Serientäter

Mittelschwere Rennradtour von Karlsfeld in den welligen Norden Münchens (Autor: Björn Eichelbaum)
61 km
285 m
4.00 h

Je mehr das Höhenprofil einer Strecke einer EKG-Kurve gleicht, umso interessanter verspricht die Tour zu werden. Bei dieser Strecke gehen spätestens nach 15 Kilometern Puls und Höhenprofil Hand in Hand. Ganz nebenbei präsentiert sich der Münchner Norden von einer seiner besten Seiten – zumindest für Radfahrer.

Von Karlsfeld nach Kammerberg

Vom Start am S-Bahnhof in Karlsfeld geht es zunächst vor dem Bahnhof das Schwabenbächel entlang auf die Allacher Straße, bis es rechts auf die Münchner Straße geht und unmittelbar danach links weiter auf die Bajuwarenstraße. Folgen Sie dem Verlauf immer weiter, bis Sie auf die Schleißheimer Straße treffen, auf die Sie rechts einbiegen. Der Radweg ist durchaus benutzbar und führt Sie sicher an einem Kreisverkehr vorbei über Obergrashof bis zur Abzweigung nach Badersfeld/Hackermoos, wo Sie links abbiegen und Richtung Ampermoching weiterfahren. Sie lassen den Verkehr und die Zivilisation nun langsam hinter sich und haben auf dem stetig leicht abfallenden Gelände Gelegenheit, sich in aller Ruhe warm zu fahren.

Damit sollten Sie spätestens in Ampermoching fertig sein, denn hier beginnt die erste Serie von kleinen Stichen. Das geübte Auge erkennt im Höhenprofil der Strecke sofort vier natürliche Spitzen, die sich perfekt für den ersten Intervall-Satz eignen. Praktischerweise beginnen und enden die Anstiegchen immer am Ortsaus- oder -eingang, sodass Sie sich immer kurz orientieren können, bevor die Belastung beginnt. Von Ampermoching nach Lotzbach rollen Sie mild bergauf. Von Lotzbach bis zum Kreisverkehr kommt der erste Stich. Am Kreisverkehr fahren Sie weiter nach Biberbach der nächsten Spitze entgegen. Und auch zwischen Biberbach und dem beschaulichen Milbertshofen liegt noch ein Anstieg, der allerdings schon ein wenig giftiger als seine Vorgänger ist. Zwischen Milbertshofen und Giebing führt Sie der Weg wieder auf das Ausgangsniveau zurück, um dann Richtung Kammerberg noch einmal anzusteigen.

Von Kammerberg nach Garching

In Kammerberg geht es geradewegs durch den Ort weiter nach Lauterbach, wo Sie der nun stetig abfallenden Straße bis nach Hohenbercha folgen und die Gelegenheit nutzen, um sich im unteren GA1- oder KB-Bereich von den Intervallen zu erholen. In Hohenbercha halten Sie sich rechts und fahren weiter abwärts über Thurnsberg nach Giesenbach. Ein kurzer Blick auf das Höhenprofil zeigt uns ein zweites mögliches Intervall zwischen Giesenbach und Gremertshausen. Ein weiterer Blick auf die reizvolle Landschaft relativiert den Trainingsehrgeiz dann allerdings und, anstatt sich zu quälen, können Sie auch einfach mal nur genießen, was da so an Ihnen vorbeizieht.

In Gremertshausen biegen Sie nach der Kirche rechts ab und fahren weiter über Sickenhausen und Giggenhausen nach Massenhausen. Im Ort einmal links und einmal rechts weiter bis nach Fürholzen, wo Sie Richtung Günzenhausen die A9 überqueren. Sie nähern sich nun wieder der Stadt und der Zivilisation, fahren von Günzenhausen weiter nach Eching und überqueren dabei die A92. In Eching folgen Sie den Schildern, die zum Echinger See führen. Direkt am Echinger See folgen Sie nun der langen geraden Straße in nördlicher Richtung, bis Sie nach etwa fünf Kilometern in Garching-Hochbrück angelangt sind. Hier können Sie in die U6 einsteigen, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Dazu biegen Sie am Ende der Straße rechts ab und folgen die letzten paar Hundert Meter den gelben Hinweisschildern zur U-Bahn.

