Westschleife: Tagestour mit dem Rennrad westlich des Ammersees

Tief im Westen und am äußersten Ende des Münchner Verkehrsverbundes beginnt diese ausgedehnte Schleife am S-Bahnhof von Geltendorf. Allein schon wegen der Länge und Dauer dieser Tour sollten Sie für ausreichend Verpflegung und ansprechende Gesellschaft an Vorder- und Hinterrad sorgen. (Autor: Björn Eichelbaum)
117 km
785 m
8.00 h

Outback

Bereits während der Anreise – ob nun mit dem Auto oder der S-Bahn von München aus – dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass Sie sich am äußersten Rande des Großraums München befinden. Geltendorf ist die letzte Haltestelle der weit ins Umland hineinführenden Linie S8 und Anreisende aus dem Osten werden mit Ortsnamen konfrontiert, die Sie vermutlich noch nie gehört haben. Ein Hauch von Abenteuer liegt in der Luft.

Die Tour startet am S-Bahnhof Geltendorf, wo Sie – bei Anfahrt mit dem Pkw – auf der geräumigen Parkanlage sicher einen Platz finden werden. Einmal klick links und einmal klick rechts, und schon geht es los, links ab auf die Römerstraße nach Eresing. Auf einer schönen Semi-Allee rollen Sie die Römerstraße entlang und passieren bereits nach wenigen Kilometern die Erzabtei St. Ottilien, zu der es links abgeht. Keine Sorge, so früh möchte Sie keiner für Kultur aus dem Sattel scheuchen. Da diese Tour in Schleifenform verläuft, kommen wir am Ende der Ausfahrt wieder hier vorbei, um für unser leibliches und seelisches Wohl zu sorgen.

In Eresing folgen Sie der Straße durch den Ort und fahren weiter, über die A96, nach Finning. Dort rollen Sie auf der Hauptstraße durch den Ort und fahren weiter nach Obermühlhausen, wo es am Ortsausgang links nach Thaining und von dort aus, immer weiter ansteigend, bis hinauf nach Issing geht. In Issing fahren Sie gleich zu Anfang des Ortes rechts und dann links an der Kirche vorbei den Anstieg hoch, der aus dem Ort herausführt, und weiter geradeaus über die ST2057 bis nach Reichling. Orientieren Sie sich zusätzlich an den kleinen Schildern mit den Radwanderweg-Symbolen – ist der nächste Orientierungspunkt nicht gleich ersichtlich, folgen Sie im Zweifelsfall den Schildern.

Von Reichling sausen Sie in einer rauschenden, kurvigen Abfahrt nach Epfach, wo Sie den Lech überqueren. Bitte fahren Sie vorsichtig, da die Straße eng und steil ist. In Epfach bewegen Sie sich im Ort links, Sie folgen der Straße um eine Kurve und biegen dann links ab und fahren weiter bis nach Kinsau. Dort geht es direkt am Ortseingang scharf rechts ab, dann wieder links und parallel zu den Bahngleisen bis nach Hohenfurch. Dort fahren Sie auf die Weilheimer Straße, der Sie, immer am Schönbach entlang, bis nach Altenstadt folgen. Das erste Drittel der Tour haben Sie nun geschafft und eine kurze Rast in Altenstadt oder dem gleich angrenzenden Schongau bietet sich an, bevor es weitergeht zum Wendepunkt.

Wendeschleife

In Altenstadt führt Sie die Straße geradeaus weiter über den Kreisverkehr auf der Weilheimer Straße nach Burggen, das Sie auf dem Rückweg noch einmal passieren werden. In Burggen fahren Sie weiter bergauf, am Haslacher See vorbei nach Bernbeuren, wo Sie der in einer Linkskurve verlaufenden Straße im Ort Richtung Osten wieder nach Burggen folgen und so die Wendeschleife vollzogen haben. Bei der Abfahrt von Bernbeuren geben Sie bitte acht, hier nimmt man ordentlich Tempo auf und ist nach dem bisher hauptsächlich ansteigenden Streckenprofil eventuell ein bisschen müde und nicht mehr ganz bei der Sache.

