San-Bernardino-Passstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
30 km
445 m
1.00 h
Ganz tief im hintersten Rheintal, im so genannten Rheinwald, noch weiter westlich als der Splügenpass (Tour 45) führt der San-Bernardino-Pass über die Tessiner Berge hinüber zum Lago Maggiore ins Tessin. Die Schnellstraße, die ebenfalls diesen Weg wählt, verschwindet bald in einem 6,6 km langen Tunnel und mit ihr auch der meiste Verkehr, sodass wir diesen eher leichten Übergang einmal durchaus ungestört genießen können.Anfangs begleitet uns die Schnellstraße von Hinterrhein (km 0,0), Ausgangspunkt der nördlichen Passroute, noch ein kleines Stück taleinwärts. Unser Blick fällt dabei auf den von den Rheinwaldbergen herabziehenden Zapportgletscher, dann überqueren wir den Hinterrhein (km 1,5) und während es die Autofahrer nun mit der Einfahrt in den San-Bernardino-Tunnel einfacher haben, beginnt für uns der anstrengendere Teil. Allzu anstrengend wird es bei einer Steigung, die über 9 % nicht hinausgeht, aber nicht werden, dafür wird die Straße so eng, dass Lastkraftwagen oder Schweizer Militär Lkws, die uns hier vielleicht entgegenkommen könnten, in den Kehren rangieren müssen. 16 Stück davon zählt man bis zum Ende der ersten Kehrenstrecke nach 6,5 km.Nur kurz geht es etwas flacher zu den Almhütten von Dürrenbüel (km 7,0), dann steigt die Trasse über weitere Kehren wieder auf 9 % an. Wer sich über die rätselhafte Betonkonstruktion (km 8,0) neben den Straßen wundert, deren Bewachung auf einen militärischen Sinn hindeutet: Sie dient zivilen Zwecken, nämlich als Entlüftungsturm für die unter uns im Tunnel verlaufende Schnellstraße.Die Straße neigt sich zurück und zwischen von Gletschern abgeschliffenen rundhöckerigen Felsgebilden radelt man nun gemächlicher aufwärts, bevor dann die Trasse die letzten 500 m vor der Passhöhe (km 9,5) über Kehren nochmals auf 9 % ansteigt. Dort sollten wir die Stille und Einsamkeit am kleinen Bergsee Lagetto Moésola noch genießen, denn damit ist es bald vorbei. Nach sieben Kilometern Abfahrt treffen wir in dem Ferienort San Bernardino wieder auf den Verkehr aus dem San-Bernardino-Tunnel, und der begleitet uns leider durch das Val Mescolina, auch als Misox bezeichnet, talabwärts. Zum Glück für uns durcheilen die meisten Autotouristen das Tal auf der Schnellstraße, denooch weichen genügend auch auf die alte Landstraße aus. Verdenken kann man ihnen dies allerdings nicht wirklich, gilt das Misox doch nicht nur als das südlichste, sondern auch als das schönste Tal Graubündens.Neben dem Bergell, das wir vielleicht von der Fahrt über den Malojapass (Tour 44) her kennen und dem Puschlav, zu dem der Berninapass (Tour 57) hinüberzieht, ist das Misox eines der Graubündner Täler, das südlich des Alpenhauptkammes liegt und wo nicht wie im restlichen Graubünden, schweizerdeutsch oder rätoromanisch gesprochen wird, sondern italienisch. Eindeutig italienisch ist dementsprechend auch das Flair und die Bauweise der Ortschaften, auf die wie hier auf der Abfahrt nach Mesocco treffen.Besonders sehenswert ist dort die Kirche St. Maria al Castello aus dem 12. Jahrhundert am Fuße des Burghügels mit einer Kassettendecke und Malereien aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Wer anstelle von Sightseeing lieber ein Restaurant besucht, wird den italienischen Einschlag dagegen an der Speisekarte erkennen und vor allem erfreut über die vielen Nudelgerichte sein, die zum Auffüllen unserer Kohlehydratspeicher ja besonders gut geeignet sind.

Schwierigkeit:

Leichte Radtour mit 9 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung

Dauer:

1 - 1,75 / 2,25 - 3,25

Befahrbarkeit:

1. Mai bis 31. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour30 km
Höhenunterschied445 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNordseite – Ausgangspunkt: Hinterrhein, 1620 m, ca. 10 km westlich von Splügen im Hinterrheintal; Anfahrt: Autobahn Chur-Bellinzona A 13 (Rheintal-autobahn), Ausfahrt Hinterrhein Südseite – Ausgangspunkt: Mesocco, 791 m; Anfahrt: Autobahn Bellinzona-Chur A 13 (Rheintalautobahn), Ausfahrt Mesocco
Hinweise
Schwierigkeit: Leichte Radtour mit 9 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung, Dauer:1 - 1,75 / 2,25 - 3,25, Befahrbarkeit: 1. Mai bis 31. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
Höchster Punkt
2066 m

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