Möchten Sie weiter in die Stadt hinein, geht es für Sie links weiter nach Garching hinein und dort wieder rechts und nach etwa 500 Metern rechts auf die Freisinger Landstraße, deren geradem Verlauf Sie bis zum U-Bahnhof Freimann folgen.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour61 km
Höhenunterschied285 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Karlsfeld
EndpunktU-Bahnhof Freimann
TourencharakterLandschaftlich sehr ansprechende Tour auf sich dahinschlängelnden Landstraßen im Norden von München. Das wellige Profil und die direkte Abfolge der Anstiege zu Anfang machen diese Tour zwar anspruchsvoll, trotzdem ist sie auch von weniger gut trainierten Radfahrern zu bewältigen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S2 Petershausen, U6 Garching
GastronomieEchinger Gasthof Günzenhausener Straße 2, 85386 Eching, Tel. 089-31904949
Tipps
Powermeter: In den letzten Jahren hat das Training mit einem Leistungsmessgerät auch im Amateur- und Breitensport immer mehr an Be-deutung gewonnen. Im Gegensatz zur Pulskontrolle bietet das leistungskontrollierte Training viele Vorteile. Zum einen ist die Steuerung der Belastung wesentlich genauer, da der Puls auf Sprintintervalle von 10 bis 30 Sekunden Länge nur sehr träge reagiert und erst eine halbe Minute, nachdem das Intervall abgeschlossen wurde, die entsprechende Belastung dokumentiert. Hinzu kommt noch, dass die über die Pulsfrequenz ermittelten Belastungsbereiche Schwankungen von bis zu 15% unterworfen sind – je nach Tagesform oder Erschöpfungszustand springt der Puls sofort in die Höhe oder lässt sich an bestimmten Tagen nur mit Mühe über den GA2-Bereich treiben. Die meisten von uns haben ihre Trainingsbereiche über die Faustformel 220 minus Lebensalter ermittelt, was als Anhaltspunkt zwar ausreicht, im Verlauf der Saison aber Schwankungen unterworfen ist. Ein Powermeter hingegen zeigt Ihnen fast auf das Watt genau an, was Sie gerade in diesem Moment objektiv leisten. Zusätzlich werden diese Daten zusammen mit Ihrer Pulsfrequenz, Fahrtgeschwindigkeit und der Trittfrequenz aufgezeichnet und stehen nach der Ausfahrt zur Analyse am Rechner bereit. Diese Trainingsprotokolle ermöglichen geschulten Personen einen Einblick in die Fähigkeiten des jeweiligen Athleten und zeigen auch, wie er die Trainingsvorgaben umsetzt. Darüber hinaus sind Ihre Leistungszuwächse in soliden Zahlen dokumentiert und nicht in Aussagen wie »Ich bin die 30 Kilometer von X nach Y gestern in einer Stunde gefahren.« Bei wie viel Gegenwind, in welcher Position, bei welchem Wetter? Besonders beim Zeitfahren lässt sich ein Powermeter gewinnbringend einsetzen, da sich die Kraftersparnis durch eine verbesserte Sitzposition, Aero-Helm oder Laufräder objektiv quantifizieren lässt. Leider sind Powermeter mit geringer Messtoleranz nicht gerade billig, für ein normales SRM-System mit Kurbel und Radcomputer müssen Sie schon etwa 2400 € hinblättern. Es gibt auch preiswertere Systeme, die allerdings nicht so genau funktionieren.Infos unter: www.srm.de, www.cycleops.com, www.polar.com

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