Turracher-Höhenstraße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
Südseite.Wenn Sie sich nun also partout nicht davon abhalten lassen wollen, diese Steigung mit dem Rad zu bezwingen, radeln Sie sich erst einmal von Patergassen (km 0,0) bis Ebene Reichenau (km 5,5) auf ebener Trasse warm. Auch die nach dem Ort ansetzende Steigung bis 12 % auf 200 m Länge, vorbei an der Abzweigung der Nockalm-Höhenstraße (km 7,0), dürfte keinen Anlass zur Sorge bereiten. Der folgende Abschnitt dann allerdings schon. Eine kleine Brücke, im Volksmund als Teufelsbrücke bezeichnet, wird überquert und wer auf Grund der Namensgebung schon mit Schlimmerem rechnet, wird Recht behalten. Die ansetzenden 23 % Steigung können nur als teuflisch bezeichnet werden und auf dem folgenden Kilometer kann man hier alle seine Sünden abbüßen. Besonders dann, wenn es sich dabei um solch schwer wiegende Vergehen wie zu wenig Training oder zu viel Gewichtszunahme gehandelt hat.Ein 300 Meter langes, fast ebenes Straßenstück wird manchem nun wie das Paradies vorkommen, aber gleich wird es wieder schwierig. Zwar misst der folgende 600 Meter lange Aufschwung »nur 18 %« und geht dann sogar auf allerweltsmäßige 10 % zurück, dann aber wird es mit 23 % auf 500 m Länge wieder richtig schwer. Die Straße hat ein Einsehen, legt sich wieder zurück (km 10,5) und über Aufschwünge bis 12 % geht es zwar langsam, aber doch mit deutlich gemäßigterem Krafteinsatz höher.Aber noch ist nichts entschieden, denn nochmals wartet ein 700 m langer Abschnitt mit 23 % Steigung auf uns, der nun wirklich die Spreu vom Weizen trennt. Die einzige Kehre (km 12,5) dieser Auffahrtsseite wird erreicht, die Steigung geht etwas zurück und bald darauf hat man den höchsten Punkt (km 13,0) im wahrsten Sinne des Wortes geschafft.Nordseite.Neben der Südseite ist die Nordrampe fast eine Spazierfahrt. Von Predlitz im Murtal (km 0,0) führt uns ein 100 m langer, unbeleuchteter Tunnel in das Tal des Turrach, auch Predlitzwinkel genannt. Auf nur leicht ansteigender Trasse folgen wir lange dem Verlauf des Baches und ein kurzer 8 %iger Aufschwung bei km 6,5 ist die einzige nennenswerte Erhebung. Hinter Turrach nimmt aber auch die Steigung auf 12 % zu. Beim Gasthof Badwirt (km 18,0) erreichen wir die erste Kehre, der wenig später die zweite folgt. Nach deren Überwindung legt sich die Trasse auf 10 % zurück und wir erreichen das Sporthotel Turracher Höhe, wo ein Schild gleichzeitig die Passhöhe (km 19,5) anzeigt. Wenige Meter noch, dann können wir am reizvollen Erholungsgebiet um den kleinen Turracher See die Auffahrt beenden.

Schwierigkeit:

Sehr schwere Radtour mit 23 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung

Dauer:

1 - 1,75 / 2 - 2,5

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied745 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSüdseite – Ausgangspunkt: Patergassen, 1020 m; Anfahrt: Autobahn Salzburg-Villach A 10 (Tauernautobahn), Ausfahrt Spittal/Millstätter See – Seeboden – Millstatt – Radenthein – Bad Kleinkirchheim - Patergassen Nordseite – Ausgangspunkt: Predlitz an der Mur, 927 m; Anfahrt: Autobahn Salzburg-Villach A 10 (Tauernautobahn), Ausfahrt St. Michael im Lungau – Mauterndorf – Ramingstein – Predlitz
TourencharakterWie jede Passstraße hat auch die Turracher-Höhenstraße zwei Seiten. In diesem Fall ist es aber nicht nur eine nördliche und eine südliche, sondern eine mittelschwere und eine schwere, besser gesagt eine extrem schwere. Während die Nordseite aus dem oberen Murtal bei Predlitz auf knapp 20 km bis zur Passhöhe etwa 840 Höhenmeter überwindet und dabei zwar Steigungen bis 12 % aufweist, meist jedoch weit darunter liegend ein nicht allzu schwieriges Vorankommen mit dem Fahrrad ermöglicht, sieht es auf der Südseite schon ganz anders aus. Hier wird von Patergassen im Gurktal die Passhöhe über 13 Strecken- und knapp 750 Höhenmeter erreicht, was für sich gesehen noch nicht besonders aussagekräftig ist. Dies ist dann schon eher die Tatsache, dass dabei Steigungsspitzen bis 23 % erreicht werden und dies nicht etwa nur auf ein paar Metern Länge, sondern, verteilt auf mehrere Abschnitte, gute 2 km lang.
Hinweise
Schwierigkeit: Sehr schwere Radtour mit 23 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung, Dauer:1 - 1,75 / 2 - 2,5, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
Informationen
Ähnliche Steigungen wie auf der Südseite finden sich im Alpenraum nur noch auf der Auffahrt von Berchtesgaden zum Obersalzberg (siehe Tour 1), der Niger-Passstraße in den Dolomiten (siehe Tour 30) und der Kiental- mit Griesalp-Bergstraße in der Schweiz (siehe Tour 71).
Höchster Punkt
1763 m

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