Riedberg-Passstraße

Alpenpässe in Deutschland (Autor: Rudolf Geser)
29 km
670 m
2.00 h
Westseite.Wir beginnen in Hittisau (km 0,0) auf eher gemächlich bis 8 % ansteigender Straße, die an der Abzweigung nach Sibratsgfäll (km 3,5) vorbei sogar in eine leichte Abfahrt übergeht. Die Bolgenach (km 4,5) wird überquert und wir radeln in das Balderschwanger Tal ein. Kurze Aufschwünge bis 6 %, die sich mit flacheren Stücken und ebenen Abschnitten abwechseln, lassen uns rasch vorankommen. Eine Brücke (km 8,5) zeigt die Landesgrenze an und bis zum ehemaligen Zollamt Schönhalden (km 10,0) geht es abwärts. Auch über Balderschwang (km 12,0) hinaus gewinnt man kaum an Höhe, bis man den Talschluss (km 16,0) erreicht. Jetzt aber wird der Berggang gebraucht, denn fast treppenartig geht es nun über Aufschwünge zwischen 12 und 16 %, die teilweise bis 600 m Länge anhalten, zur Passhöhe (km 20,5).Ostseite.Will man die höchste Passstraße Deutschlands von Osten her bezwingen, wählt man die Ortschaft Fischen, im Illertal gelegen, als Ausgangspunkt. Der Beschilderung »Balderschwang/Riedbergpass« folgend quert man auf ebener Straße den breiten Talboden und genießt einen schönen Blick auf die Bergkulisse der Allgäuer Alpen. Rasch ist Obermaiselstein (km 2,0) erreicht, an dessen Ortsende uns ein 50 Meter langer, schwach beleuchteter Tunnel die Einfahrt ins Tal der Schönberger Ache etwas erschwert. Eine Schwierigkeit anderer Art wartet nach weiteren zwei Kilometern mit 8 % iger Steigung auf uns. Ein Schild mit der Aufschrift »16 %« (km 4,0) deutet es an, aber auch ohne diesen Hinweis wäre auf Grund des nunmehr geforderten Krafteinsatzes nicht an dieser Steigung zu zweifeln. Fast 700 Meter zieht sich das Steilstück in die Länge, um dann aber nur kurz nachzulassen, bevor es mit Steigungen zwischen 14 und 16 % weiter aufwärts geht. Eine kleine Brücke (km 6,0) bietet wieder ein kurzes Flachstück und im weiteren Verlauf werden kurze Anstiege bis 12 % von längeren flacheren Abschnitten abgelöst. Das Tal ist eng, Aussicht bietet sich keine, aber die könnte man auch kaum genießen, denn nochmals erfordert ein 500 Meter langes Steigungsstück mit 16 % volle Konzentration und Krafteinsatz. Hat man dieses überwunden, ist die Passhöhe noch etwa 1,5 km von uns entfernt und auch diese gestalten sich weiterhin beschwerlich. Steigungen bis 12 % gestatten kaum einmal ein Ausruhen, bevor sich die Trasse endlich zurücklegt und das Schild mit der Aufschrift »Riedbergpass« das Ende der Mühen verkündet.Der Stolz, die höchste Passstraße Deutschlands bezwungen zu haben, wird über die eher begrenzte Aussicht hier oben hinwegtrösten, aber weit im Osten kann man mit dem Nebelhorn schon alpinere Gipfel bewundern, während die nähere Umgebung vom zerklüfteten Bergkamm des Besler und den plateauartigen Gottesackerwänden beherrscht wird.Sehenswürdigkeiten: Fischen: Pfarrkirche St. Verena mit beachtenswerten Schnitzwerken; Frauenkapelle aus dem 16. Jahrhundert mit sehenswertem Hochaltar und Gemälde von Johann Caspar Sing.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung

Dauer:

1,5 - 2,25 / 1 - 1,75

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied670 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite – Ausgangspunkt: Hittisau, 790 m; Anfahrt: Autobahn Ulm-Kempten A 7, Ausfahrt Autobahndreieck Allgäu – Waltenhofen – Immenstadt – Bad Oberstaufen – Hittisau Ostseite – Ausgangspunkt: Fischen im Allgäu, 761 m, ca. 6 km südlich von Sonthofen; Anfahrt: Autobahn Kempten A 7, Ausfahrt Autobahndreieck Waltenhofen – Immenstadt – Sonthofen – Fischen
TourencharakterAllein der landschaftliche Rahmen mit den Allgäuer Alpen, durch welche uns die Fahrt über den Riedbergpass führt, wäre bereits eine Befahrung wert. Hinzu kommt aber noch, dass dieser mit seinen 1420 m Höhe als höchste Passstraße Deutschlands gilt, was einen zusätzlichen Anreiz darstellen sollte. Nur um Missverständnisse auszuschließen, die Roßfeld-Höhenringstraße in den Berchtesgadener Alpen (Tour 1) ist mit 1540 m zwar höher, allerdings keine Passstraße, da sie nämlich nicht zwei Täler über die Einsattlung eines Berges verbindet, sondern als reine Panoramastraße wieder zum gleichen Ausgangspunkt zurückführt. Beide Auffahrtseiten überwinden mit 659 Höhenmetern für die östliche Seite sowie 666 Höhenmetern für die Westseite fast exakt den gleichen Höhenunterschied. Allerdings ist die Westseite mit 20,5 km gegenüber 8,5 km von Osten erheblich länger und somit auch abwechslungsreicher.
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung, Dauer:1,5 - 2,25 / 1 - 1,75, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt 12, Bayern
Höchster Punkt
1420 m

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