Solo zum See: Rennradtour von Fürstenried nach Starnberg

Runde in die Einsamkeit bei Leutstetten und zurück ins Leben über Söcking, Starnberg und Baierbrunn. (Autor: Björn Eichelbaum)
55 km
405 m
5.00 h

Die körperlich durchaus anspruchsvolle, aber mental entspannende Tour beginnt im Waldgebiet des Forstenrieder Parks am Ortsausgang von Forstenried an der Kreuzung des Weges »Link Geräumt«. Von der U-Bahn-Station Fürstenried West aus fahren Sie die Steinkirchner Straße Richtung Westen bis zur Allgäuer Straße, in die Sie rechts abfahren. Folgen Sie dem Verlauf, bis es links in die Immenstädter Straße und an deren Ende auf den Radweg geht.

Auf diesem Weg fahren Sie einfach weiter, bis Sie zur ersten Unterführung gelangen. Dort wechseln Sie vom Radweg auf die Olympiastraße, die Sie ungestört parallel zur Autobahn die nächsten acht Kilometer weitgehend geradeaus und leicht ansteigend zum Weg nach Leutstetten führen wird. Dort biegen Sie rechts auf den wunderbar verschlungenen Waldweg ab, der Sie erst bergauf, dann bergab bis nach Leutstetten bringt.

Besonders im Herbst erwartet Sie auf diesem Teilstück ein wahres Feuerwerk an Farben und es lohnt sich, die Strecke innerhalb eines Monats mehrmals zu fahren, um die Verwandlung der Landschaft zu beobachten, die sich vom saftigen Grün über kräftige Rot- und Gelbtöne hin zum Rostbraun des Spätherbstes verfärbt.

Fahren Sie dieses Stück ruhig einmal im kontemplativen – also nachdenklichen und auch genießenden – Trainingsbereich, denn auch Ihre Seele braucht ab und zu mal einen Trainingsreiz. Zumal es einige Kilometer später wieder bergauf geht. Bei der kurvigen Abfahrt nach Leutstetten sollten Sie achtgeben, da bei Gegenverkehr nicht viel Platz zum Ausweichen bleibt.

Durch den Ort rollen Sie weiter bis zur Würm hinab und fahren im Tal rechts weiter Richtung Gauting. Die Straße schlängelt sich bis nach Königswiesen, wo Sie links die Rampe hochfahren und den Berg weiter hinauf nach Hausen. Sie folgen der Straße stoisch weiter geradeaus über die Kreuzung hinweg und über Mamhofen weiter durch den Wald bergauf nach Hadorf. Im Ort rollen Sie die Hauptstraße hinab, dann links und am Ortsausgang wieder links und Richtung Söcking aus dem Ort heraus. 

Nach dem reinigenden Anstieg und den gelassen wiederkäuenden Kühen auf den Weiden Richtung Söcking ist es fast unmöglich, noch so etwas wie Groll oder Anspannung zu empfinden. Eventuell noch bestehende Restbestände wird Ihnen die Abfahrt von Söcking hinunter nach Starnberg aus dem Kopf pusten.

Beim Ortseingang von Söcking fahren Sie links in die Riedeselstraße und folgen deren Verlauf, bis Sie rechts weiter auf die Hanfelder Straße abbiegen. Auf dieser rollen Sie bis nach Starnberg hinunter, wo Sie an der Kreuzung Münchner Straße weiter auf die Perchastraße fahren, die im weiteren Verlauf auf einen Seitenweg führt, der parallel zur Münchner Straße verläuft. Folgen Sie der Münchner Straße auf den Seitenwegen, bis es auf die Würmstraße geht, der Sie bis zur großen Kreuzung folgen und von dort aus weiter nach Wangen fahren. Oder Sie kehren in Starnberg ein, die Möglichkeiten dazu sind vielfältig.

Ein guter Tipp für bezahlbares Essen in rustikaler Atmosphäre ist der Gasthof in der Au, der direkt an der Strecke an der Ecke Kaiser-Wilhelm-Straße/Perchastraße liegt. Im Sommer sitzt es sich draußen im Biergarten trotz der zentralen Lage ruhig und gemütlich, der Service ist flott und freundlich.

