Tre-Croci-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
13 km
600 m
1.00 h
Der Tre-Croci-Pass oberhalb von Cortina d'Ampezzo verdankt seinen Namen drei Kreuzen, die man zum Gedenken an eine Ampezzanerin und ihre beiden Kinder aufgestellt hatte, die dort oben im Jahre 1709 während eines Schneesturms erfroren sind. Für uns ein deutlicher Hinweis auf die Gefahren im Hochgebirge und darauf, Touren dorthin nur gut ausgerüstet und bei sicheren Wetterverhältnissen zu unternehmen. Im speziellen Fall wären gute Wetterverhältnisse allein schon der Aussicht auf die 3216 m hohe Cristallogruppe wegen, eines der beeindruckendsten Bergmassive der Dolomiten, an deren Südseite sich die Auffahrt entlangzieht, von Vorteil. Cortina d'Ampezzo (km 0,0) verlassen wir der Beschilderung Misurina/Auronzo« folgend in östlicher Richtung auf mit 8 % ansteigender Straße. Schon am Ortsende nimmt die Steigung auf 11 % zu und geht bis zum Ristorante Lago Scin (km 3,5) nur einmal kurz spürbar zurück. Den nächsten Anhaltspunkt bietet die Talstation des Sessellifts zum Monte Cristallo bei km 6,5, zu der uns weitere Steigungen zwischen 9 und 11 % führen. Bald darauf überfahren wir die Baumgrenze, nähern uns den Felswänden des Monte Cristallo und haben rückblickend den wohl schönsten Blick auf die Bergwelt südwestlich des Ampezzaner Tales, aus der die Schneefelder der Marmolada herausleuchten. Bei nicht nachlassender Steigung wird dann die Passhöhe (km 8,0) mit dem Hotel Tre Croci erreicht. Vier Kilometer geht es über die Ostseite auf teilweise holpriger Straße mit Gefälle bis 12 % bis zur Straßenkreuzung Misurina/Auronzo (km 12,0) abwärts und wer will, kann hier die 1,5 km nach Misurina (km 13,5) hochradeln – die 12 %ige Steigung geht bald auf 8 % zurück – und vielleicht die Auffahrt über die Drei-Zinnen-Bergstraße (Tour 20) anschließen. Wem der Sinn heute allerdings nicht nach 16 % Höchststeigung steht, wer aber doch nicht die Rückfahrt auf gleicher Strecke antreten will, hat eine weitere Alternative. An der Abzweigung zur Drei-Zinnen-Bergstraße vorbei rollt es bald über den Col Sant' Angelo (km 16,0) etwa fünf Kilometer und 300 Höhenmeter mit einem Höchstgefälle bis 11 % hinunter nach Schluderbach (km 21,0). Über dem Ort, der eigentlich nur aus einem ausgedehnten Hotelkomplex zu bestehen scheint, erhebt sich fast drohend die gewaltige Ostseite des Monte Cristallo, die von einer markanten Fels- und Eisrinne durchzogen wird. Sie wurde erstmals von dem berühmten Sextener Bergführer Sepp Innerkofler durchstiegen, der dann im Ersten Weltkrieg bei einem nächtlichen Angriff auf einem italienischen Gebirgsposten am nahen Paternkofel ums Leben kam. Es erinnert an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte, als sich österreichische und italienische Gebirgsjäger unversöhnlich gegenüberstanden und in grauenvollem Kleinkrieg hier um jede Scharte, jeden Felszahn und jeden Gipfel teilweise Mann gegen Mann in Kälte, Sturm und Lawinengefahr ihr Leben aufs Spiel setzten. Gerade diese Gegend um das Höhlensteintal war dabei heiß umkämpft, war es für die Italiener doch ein günstiger Einfallsort ins Pustertal. Wir wollen dagegen zurück nach Cortina und bedienen uns dazu des Gemärckpasses, italienisch als Passo di Cimabanche bezeichnet. Eigentlich erscheint er gar nicht als richtiger Pass, so leicht steigt die Trasse zu Füßen der 3139 Meter hohen Hohen Gaisl, mit ihrer charakteristischen Form und den rötlich schimmernden Felswänden gut zu erkennen, an. Kaum Kurven sind zu vermelden, recht geradlinig der Straßenverlauf und würde man nicht durch ein Schild mit der Aufschrift „Passo di Cimabanche“ darauf aufmerksam gemacht, hätte man die Passhöhe (km 24,5) wohl unbemerkt überfahren. Erst beim Gasthof Ospidale, einem ehemaligen Hospiz aus dem 13. Jahrhundert, dann zwei Kehren, die uns in einen kleinen Talboden hinabführen. Wir sind wieder im Ampezzaner Tal, das sich bald nach Süden wendet und uns zwischen dem steinigen Ufer des Boite zur Rechten und der lang gestreckten Felsmauer des Pomagnonzuges zur Linken auf anfangs fallender, dann ebener Trasse unschwierig nach Cortina d' Ampezzo (km 37,5) zurückführt.

Schwierigkeit: Leichte bis mittelschwere Radtour mit 11 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 12 % Höchststeigung. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied600 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite: Cortina d'Ampezzo, 1210 m; Ostseite: Straßenkreuzung Misurina/Auronzo, 1509 m
TourencharakterDer Tre-Croci-Pass oberhalb von Cortina d'Ampezzo verdankt seinen Namen drei Kreuzen, die man zum Gedenken an eine Ampezzanerin und ihre beiden Kinder aufgestellt hatte, die dort oben im Jahre 1709 während eines Schneesturms erfroren sind. Für uns ein deutlicher Hinweis auf die Gefahren im Hochgebirge und darauf, Touren dorthin nur gut ausgerüstet und bei sicheren Wetterverhältnissen zu unternehmen. Im speziellen Fall wären gute Wetterverhältnisse allein schon der Aussicht auf die 3216 m hohe Cristallogruppe wegen, eines der beeindruckendsten Bergmassive der Dolomiten, an deren Südseite sich die Auffahrt entlangzieht, von Vorteil.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag Blatt Südtirol/ Venetien
VerkehrsanbindungWestseite – Ausgangspunkt: Cortina d'Ampezzo, 1210 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bressanone/ Brixen – Bruneck – Toblach – Schluderbach – Gemärkpass – Cortina d'Ampezzo Ostseite – Ausgangspunkt: Straßenkreuzung Misurina/Auronzo, 1509 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bressanone/Brixen – Bruneck – Toblach – Schluderbach – Col Sant'Angelo – Misurina – Straßenkreuzung Misurina/Auronzo
Höchster Punkt
1809 m

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