Voralpenvergnügen

Von Otter?ng über Feldkirchen, Irschenberg, Niklasreuth und Vagen zurück nach Otter?ng (Autor: Björn Eichelbaum)
Eine wunderschöne, wenn auch nicht ganz einfache Tour durch das Alpenvorland, die besonders im Sommer bei guter Form richtig Freude bereitet – wenn nicht gerade ein Gewitter dazwischenkommt. An drei Anstiegen können Sie Ihre Form testen oder ihr noch ein wenig auf die Sprünge helfen. Durch den Forst: ...Die Ausfahrt beginnt ganz unspektakulär am S-Bahnhof in Otter?ng, wo Sie einfach in Fahrtrichtung stadtauswärts der S-Bahn der angrenzenden Straße bis zur Gleisüberführung folgen und dort links weiterfahren Richtung Kreuzstraße/Grub. Unmittelbar nach Otter?ng beginnt eine längere Passage durch den südlichen Teil des Hofoldinger Forstes, die, wie die gesamten folgenden 20 Kilometer, leicht abfallen und Ihnen so genügend Zeit zum Warmfahren und Vorbereiten auf den ersten Anstieg bei Vagen geben. Aber der Reihe nach. Von Grub aus fahren Sie nach Feldkirchen und auf der Hauptstraße durch den Ort. Etwa 500 Meter nach dem Ortsausgang biegen Sie rechts nach Feldolling ab und fahren von dort aus weiter nach Vagen. In Vagen fahren Sie nach der Kirche im Ort rechts nach Irschenberg (Achtung: Das Schild Richtung Irschenberg kann im Sommer überwachsen sein, es lohnt sich also, etwas genauer zu schauen). Die nächsten vier Kilometer geht es nun mit einer Steigung von maximal 13% Richtung Irschenberg den Berg hinauf. Und hinauf ... Und hinauf ... In Irschenberg rollen Sie mit letzter Kraft um die Kirche und jetzt bergab Richtung Wölkham, wo Sie die A8 unterqueren und weiter nach Wilparting fahren.... die Gipfel im Blick ...Bereits auf der Abfahrt sind Ihnen an einem klaren Tag die majestätisch emporragenden Alpen ins Auge gefallen – oder, an einem schlechten Tag, dunkle, Gewitter und Regen verkündende Wolken. Sollte Letzteres der Fall sein, drehen Sie besser sofort um und hoffen, dass Sie die S-Bahn-Station Kreuzstraße noch rechtzeitig erreichen. Ein Gewitter im Alpenvorland ist, allein schon wegen des häu?g auftretenden Hagels, kein Spaß, sondern kann richtig unangenehm werden. Brechen Sie eine Tour lieber zu früh als zu spät ab. Patschnass und vom Hagel verprügelt, grummelnd nach Hause fahren ist auf jeden Fall schlimmer als eine geplatzte Ausfahrt.Vor der Alpenkulisse ragt nun die bekannte Wallfahrtskirche bei Wilparting auf, die viele von Ihnen ihres pavillonähnlichen Anbaues wegen kennen. Ab hier ist das Radfahren ein Traum: ruhige Straßen vor Postkartenkulisse und aufgrund des abfallenden Geländes ist ein Mördertempo ohne Reue möglich. Über Winastött und Schlachtham schlängeln Sie sich bis nach Dettendorf. Hier hat der Spaß dann ein Ende und der Ernst der Berge beginnt wieder. Es geht über Thalham/Au 250 Höhenmeter am Stück bergauf, auf einer Länge von knapp vier Kilometern, nach Niklasreuth. In Au halten Sie sich bei der Kirche bitte rechts Richtung Niklasreuth.... und zurückIn Niklasreuth geht es im Ort rechts nach Grub/Hinterholz ab. Folgen Sie dem gut asphaltierten Feldweg immer weiter, bis Sie bei Grub links auf die Straße abbiegen und etwa zwei Kilometer später rechts. Sie folgen der Straße vorbei an den Ortschaften Hilgenrain und Jedling, bis es nach einigen Kilometern links abgeht. Sie fahren nun parallel zur Autobahn, biegen bei nächster Gelegenheit rechts ab und fahren weiter über Oberhasling Richtung Vagen. Dieses Teilstück im Leitzachtal hat zwar keinen Alpenblick, dafür seinen ganz eigenen Charme und Vielfalt hat ja bekanntlich noch nie geschadet. Kurz vor Vagen geht es zum letzten Mal schön bergab in die Ebene und dann, ab Vagen, auf dem gleichen Weg die letzten 20 