Von Burggen aus fahren Sie über den kleinen Ort Huttenried nach Schwabbruck und direkt weiter durch Schwabsoien. Von hier aus geht es durch den Rotwald ständig bergab über Dienhausen bis ins etwa zehn Kilometer entfernte Denklingen. In Denklingen rollen Sie der Straße entlang durch den Ort, bis es kurz vor der Bahnlinie links nach Leeder/Fuchstal abgeht. In Leeder biegen Sie auf Höhe der Kirche im Ort rechts ab und überqueren kurz darauf bei Mundraching den Lech, klettern nach oben, vorbei an Stadl und Pflugdorf weiter nach Thaining. Das letzte Drittel der Strecke ab Thaining verläuft nun auf von der Hinfahrt am Vormittag vertrautem Terrain. Besonders bei langen Ausfahrten ist es immer ein gutes Gefühl, wenn man weiß, was die letzten Kilometer auf einen zukommt. Zu oft hat man hier schon böse Überraschungen erlebt.

In Thaining fahren Sie also Richtung Obermühlhausen, dort auf weiter angenehm abfallender Straße nach Finning, durch den Finninger Wald und über die A96 zurück nach Eresing. Nach gut 120 Kilometern ist Ihnen nun sicher nach kulinarischem Beistand und, je nachdem, wie Tour für Sie und Ihre Kollegen verlief, vielleicht auch nach geistigem zumute. Beides finden Sie in den Mauern der Erzabtei St. Ottilien, die Sie über einen schmalen Weg, der rechts von der Straße, die von Eresing zum S-Bahnhof Geltendorf führt, abgeht.

Von Geltendorf über Altenstadt, Bernbeuren, Denklingen zurück nach Geltendorf 

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour117 km
Höhenunterschied785 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Geltendorf
EndpunktS-Bahnhof Geltendorf
TourencharakterEine lange Runde im Münchner Westen, die sich sehr gut für Grundlageneinheiten in Gesellschaft eignet. Auf größtenteils ruhigen und gut ausgebauten Straßen geht es durch das landschaftlich attraktive Gebiet westlich des Ammersees.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S8 Geltendorf
GastronomieWirtschaft bei der Wallfahrtskirche St. Ottilien, Alter Wirt Geltendorf, Moorenweiser Straße 5, 82269 Geltendorf, Tel. 08193-7454E-Mail: info@alter-wirt-geltendorf.de, www.alter-wirt-geltendorf.de
Tipps
Erzabtei St. Ottilien – Nähmaschinenmuseum: Bereits nach drei Kilometern liegt mit der Erzabtei St. Ottilien (www.erzabtei.de) ein Tipp für einen kulturellen Stopp auf dem Weg. Auch auf dem Rückweg kommen Sie hier vorbei. Die altehrwürdig erscheinende Abteikirche ist gerade mal 250 Jahre alt und bei näherem Hinsehen erkennt man, dass die verbauten Backsteine erstaunlich neu wirken. Die Anlage ist sehr besucherfreundlich gestaltet und bietet Parkplätze, einen Souvenirladen und Einkehrmöglichkeit. Im auf dem Gelände gelegenen Nähmaschinenmuseum präsentiert Bruder Aurelian Binswanger eine erlesene und interessante Sammlung historischer Nähmaschinen. Das ist insofern für Radfahrer interessant, als bis vor wenigen Jahren die Ausbildung zum Zweiradmechaniker auch Nähmaschinentechnik beinhaltete. Schaut man sich die Übersetzungen und Antriebe in der Ausstellung an, erkennt man die ein oder andere Gemeinsamkeit. Eine Zeitnähmaschine aus Carbon werden Sie dort allerdings wohl kaum finden.

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