Schwägalp-Passstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
31 km
550 m
1.00 h
Wie könnte man das Obertoggenburg, diese wundervolle Hügellandschaft zu Füßen der Westseite des Säntis, besser beschreiben als anhand nachfolgender Sage. Hier im Alpsteingebiet soll vor urdenklicher Zeit einstmals ein Riese gehaust haben, der auf die Idee kam, eine kleine Stadt im damals noch menschenleeren Obertoggenburg zu errichten. Er machte sich also auf den Weg ins benachbarte Montafon, um sich von den dort lebenden Zwergen Häuser zimmern zu lassen, die er in einem großen Sack heimwärts trug. An einem Felsen riss ihm der Sack auf und die Häuser wirbelten wie Schneeflocken auf die Hänge, Hügel und Täler, wo sie bis heute stehen geblieben sind.Wer, so wie wir, von Neu St. Johann (km 0,0), unserem Ausgangspunkt, die weit verstreuten Häuser und Gehöfte an den grünen Berghängen betrachtet, zu denen die Kalksteinmassive des Alpsteins und des Churfirsten einen großartigen Hintergrund bilden, mag diese Geschichte dann auch fast glauben.Große Schwierigkeiten erwarten uns auf unserem Weg zum Schwägalppass nicht und so können wir unsere Fahrt geruhsam angehen. Den Berggang müssen wir aber schon auflegen, denn die 10 %ige Steigung aus dem Ort heraus hält auf einer Länge von fast zwei Kilometer an.Der Anstieg geht in eine leichte Abfahrt über und an den Häusern von Ennetbühl vorbei haben wir rechter Hand nun erstmals einen Blick auf den höchsten Berg des Alpsteingebiets, den 2501 Meter hohen Säntis. Wir können den Blick relativ unbeschwert genießen, denn auf dem anschließenden Teilstück am Luterenbach entlang wechseln sich Anstiege bis 6 % mit längeren Abfahrten ab. Nach etwa 6,5 km Fahrt nimmt die Steigung dann aber auf 10 % zu und behält diese bis zur Passhöhe (km 10,5) auch bei.Diese erstreckt sich unmittelbar unterhalb der dunklen, glatten Felswände der Säntis-Westabstürze, die einen schon recht alpinen Rahmen für unser Unternehmen bieten können. Sie bildet zugleich die Grenze zwischen den Kantonen St. Gallen und Appenzell und so radeln wir nun über mehrere Kehren mit Gefälle bis 12 % ins Appenzeller Land hinab. Ein weiter Talkessel zu Füßen des Hochalp nimmt uns auf, dann überqueren wir beim Gasthof Rossfall (km 16,5) die Urnäsch. An dieser entlang rollt es bis zur gleichnamigen Ortschaft (km 19,5) weiter leicht abwärts, wo wir das Ende der Passstrecke über den Schwägalppass erreicht haben.Allerdings wird für die allermeisten die Tour hier noch nicht beendet sein. Da es sich von der Streckenführung anbietet, sowohl den Wildhauspass (Tour 58) als auch den Schwägalppass in einer Runde zu befahren, könnte man von hier am günstigsten über Appenzell nach Oberriet zurückradeln.Wenn wir also in Urnäsch Richtung »Appenzell/Gais« abbiegen, hält sich unser Rückweg anfangs meist eben bis leicht fallend zwischen den grünen Hügelketten der Umgebung, um erst hinter Gontenbad (km 28,5) stärker bis Appenzell (km 30,5) abzufallen. Hier heißt es dann aufpassen, denn im Berichtsjahr ließ die Streckenbeschilderung zumindest aus Radlersicht etwas zu wünschen übrig. Um also nicht unnötig Kilometer zu machen, sollten wir in der Ortsmitte von Appenzell zuerst dem Schild »Alle Richtungen« folgen. Dieses führt uns zu den Wegweisern »Brülisau/Wasserauen« und an der Sitter entlang in den Ortsteil Steinegg (km 34,0). Hat man dort dann die Beschilderung nach »Eggerstauden/Oberriet« gefunden, kann man sich wieder mehr auf die Straße und Landschaft konzentrieren. Es ist ein schmales, verkehrsarmes Sträßchen, welchem wir hier an den Ausläufern des Alpsteins entlang folgen. Zwischen grünen Wiesen, vorbei an einzelnen Gehöften steigt es leicht an und erst hinter Eggerstauden (km 37,5) müssen wir nochmals etwas kräftiger in die Pedale treten, bevor es mit der Einfahrt in den Chräzerenwald kurvenreich mit Gefälle bis 10 % bergab geht. In Hölzlisberg (km 41,5) verbreitert sich die Straße wieder und auch der Wald geht zurück und gibt so erste Blicke auf das unter uns liegende Rheintal frei. Noch einmal müssen wir uns vorsehen, um in Eichberg den unscheinbaren Abzweiger nach Oberriet nicht zu übersehen. Gleich darauf ist man im Talboden (km 44,5) angelangt, wo uns nur noch einige Kilometer auf ebener Straße von Oberriet (km 48,0) trennen.

Schwierigkeit:

Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 12 % Höchststeigung

Dauer:

1 - 2 / 1,5 - 2,25

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied550 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite – Ausgangspunkt: Neu St. Johann, 759 m; Anfahrt: Autobahn Winterthur-Chur, A 1 und A 13, Ausfahrt Wilthurau – Wil – Wattwil – Neu St. Johann Ostseite – Ausgangspunkt: Appenzell, 775 m; Anfahrt: Autobahn Winterthur-Chur, A 1 und A 13, Ausfahrt St. Gallen – St. Gallen – Teufen – Gais – Appenzell
Hinweise
Schwierigkeit: Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 12 % Höchststeigung, Dauer:1 - 2 / 1,5 - 2,25, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
Höchster Punkt
1305 m

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