Weiter Richtung Wangen geht es bergauf, vorbei am Gut Buchhof und unter der Autobahn in den Ort hinein. In Wangen fahren Sie dann rechts ab, den Berg hinunter und über Fercha bis nach Neufahrn. Folgen Sie der Ausschilderung Richtung Hohenschäftlarn bis in den Ort hinein und orientieren Sie sich dann Richtung Kloster Schäftlarn.

Biegen Sie dann links auf die B11 Richtung München/Baierbrunn ab. Sie durchfahren Baierbrunn und Buchenhain weiter auf der B11, bis Sie am Ende von Buchenhain die Bahngleise passieren. Unmittelbar danach geht es links auf die Überreste der Römerstraße, der Sie immer weiter geradeaus durch den Forstenrieder Park folgen, bis Sie wieder auf die Olympiastraße treffen, auf die Sie rechts abbiegen und die letzten Kilometer zum Ausgangspunkt »Link Geräumt« entspannt ausrollen.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour55 km
Höhenunterschied405 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortMünchen
AusgangspunktU-Bahnhof Fürstenried West bzw. Link Geräumt/Neuried
EndpunktU-Bahnhof Fürstenried West bzw. Link Geräumt/Neuried
TourencharakterKürzere Runde zum einsamen Rollen und Grübeln, um sich am Anstieg den Frust von der Seele zu strampeln und geläutert wieder unter die Menschen zu fahren. Das spezielle Stück Asphaltseife für die Psychohygiene von Frühjahr bis Spätherbst.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografsche Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: U3 Fürstenried West, S6 Starnberg
GastronomieStarnberg: Gasthof in der Au, Josef-Jägerhuber-Straße 15, 82319 Starnberg, Tel. 08151-12550
Tipps
Verhalten bei Gewitter: Das Alpenvorland bietet wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaften mit unverfälschter Natur, aber leider auch schnelle Wetterumschwünge und heftige Unwetter – besonders im Sommer, wenn es auf dem Rad nun mal am schönsten ist. Da kann auch bei bester Planung und stündlicher Konsultation des Wetterberichtes ein plötzliches Gewitter aufziehen und einem die Tour vermiesen. Doch wie verhält man sich als Radfahrer in einem Gewitter richtig? Auch wenn Ihr Schmuckstück aus Carbon ist, die Züge und einige andere Teile sind aus Stahl, und das reicht schon, dass es gefährlich werden kann. Auch dem populären Irrtum, dass die Reifen aus Gummi vor Blitzschlag schützen – wie angeblich auch beim Auto –, sollten Sie nicht erliegen. Beim Auto schützen nicht die Reifen, sondern die Fahrgastzelle die Insassen vor einem Blitzschlag. Die Karosserie wirkt wie ein Käfig, an dem die Spannung außen abgeleitet wird. Steigen Sie daher sofort vom Rad, sobald sich ein Gewitter in unmittelbarer Nähe befindet. Dabei muss es nicht unbedingt regnen, damit es kracht. Dafür schiebt eine Gewitterfront meist heftige Windböen vor sich her. Bevor Sie also umgepustet werden oder die ersten Tropfen fallen, steigen Sie rechtzeitig ab und suchen in einiger Entfernung zu Ihrem Rad Schutz. Auf freiem Feld gehen Sie in ausreichendem Abstand zu den nächstgelegenen Bäumen in die Hocke. Versuchen Sie, eine Stelle zu finden, an der Sie nicht der am höchsten aufragende Punkt in der Landschaft sind. Ein kleines, faltbares Regencape aus Plastik, das in keiner Trikottasche fehlen sollte, hält Sie einigermaßen trocken und falls es hagelt, schützt der Helm zumindest Ihren Kopf.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Björn Eichelbaum

Raus aus München

Bruckmanns Rennradführer »Raus aus München« zeigt ambitionierten Freizeitradlern die schönsten Nebenstrecken rund um die bayrische Metropole.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema