Wildhaus-Höhenstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
44 km
670 m
2.00 h
Wenn man im Dreiländereck Österreich, Liechtenstein und Schweiz aus dem Rheintal kommend die Bergwelt der Ostschweiz erkunden will, bietet sich eine leichte, aber landschaftlich umso schönere Radtour über die Wildhaus-Höhenstraße an. Sie liegt am südlichen Rand des Alpsteingebiets in der Nordostschweiz, genauer im Kanton Appenzell, das sich in drei deutlich ausgeprägten Hauptketten blickbeherrschend über den Niederungen von Rhein und Bodensee erhebt. Gut erkennbar ist auch die höchste Erhebung dieses Gebiets, der 2501 Meter hohe Säntis, allerdings weniger seiner Höhe oder Form, sondern der hoch aufragenden, weithin sichtbaren Sendeantenne wegen.Vorerst bleiben uns Gipfel und Sendeantenne allerdings noch verborgen, wenn wir uns in Oberriet (km 0,0), etwa 30 km südlich von Bregenz am Bodensee im Rheintal gelegen, aufs Rad schwingen. Dem ruhigen Charakter der Landschaft angemessen können wir auch die Tour geruhsam angehen. Zwar drängen sich schon bald nach dem Ortsende zwei riesige Felsbrocken dicht an die Straße, die auch mit 10 % Gefälle kurz abfällt, dann aber rollt es bis kurz vor Rüthi (km 4,0) auf meist leicht ansteigender und abfallender Straße ohne besondere Vorkommnisse dahin. Auch im weiteren Verlauf bis Gams (km 16,5) ändert sich am Streckencharakter nichts. In den kleineren Ortschaften, die sich hier an den teils bewaldeten, teils von grünen Wiesen bedeckten Ausläufern des Alpsteingebiets erstrecken, müssen wir etwas achtsam sein, dafür haben wir auf freier Strecke immer wieder ungestörte Ausblicke auf die Berge des Bregenzer Waldes im Nordosten, während im Süden und Südosten die felsigen Züge des Rätikon über dem Fürstentum Liechtenstein zu erkennen sind.In der Ortsmitte von Gams (km 18,5) heißt es aufpassen, um die Beschilderung »Zürich/Wildhaus« nicht zu übersehen. Jetzt heißt es auch in den Berggang zu schalten, denn wir verlassen nun die Rheinebene. Mit 10 % beginnt die Trasse auch gleich recht alpin anzusteigen und rasch bleibt das Rheintal unter uns zurück. Auf einem kurzen Abschnitt legt die Steigung sogar auf respektable 15 % zu, aber dieses Steilstück hält glücklicherweise nur kurz an. Nach etwa drei Kilometern Fahrt, beim Hotel Zollhaus (km 21,5) radeln wir in dichten Mischwald ein und die Steigung geht wieder auf recht angenehme 6 bis 8 % zurück. Bald sind auf kurviger, aber gut ausgebauter Strecke die ersten Häuser von Wildhaus (km 25,5) erreicht, dafür nimmt die Steigung nochmals auf 10 % zu. Es ist nur ein kurzes Aufbäumen, gleich legt sie sich wieder zurück, dafür eröffnet sich uns nun eine weit reichende Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Vor allem im Westen erregt die skurril geformte Bergkuppe der Churfirsten, die mit ihren 13 aneinander gereihten Berggipfeln zum Walensee abfällt, unsere Aufmerksamkeit. Im Norden ist es dagegen der Blick auf die Felswände des Wildhuser Schafberges, der sich unmittelbar hinter der Dorfkirche erhebt und dessen Rinnen und Felsfluchten noch bis weit in das Frühjahr hinein mit Schnee bedeckt sind. Einen Gipfel wird man leider aber auch hier vermissen, nämlich den des Säntis, der sich immer noch verborgen hält.Wir können uns ruhig Zeit lassen und die Landschaft genießen, denn die Schwierigkeiten liegen hinter uns. Auf breiter und weiterhin gut ausgebauter Straße rollen wir lange mit Gefälle bis 10 % bis Unterwasser (km 31,0), in den Talboden der Wildhuser Thur abwärts. Dann ist wieder Mittreten angesagt, denn durch die folgende Ortschaft Alt St. Johann (km 33,0) hält sich die Straße von einigen kurzen 8 %igen Abfahrten abgesehen bis Stein (km 38,5) eben. Wir sind im Obertoggenburg, wie diese Talschaft nunmehr genannt wird, angelangt und wer an schönen Tagen hier unterwegs ist, wird vom Reiz dieser Landschaft mit ihren Wiesenhügeln, Talmulden, einzelnen Baumgruppen und weit verstreuten Bauernhäusern verzaubert sein.In Nesslau, der ersten größeren Ortschaft des Tales beginnt die Straße wieder stärker zu fallen und bald ist mit Neu St. Johann (km 43,5) der Endpunkt unserer Tour über die Wildhaus-Höhenstraße erreicht. Den Säntis (aus dem Keltischen: Bachalpe) werden wir aber auch hier noch nicht zu Gesicht bekommen. Dazu müssten wir den Weiterweg über die anschließend beschriebene Schwägalp-Passstraße (Tour 59) unternehmen.

Schwierigkeit:

Leichte bis mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung

Dauer:

1,5 - 2,5 / 0,75 - 1,5

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour44 km
Höhenunterschied670 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOstseite – Ausgangspunkt: Oberriet, 422 m; Anfahrt: Autobahn Winterthur-Chur, A 1 und A 13, Ausfahrt Oberriet Westseite – Ausgangspunkt: Neu St. Johann, 759 m; Anfahrt: Autobahn Winterthur-Chur, A 1 und A 13, Ausfahrt Wil/Thurau – Wil – Wattwil – Neu St. Johann
Hinweise
Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung, Dauer:1,5 - 2,5 / 0,75 - 1,5, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
Höchster Punkt
1090 m

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