Oberalp-Passstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
32 km
905 m
2.00 h
Der Oberalppass verbindet das Schweizerische Graubünden mit dem Wallis, wenn man den Weiterweg über den Furkapass (Tour 65) wählt, oder über den St.-Gotthard-Pass (Tour 64) mit dem Tessin. Er nutzt dabei den Wegverlauf durch das Vorderrheintal, ein schon seit frühester Zeit viel begangener Handelsweg, der bis in die heutige Zeit nichts von seiner Verkehrsbedeutung verloren hat. Dies hat für uns zur Folge, dass wir mit größerem Verkehrsaufkommen rechnen müssen. Da der Ausbauzustand seiner Verkehrsbedeutung leider nicht überall gerecht wird, wirkt sich die teilweise schmale Fahrbahn für uns Radler manchmal etwas störend aus.Abhalten lassen von einer Befahrung sollte man sich davon allerdings nicht und die Passstrecke hat durchaus auch positive Reize. So werden vor allem die Kunstinteressierten unter uns bereits in Disentis voll auf ihre Kosten kommen. Disentis gilt als geistiges und kulturelles Zentrum des Vorderrheintals, auf Rätoromanisch auch Surselva genannt, und verdankt dies vor allem dem schon um 750 gegründeten Kloster, das damit das älteste Benediktinerkloster der Schweiz ist. Unübersehbar ragen seine wuchtigen, weiß leuchtenden Mauern aus dem Ort und die beiden im Vorarlberger Barock gestalteten Kuppeltürme der Klosterkirche St. Baptist sind das Wahrzeichen der Talschaft. Sehenswert ist vor allem der Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert von Ivo Strigel, aus dessen Allgäuer Werkstatt noch eine ganze Reihe bekannter Altäre in Graubünden, aber auch im süddeutschen Raum und in Südtirol stammen. Die interessanten Sammlungen mittelalterlicher kirchlicher Kunstgegenstände und volkskundlicher Geräte im Kloster können hier nur nach einer schriftlichen Voranmeldung besichtigt werden.Wir verlassen Disentis (km 0,0) an der Abzweigung zum Lukmanierpass (Tour 63) vorbei auf anfangs breit ausgebauter Straße, wobei kürzere Steigungen bis 10 % immer wieder von längeren flacheren Abschnitten unterbrochen werden. Nach etwa fünf Kilometern Fahrtstrecke wird die Trasse merklich schmäler, fällt dafür aber bis kurz vor Sedrun (km 8,5) leicht ab. Wir sind im Tavetsch angelangt, wie die Landschaft des obersten Vorderrheintales auch genannt wird, und die Bergzüge über den Talwänden, mit dem Oberalpstock im Norden oder dem Piz Gannaratsch im Süden, übersteigen bereits die Dreitausendermarke.Unsere Straße hält sich noch im Talboden und steigt bis Rueràs (km 12,0) nur mäßig an. Langsam verengt sich das Tal und an den Hängen des Chrüzlistocks gewinnen wir über Steigungen zwischen 8 und 10 % bis Tschamut (km 16,5) etwas schneller an Höhe. In Fahrtrichtung erkennen wir an den Hängen der nördlichen Talseite den Straßenverlauf zur Passhöhe und die Galerien der Furka-Oberalpbahn. Wir erreichen eine Kehrenstrecke (km 18,0), über die wir uns bei nicht nachlassender Steigung von 10 % den Schienen der Bahnlinie nähern. Diese tangieren wir bei km 21,0 und haben dann noch einen guten Kilometer bis zur Passhöhe (km 22,0) vor uns. Besondere Reize vermag uns diese leider nicht zu bieten, sieht man vielleicht vom 2,5 km langen Oberalpsee, der die Talmulde hier oben fast vollständig ausfüllt, einmal ab.Am nördlichen Ufer des Sees entlang nimmt uns gleich eine 800 Meter lange Lawinengalerie in Empfang, die wir uns mit der Eisenbahnlinie teilen müssen. Im weiteren Verlauf ist die Trasse über die Westrampe hinunter nach Andermatt dann aber gut ausgebaut. Nur ein 200 Meter langer Kehrentunnel wirkt sich noch etwas störend aus, ansonsten kann man die neun Kehren mit einem gleichmäßigen Gefälle von 10 % ziemlich flüssig bewältigen. Unter uns erstreckt sich das breite, trogförmige Urserental, dessen Talboden wir mit dem kleinen Verkehrsknotenpunkt Andermatt (km 33,5) bald erreichen.Für die Weiterfahrt kann man nun zwischen dem Furkapass (Tour 65) und dem St.-Gotthard-Pass (Tour 64) wählen, aber es bietet sich noch eine dritte Möglichkeit an. Wer auf der Gotthardroute talauswärts etwa 11 km bis Wassen abwärts radelt, kann von dort den Sustenpass (Tour 67) über dessen Ostseite bezwingen.Sehenswürdigkeiten: Disentis/Mustér: Benediktinerabtei mit Barockkirche und Klostermuseum.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung

Dauer:

1,5 - 2,5 / 1,25 - 2

Befahrbarkeit:

15. Mai bis 15. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied905 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOstseite – Ausgangspunkt: Disentis/Mustér, 1143 m; Anfahrt: Autobahn Chur-Bellinzona A 13 (Rheintalautobahn), Ausfahrt Reichenau – Flims – Laax – Disentis/Mustér Westseite – Ausgangspunkt: Andermatt, 1447 m; Anfahrt: Autobahn Zürich-Bellinzona A 2 (Gotthardautobahn), Ausfahrt Göschenen – Andermatt
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung, Dauer:1,5 - 2,5 / 1,25 - 2, Befahrbarkeit:15. Mai bis 15. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
Informationen
Wegen des 200 m langen Kehrentunnels sowie der 800 m langen, unbeleuchteten Galerie auf der Westseite ist Beleuchtung ratsam.
Höchster Punkt
2045 m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema