See(h)nsucht

Die Touristenroute vom Wörthsee, Pilsensee über Ammersee und Kloster Andechs zum Starnberger See (Autor: Björn Eichelbaum)
74 km
530 m
5.00 h
Streng genommen beginnt die Tour in Weßling am Weßlinger See. Da dieser allerdings nicht so spektakulär wie die folgenden großen bayrischen Seen ist, lassen Sie ihn hinter sich und fahren direkt ab dem Bahnhof auf die Hauptstraße und folgen dieser in Fahrtrichtung der S-Bahn aus der Stadt kommend, bis es rechts in Richtung Unterführung der Bahngleise auf die Grünsicker Straße geht.

Seenschleife

Folgen Sie der Straße auf dem am Golfplatz beginnenden Radweg bis nach Etterschlag. In Etterschlag orientieren Sie sich am Kreisverkehr Richtung Steinebach. Ab Wörthsee führt die Straße am Ufer entlang Richtung Starnberg. Folgen Sie der Straße weiter, bis es links Richtung Starnberg geht, und biegen Sie bei der ersten Gelegenheit rechts ab Richtung Hechendorf/Pilsensee. »Am Oberfeld« geht es nun in Sichtweite des Sees Richtung Herrsching am Ammersee. Vorbei am Herrschinger Moos fahren Sie am Bahnhof vorbei in den Ort. Nun können Sie entweder am Seeufer eine kurze Pause einlegen und in einem der zahlreichen Cafés an der Seepromenade einkehren oder Sie fahren weiter, dem heiligen Berg entgegen Richtung Kloster Andechs – denn auch dort gibt es reichliche Auswahl an Essen und Trinken.

Folgen Sie in Herrsching der Hauptstraße Richtung Erling/Andechs/Starnberg. Unmittelbar am Ortsausgang von Herrsching geht es dann die seitliche Flanke des heiligen Bergs von Bayern hinauf, auf dem die Klosteranlage Andechs thront. In Erling geht es etwa in der Mitte des Ortes links einen Weg hinauf zum Kloster. Hier ist ein wenig Vorsicht geboten: Wenn Sie einmal im Biergarten sitzen, kommen Sie so schnell nicht wieder weg und nach dem zweiten Bier wird der Gedanke, noch eins zu trinken und dann einfach den Berg nach Herrsching hinunterzurollen und mit der S-Bahn nach Hause zu fahren, immer attraktiver.

Über Land

Sollten Sie den Absprung geschafft oder den Biergarten erfolgreich umgangen haben, geht es in Erling am Ortsausgang rechts nach Machtlfing und Sie werden feststellen, dass es auch zwischen den Seen einige idyllische Plätze und klitzekleine Seen zu entdecken gibt. Auch auf dem Abschnitt zwischen Machtlfing und Traubing bis hin zum Seeufer bei Tutzing haben Sie bei klarem Wetter eine herrliche Aussicht auf alles, was das Voralpenland zu bieten hat. In Traubing folgen Sie bitte der Ausschilderung für den Autoverkehr nach Tutzing und nicht dem Radweg. Der sieht anfangs noch gut asphaltiert aus, entwickelt sich im weiteren Verlauf jedoch zu einer für Rennradfahrer unbenutzbaren Schotterpiste.

Sollten Sie Lust auf Kaffee und Kuchen zur Nachmittagszeit haben, so werden Sie am Seeufer von Tutzing mehr als eine Gelegenheit finden, sich zu stärken. Weiter geht es im Ort in Richtung Bernried, wo Sie das Buchheim-Museum von der Straße aus am Seeufer erblicken können. Von Bernried aus fahren Sie weiter um den See herum, über Adelsried, Seeseiten bis ans südliche Ende des Starnberger Sees bei Seeshaupt. An sonnigen Wochenenden ist in der südlichen Gegend des Sees der Cabrio- und Motorrad-Teufel los. Sobald es ein wenig trübe ist oder an einem Vormittag unter der Woche, sind Sie dagegen praktisch allein unterwegs. Wenn Sie also auf eine ruhige Tour Wert legen, sollten Sie lieber schlechteres Wetter im Austausch gegen ständige Überholmanöver in Kauf nehmen.

Am See entlang

Weiter geht es nun am Seeufer entlang bis nach Sankt Heinrich. Auch hier ist zwar ein parallel zur Straße verlaufender Radweg angezeigt, den Sie ohne Mountainbike unter Ihrem Hintern allerdings tunlichst meiden sollten. Ab Sankt Heinrich führt die Straße weiter am See entlang, bis sie bei Buscharn vom See weg Richtung Holzhausen und Münsing geht. Wenn Sie gedacht haben, dass der Anstieg am heiligen Berg der letzte war, haben Sie sich getäuscht: Bis nach Münsing geht es noch einmal ein gutes Stück nach oben, nicht steil, aber spürbar. In Münsing fahren Sie weiter durch den Ort nach Höhenrain.

Auf dem Weg dorthin kommen Sie am kleinen Buchsee vorbei, der von der Straße aus zwar nicht sichtbar ist, aber gut ins Streckenkonzept passt. Direkt am Ortseingang von Höhenrain biegen Sie links nach Berg ab, das Sie über die Zwischenstationen Aufhausen und eine kurze, aber flotte Abfahrt von Aufkirchen aus erreichen. In Berg fahren Sie dann nur der Straße entlang über Kempfenhausen und Percha wieder in Ufernähe Richtung Ortskern Starnberg. An den Radwegen entlang der Uferpromenade können Sie sich relativ einfach Richtung S-Bahn orientieren. Sonst einfach an der Kreuzung, an der es in Percha auf die Autobahn geht, nach links fahren und der Straße bis zum Ende folgen, dort werden Sie die gelben Schilder mit der Richtungsanweisung zum S-Bahnhof entlang des Weges sehen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour74 km
Höhenunterschied530 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Weßling
EndpunktS-Bahnhof Starnberg
TourencharakterDie ideale Route, um eine Ausflugstour mit sportlichen Gästen mit einer Trainingseinheit zu kombinieren. Entlang der Strecke finden sich um die Seen herum jede Menge Postkartenmotive, das für sein Starkbier berühmt-berüchtigte Kloster Andechs, das Buchheim-Museum und zum Abschluss der Starnberger See. Ganz nebenbei ist dies eine schöne GA1-Runde mit zwei, drei Gelegenheiten, ein Kraftausdauer-Intervall in die Streckenführung einzubauen.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S5 Herrsching, S6 Tutzing
GastronomieKlostergasthof Andechs Bergstraße 9 82346 Andechs Tel. 08152-9309-0 E-Mail: info@klostergasthof.de www.klostergasthof.de
Tipps
Das Kloster Andechs: Neben Schloss Neuschwanstein zählt Kloster Andechs mit zu den beliebtesten Ausflugszielen für Touristen in Bayern. Seine hohe Popularität dürfte zu großen Teilen auch mit dem hervorragenden Ruf des Andechser Bieres zusammenhängen. Wer noch nie ein Andechser Doppelbock getrunken hat, sollte das am heiligen Berg Bayerns auf jeden Fall nachholen. Ob man danach allerdings weiterfahren kann oder will, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Allein die Wallfahrtskirche mit ihren prachtvollen Gemälden und Verzierungen ist den Ausflug wert. Wem das nicht reicht, der kann sich an der einmaligen Aussicht von hier oben erfreuen. An klaren Tagen liegt einem das Alpenvorland zu Füßen und man genießt einen Panoramablick, der schon fast Schuldgefühle verursacht. Auf Schritt und Tritt ist man hier von Geschichte umgeben. Auch der Kräutergarten legt davon Zeugnis ab, da hier die Heilpflanzen der Andechser Apothekenliste kultiviert werden und in Form von Tinkturen oder Kräutern auch auf dem Gelände erworben werden können. Aber auch musikalisch hat Andechs mit den jedes Jahr stattfindenden Festspielen »Orff in Andechs« einiges abseits der sakralen Musik im Angebot. Egal, wie Sie es drehen und wenden, um den heiligen Berg kommen Sie nicht herum, nur hinauf und wieder hinab.

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