtes Almgebiet zu Füßen des 1247 m hohen Sondersberges. Bei Skifahrern und Langläufern steht die Gegend ebenfalls sehr hoch im Kurs, gilt die Winklmoosalm doch als schneereichstes und schneesicherstes Gebiet in den gesamten Bayerischen Alpen. Nicht ganz so bekannt ist die Winklmoosalm dagegen in Radsportkreisen, wo sie eigentlich kaum mehr als lokalen oder regionalen Bekanntheitsgrad aufweisen kann. Und so wird man diese Tour dann wohl auch nur unternehmen, wenn man sich ohnehin gerade in diesem Landschaftsgebiet aufhält. Manch einer, der die Tour vielleicht völlig unvorbereitet und ohne Kenntnis der Strecke unternimmt, wird sich dann allerdings gehörig wundern. Die Auffahrt zur Winklmoosalm ist zwar mit 4,5 km nicht allzu lang und mit ihren 450 Höhenmetern auch nicht allzu hoch, kann dafür aber doch Steigungen bis 18 % aufweisen und einen dadurch schon gehörig ins Schwitzen geraten lassen. Neben einigen Trainingskilometern sollte man deshalb auch ein 28er-Ritzel mitbringen, um die Angelegenheit nicht unnötig zu erschweren. Hat man beides, kann man im hübschen Fremdenverkehrsort Reit im Winkl getrost der Beschilderung Ruhpolding folgen und die Ortschaft in östlicher Richtung auf der Bundesstraße 305 verlassen. Auf den ersten fünf Kilometern bis zum Großparkplatz Seegatterl können wir uns gemächlich einrollen und wer will, kann sich im gleichnamigen Alpengasthof nochmals kräftig stärken.Schon wenige Meter nach Überfahren der Mautstelle geht es nämlich gleich richtig zur Sache. Die Steigung nimmt unvermittelt auf 18 % zu und hält diese um eine Kehre herum auf einer Länge von 700 Metern auch bei. Je nach vorhandener Übersetzung und Kondition wird man hier merken, wie sehr sich 700 Meter in die Länge ziehen können, und fast dankbar wird man das Nachlassen der Steigung auf Neigungen zwischen 10 und 12 % vermerken. Anstrengend genug ist dies freilich immer noch und nur die gut trainierten unter uns werden hier den Griff zum Schalthebel wagen und auf ein kleineres Ritzel herunterschalten.An den waldreichen, nordseitig gelegenen Hängen des Sondersberges schlängelt sich die Straße kurvenreich nach oben, nur hin und wieder gestatten kurze, flachere Abschnitte etwas Erholung, bis man einen kleinen Weiderost (km 7,7) erreicht. Dieser markiert für uns den Punkt, an dem sich die Trasse zurücklegt und die ersten Schwierigkeiten hinter einem liegen. Eine kleine Waldlichtung tut sich auf und auf fast einen Kilometer Länge rollt es nunmehr recht eben dahin. Das kleine Kettenblatt sollte man dennoch weiterhin aufgelegt lassen, man wird es gleich wieder brauchen. Am Ende der Lichtung nimmt die Steigung nämlich gleich wieder auf anstrengende 14 % zu und wenn diese auch nur auf einer Länge von 50 Metern beibehalten werden, reichen sie doch aus, um die allermeisten von uns aus dem Sattel zu zwingen.Noch einmal lässt die Steigung nach, gibt uns somit Gelegenheit wieder die Kräfte zu sammeln oder einen Schluck aus der Wasserflasche zu nehmen. Schaden kann dies auf keinen Fall, denn noch einmal wird es richtig hart. Die Steigung nimmt wieder auf 18 % zu und hält diese Steilheit immerhin noch auf einer Länge von 450 Metern bis zu den ersten Parkplätzen (km 8,8) bei. Während sich die Autotouristen ihre vom Gasgeben verkrampften Füße vertreten, können auch wir nun unsere mehr oder weniger brennenden Oberschenkel auslockern. Vorbei am Ortsschild »Reit im Winkl – Ortsteil Winklmoos« (km 8,9) rollt es in ein herrliches Almgebiet ein, das von einem Kranz dunkler Wälder umgeben ist. Aber nicht nur für das Auge wird hier etwas getan, auch für das leibliche Wohl wird hier gesorgt, wie mehrere, verstreut liegende Gasthäuser belegen. Wer dagegen etwas für sein seelisches Wohl tun will, auch dafür bietet sich Gelegenheit, nämlich bei einer kleinen Kapelle (km 9,5) kurz unterhalb der Talstation des zum Dürnbacheck führenden Sessellifts, zu der man allerdings noch etwas aufwärts radeln muss. Dafür eröffnet sich von dort aber auch die schönste Aussicht auf die Loferer Steinberge im Osten.Bei der Abfahrt sollte man dann keinesfalls versuchen, bei der Auffahrt verloren geglaubte Zeit wieder hereinholen zu wollen. Besser man bremst sich auf der vor allem an Wochenenden stark frequentierten Strecke hinter den Autos wieder hinab, als auf der teils schmalen Straße sich selbst oder andere durch waghalsige Überholmanöver zu gefährden.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 18 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied450 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktReit im Winkl, 695 m
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 18 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt 12, Bayern
VerkehrsanbindungAutobahn München Salzburg A 8, Ausfahrt Bernau - Grassau – Marquartstein – Reit im Winkl
Informationen
Bei der Rückfahrt wegen der Weideroste sowie des starken Gefälles Vorsicht. Die Strecke ist an Wochenenden stark befahren.
Höchster Punkt
1210 m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema