Saastal- mit Mattmark-Straße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
Visp im Rhônetal ist nicht nur Ausgangspunkt für eine Auffahrt durch das Mattertal nach Zermatt (Tour 76), sondern auch für das Saastal, welches sich in die Mischabelgruppe hineinzieht. Diese kann zwar nicht mit so einem berühmten Berg wie dem Matterhorn aufwarten, dafür aber mit dem höchsten, rein innerschweizerischen Gipfel, dem 4545 m hohen Dom. Da der Endpunkt der Straße beim Restaurant Mattmark am gleichnamigen Stausee gute 500 m höher als Zermatt liegt, ist die Auffahrt dann aber auch um eine Stufe höher und somit als schwer einzustufen.Von Visp (km 0,0) radeln wir wie in Tour 69 beschrieben nach Stalden (km 7,0), um uns an der Kreuzung am Ortsende (km 9,0) an die Beschilderung »Saas-Fee/Mattmark« zu halten. Das Tal bietet keine Aussicht und bis Eisten (km 13,0) nimmt die Steigung nicht über 5 % zu. Eine Reihe von Lawinengalerien und ein 100 m langer Tunnel werden durchfahren, wobei bis Niedergut (km 18,5) 8 %ige Anstiege mit flacheren Abschnitten abwechseln. Über Saas-Balen (km 19,5) bis Saas-Tamatten (km 21,5) steigt die Straße nur leicht an, bis mit dem anschließenden Saas-Grund (km 22,0) wieder ein größerer Ort erreicht wird.Wer will, kann von hier der 3,5 km langen Abzweigung mit 8 % Steigung hinauf ins 1790 m hohe Saas-Fee folgen, aber wer höher hinaus will, bleibt auf der Straße Richtung »Mattmark/Saas-Almagell«. Bis Saas-Almagell (km 26,5) kann man die herrliche Aussicht auf die Gletscher der Mischabelgruppe bei mäßiger Steigung noch genießen, dann nimmt die Steigung langsam auf 9 % zu.Nach Überquerung eines Baches (km 31,0) wird es richtig schwer, die Steigung nimmt auf 13 % zu und hält diese bis zum Endpunkt beim Restaurant Mattmark (km 34,5), unterhalb der Staumauer des Mattmarkstausees, unverändert bei. An schönen Tagen ist man dort oben von der weißen, glänzenden Pracht des vom 4027 Meter hohen Allalinhorn herabziehenden Allalingletschers fast geblendet. Über den vor uns liegenden Monto Moro liefen einst berüchtigte Schmugglerpfade. Vielleicht überlegt es sich der eine oder andere auf der Rückfahrt doch noch, nach Saas-Fee hochzuradeln. Das Panorama stolzer Viertausender, die sich im Halbrund um den Ort versammeln, zählt nämlich zu den grandiosesten Landschaftsbildern der Schweiz.Wer neben Radsportzeitschriften sich vielleicht noch andere Lektüre zu Gemüte führen möchte, dem sei an dieser Stelle der Roman des Walliser Autors Adolf Fux »Der Kilchherr von Saas« empfohlen. Kein Schreibfehler, so wurden früher die Pfarrer dieser Gegend genannt. Dem bekanntesten Kilchherrn, Johann Joseph Imseng, ist dieses Werk gewidmet, der Mitte des 19. Jahrhunderts als einer der Ersten hier erkannte, dass ein Ausweg aus Not und Armut nur über den Fremdenverkehr möglich ist. Er verwendete dabei all seine Energie auf dieses Ziel und musste nicht wenige Widerstände überwinden, die hier anschaulich beschrieben werden. Wie man am Ortsbild und den Menschen sieht, hat sich sein Einsatz gelohnt.

Schwierigkeit:

Schwere Radtour mit 13 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

1. Juni bis 31. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied1550 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktVisp, 650 m
Hinweise
Schwierigkeit: Schwere Radtour mit 13 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: 1. Juni bis 31. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
VerkehrsanbindungAutobahn Luzern-Bellinzona A 2 (Gott-hardautobahn), Ausfahrt Göschenen – Andermatt – Realp – Furkapass – Gletsch – Ulrichen – Münster – Brig – Visp
Informationen
Die Strecke ist vor allem im unteren Abschnitt bis Saas-Grund sehr stark befahren; ein früher Aufbruch ist deshalb empfehlenswert.
Höchster Punkt
2197 m

Buchtipp

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

zum Shop
Tags: 
Mehr zum Thema