Kilometer zurück nach Otter?ng. Von Vagen aus also über Feldolling nach Feldkirchen und von dort aus über Grub, Kreuzstraße und den Hofoldinger Forst direkt zum S-Bahnhof Otter?ng. Wo Sie übrigens in der Gaststätte direkt gegenüber des Bahnhofsgebäudes Einkehr halten können, wenn Ihnen die S-Bahn direkt vor der Nase abgerauscht ist. Wer es gehobener mag, kann einen Tisch im Menürestaurant Ludwig Thoma reservieren, wo zu erlesenen Weinen ein Menü à la carte serviert wird. Pro Person müssen Sie mit etwa 50 € rechnen, was in An-betracht der Qualität und Auswahl der Weine ein Taschengeld ist. Auch ohne Radtour ein Restauranttipp für Genießer und Freunde guten Weins.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour73 km
Höhenunterschied780 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Otter?ng
EndpunktS-Bahnhof Otter?ng
TourencharakterEine Tour mit bergigem Pro?l durch den Hofoldinger Forst und das südöstliche Alpenvorland. Drei kräftige Anstiege mit den entsprechenden Abfahrten sorgen für Fahrspaß und fast 800 Höhenmeter Gesamtsteigung, gut verteilt in malerischer Landschaft.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogra?sche Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:50000
VerkehrsanbindungS5 Holzkirchen
GastronomieLandhotel Ludwig Thoma, Jahnsteig 3, 783624 Otter?ng, Tel. 08024-8054
Tipps
Regeneration: Ebenso wichtig wie das eigentliche Training ist die darauffolgende Regeneration. Ein Leistungszuwachs wird nur dann erfolgen, wenn Sie Ihrem Körper eine Belastung zumuten, die über seinem eigentlichen Alltagspotenzial liegt. Sie kennen den Effekt hoffentlich schon aus eigener Erfahrung. Im Frühjahr sind Sie bei erster Gelegenheit Samstag und Sonntag aufs Rad gehüpft und haben jeweils 60 zähe Kilometer abgespult. Am Montag waren Sie ziemlich erschöpft, die Beine schlaff und mürbe. Das Wochenende drauf lief es schon wesentlich besser. Ihr Körper hat aus der vorausgegangenen Belastung gelernt und in den Tagen danach eine Anpassung über das ursprüngliche Leistungsniveau vollzogen – die sogenannte Superkompensation. Um eine Superkompensation zu provozieren, muss ein Trainingsreiz gesetzt werden –ob das im Ausdauer-, Kraft- oder Koordinativbereich statt?ndet, spielt keine Rolle. Der Reiz sollte nicht zu schwach sein, sonst ist der Trainingseffekt zu gering und die Leistung stagniert. Deshalb ist es notwendig, im Verlauf der Saison Dauer und Intensität der Trainingsreize der ansteigenden Form anzupassen und zu erweitern. Dazu benötigt man einen ausgeklügelten Trainingsplan, der den Wechsel von Be- und Entlastung in den verschiedenen Bereichen beachtet und optimal unterstützt. Der größte und häu?gste Fehler ist nämlich nicht zu wenig, sondern zu viel Training oder besser gesagt: zu wenig Regeneration. Es kommt zum Übertraining, Ihre Form und Ihr Wohlbe?nden gehen in den Keller. Bei den Pro?s sind diese Pläne auf die Woche genau auf den Saisonhöhepunkt ausgerichtet. Die Regeneration spielt in diesen Plänen die gleiche Rolle wie die Belastung. Regeneration ist übrigens nicht gleichbedeutend mit Faulenzen und Auf-der-Couch-Liegen. Die effektivsten Maßnahmen zur Regeneration sind aktiver Natur, etwa Dehnungsübungen, Ausfahrten im Kompensationsbereich, Spaziergänge, Gymnastik und vor allem eine hochwertige Ernährung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es am Vortag nicht doch ein bisschen viel war, fahren Sie lieber eine Tour im Kompensationsbereich. Sind Sie einmal im Übertraining, wird das Ihrer Form mehr schaden als fünf ausgefallene Ausfahrten.

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Björn Eichelbaum

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