Savarenche-Hochtalstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
Den Alpinisten unter uns, die sich mit einer Besteigung des 4061 m hohen Gran Paradiso befasst oder diese vielleicht sogar verwirklicht haben, müsste die Savarenche-Hochtalstraße eigentlich bekannt sein. Sie führt aus dem Aostatal hinauf nach Pont, einem kleinen Bergsteigerdorf, das Ausgangspunkt für eine Besteigung des Berges auf dem Normalweg ist. Mit dem Rad können wir uns dem Berg bis auf gut 2000 m Höhe nähern und hätten dann nochmals ebenso viele Höhenmeter zum Gipfel vor uns. Auf einer alten Holzbrücke überqueren wir in Villeneuve (km 0,0), der Beschilderung »Val Savarenche« folgend, die Savàra und radeln über Steigungen bis 12 % an Villa Dessous (km 2,5) vorbei nach Introd (km 3,5). An der Abzweigung ins Val di Rhèmes (km 5,0) vorbei folgt man der weiter mit 12 % recht steil über Kehren hochführenden Trasse. Erst nach etwa 7 km hat man ein längeres flacheres Stück vor sich und bis Molère (km11,5) hält sich die Steigung mit 8 % recht moderat. Auffallend sind die schiefergedeckten Dächer des Dorfes, bevor die folgende Kehrenstrecke mit 10 bis 12 % Steigung in eine düstere Felsschlucht leitet. Ein 250 m langer, unbeleuchteter Tunnel ist zu durchfahren, dann wird das Tal wieder etwas breiter. Die schneebedeckte Spitze des Gran Paradiso rückt erstmals ins Blickfeld und an der Savàra entlang wechseln Steigungen bis 10 % mit längeren flacheren Abschnitten und sogar kurzen Abfahrten bis Eau Rousse (km 22,0) ab. Nach dem Ort nimmt die Steigung wieder bis auf 12 % zu, über mehrere Aufschwünge wird eine Talverengung durchfahren, dann eröffnet sich ein reizvolles Hochtal zu Füßen der Gran-Paradiso-Gruppe. Am Talende (km 25,0) ist dann nochmals ein 10 % iger Anstieg bis zum Straßenende in Pont (km 27,0) zu überwinden. Wer an einem schönen Sommerwochenende dort oben ankommt, wird angesichts des Trubels um den hoffnungslos überfüllten Parkplatz vielleicht geschockt sein. Aber könnte man mit unseren Radschuhen etwas in die Naturlandschaft zu Füßen des Gran
Paradiso hineinwandern, würde man erkennen, dass diese zu den schönsten der Alpen gehört. Wer sich nun mit einer Besteigung des Gran Paradiso befasst: Dieser gilt zwar unter Alpinisten als leichter Viertausender, aber dies ist genauso relativ zu sehen wie die Einschätzung mittelschwer für unsere Radauffahrt. Trotzdem, wer vielleicht im Begleitauto noch Wanderschuhe und einen Anorak dabeihat, sollte anderntags ruhig die 700 unschwierigen Höhenmeter zum Rifugio Vittorio Emanuele II. hochwandern, dessen Name an den Retter der alpinen Steinböcke und Begründer des Nationalparks erinnert, und wer Glück hat, kann einige dieser scheuen Tiere beobachten, deren Bestand hier zeitweise sogar bis auf 6000 Stück angewachsen war.

Schwierigkeit: Mittelschwere bis schwere Radtour mit 12 % Höchststeigung. Befahrbarkeit: 15. Juni bis 31. Oktober.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour26 km
Höhenunterschied1310 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVilleneuve, 300 m, an der S.S. 26 im Aostatal
TourencharakterDen Alpinisten unter uns, die sich mit einer Besteigung des 4061 m hohen Gran Paradiso befasst oder diese vielleicht sogar verwirklicht haben, müsste die Savarenche-Hochtalstraße eigentlich bekannt sein. Sie führt aus dem Aostatal hinauf nach Pont, einem kleinen Bergsteigerdorf, das Ausgangspunkt für eine Besteigung des Berges auf dem Normalweg ist. Mit dem Rad können wir uns dem Berg bis auf gut 2000 m Höhe nähern und hätten dann nochmals ebenso viele Höhenmeter zum Gipfel vor uns.
Hinweise
Wegen des 250 m langen, unbeleuchteten Tunnels ist Beleuchtung ratsam.
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Italien, Blatt Piemont/Aostatal
VerkehrsanbindungAutobahn Turin-Aosta A 5 (Aostatalautobahn), Ausfahrt Sarre/Aosta Ovest
Höchster Punkt
1960 m

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Rudolf Geser

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Region:
Italien
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