Mendel-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
22 km
940 m
2.00 h
Es gibt sie, diese Pässe, zu denen man im Laufe der Jahre eine nähere Beziehung entwickelt. Pässe, die eine besondere Stimmung in einem aufkommen lassen und die man immer wieder gerne in seine Tourenplanung aufnimmt. Bei mir ist es der Mendelpass, der von Bozen oder Kaltern ausgehend über den Bergzug des Mendelkamms hinüber ins Nonstal zieht. Was genau es ist, dass ich diesen Pass lieber fahre als andere, ist nicht so ganz genau zu erklären, aber bestimmt hängt es ganz allgemein mit der reizvollen Landschaft Südtirols und dem milden Klima um den nahen Kalterer See zusammen, das zusammen eigentlich immer Urlaubsfreude oder -stimmung aufkommen lässt. Besonders im Frühjahr oder im Herbst, wenn im heimatlichen Bayern das Wetter noch nicht oder schon nicht mehr zu größeren Touren einlädt, kann man dort bei Sonnenschein und milden Temperaturen schon oder noch wunderschöne Radtouren unternehmen. Am schönsten finde ich eine Fahrt über den Mendelpass entweder im Frühjahr, im April zur Zeit der Apfelblüte, wenn die Apfelbäume im Tal ihre volle Blütenpracht entfalten, oder im Herbst zur Weinlese, wenn sich das Laub an den Bäumen des Mendelkammes schon rötlich und golden verfärbt. Eine kleine Einschränkung aber gibt es auch für den Mendelpass, zur Haupturlaubszeit, also im August oder Anfang September, sollte er vor allem an den Wochenenden gemieden werden, denn zum Urlauberverkehr kommen dann noch die einheimischen Ausflügler hinzu und so ist an diesen Tagen leider mit relativ starkem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Als Startorte bieten sich zwei Möglichkeiten an. Während die aus dem Raum Bozen kommenden Radler die in Eppan abzweigende neue und gut ausgebaute Auffahrtsstrecke bevorzugen werden, beginne ich die Tour lieber in Kaltern (km 0,0). Gleich zu Beginn steigt die Straße mit 10 % in den geschäftigen Ort, etwas oberhalb des Kalterer Sees gelegen, an. Bei nicht nachlassender Steigung radelt man teilweise auf holprigem Kopfsteinpflaster durch den engen Ortskern und wer nach dessen Durchfahrung auf ein Nachlassen der Steigung gehofft hat, wird enttäuscht. Diese hält sich weiterhin bei 10 % und strebt so der Ortschaft St. Nikolaus (km 5,0) zu, deren Kirche uns mit einem auffallend grünen Schindeldach erwartet. Kurz danach treffen wir auf die von Eppan heraufführende Straße und wer hier nochmals zurückblickt, erhascht mit dem Blick über die weit am Hang verstreuten Häuser von Kaltern, mit alten Ansitzen und Kirchen, die zwischen Weinbergen herausragen, und die glatte Fläche des Kalterer Sees, über dessen östlichem Ufer die Ruinen der Leuchtenburg aufragen, einen Eindruck des berühmten Überetscher Panoramas. Dann nimmt uns dichter, mit Eichen und Kastanien durchsetzter Laubwald auf und auch die erste Kehre erwartet uns. Über sechs Kehren geht es bei gleichmäßiger Steigung von 10 % nach oben. Ein Schild mit der Höhenangabe 1000 m zeigt an, dass noch gut 360 Höhenmeter vor uns liegen. Gleich darauf wird der Beginn eines Bandes (km 11,0) erreicht, wo die Straße unmittelbar in den Fels gesprengt wurde. Die Trasse verläuft hier zwar geradliniger, die Steigung geht aber kaum zurück, dafür hat man einen schönen Blick auf das Etschtal über dem sich die Spitzen bekannter Dolomitengipfel wie Schlern, Rosengarten und Latemar zeigen. Am Ende des Bandes (km 13,5) macht uns ein Schild auf den Beginn von neun Kehren aufmerksam, die uns nun wieder durch dichten Wald und in enger Folge bei weiterhin kaum unter 10 % fallender Steigung zur Passhöhe (km 16,0) bringen. Wem es bis hierher zu leicht war, dem kann geholfen werden. Etwa 300 Meter nach Überfahren der Passhöhe zweigt rechterhand das zwar schmale und mit zahlreichen Schlaglöchern versehene, aber durchgehend asphaltierte Stichsträßchen zum Monte Pénegal ab. Und dieses hat es in sich, wie man auch gleich an der mit 12 % ansetzenden Steigung bemerken wird. Nach etwa 1,5 km nimmt diese sogar auf 300 Meter Länge auf 18 % zu, geht kurz auf 10 % zurück, um dann nochmals auf einer Länge von fast 500 Meter auf 18 % anzusteigen. Bis zum Endpunkt beim Hotel Facchin nach 4 km Fahrt wechseln Steigungen bis 12 % mit flacheren Abschnitten ab. Die letzte Kraftprobe ist das Besteigen des schwankenden Aussichtsturms neben dem Hotel. Sehenswürdigkeiten: Kaltern: Weinmuseum; Aussichtsturm am Monte Pénegal.

Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 12 % Höchststeigung. Dauer: 2 - 2,5 / 1 - 1,5. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied940 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOstseite: Kaltern, 426 m, am Nordende des Kalterer Sees; Westseite: Fondo, 987 m
TourencharakterEs gibt sie, diese Pässe, zu denen man im Laufe der Jahre eine nähere Beziehung entwickelt. Pässe, die eine besondere Stimmung in einem aufkommen lassen und die man immer wieder gerne in seine Tourenplanung aufnimmt. Bei mir ist es der Mendelpass, der von Bozen oder Kaltern ausgehend über den Bergzug des Mendelkamms hinüber ins Nonstal zieht. Was genau es ist, dass ich diesen Pass lieber fahre als andere, ist nicht so ganz genau zu erklären, aber bestimmt hängt es ganz allgemein mit der reizvollen Landschaft Südtirols und dem milden Klima um den nahen Kalterer See zusammen, das zusammen eigentlich immer Urlaubsfreude oder -stimmung aufkommen lässt. Besonders im Frühjahr oder im Herbst, wenn im heimatlichen Bayern das Wetter noch nicht oder schon nicht mehr zu größeren Touren einlädt, kann man dort bei Sonnenschein und milden Temperaturen schon oder noch wunderschöne Radtouren unternehmen. Am schönsten finde ich eine Fahrt über den Mendelpass entweder im Frühjahr, im April zur Zeit der Apfelblüte, wenn die Apfelbäume im Tal ihre volle Blütenpracht entfalten, oder im Herbst zur Weinlese, wenn sich das Laub an den Bäumen des Mendelkammes schon rötlich und golden verfärbt. Eine kleine Einschränkung aber gibt es auch für den Mendelpass, zur Haupturlaubszeit, also im August oder Anfang September, sollte er vor allem an den Wochenenden gemieden werden, denn zum Urlauberverkehr kommen dann noch die einheimischen Ausflügler hinzu und so ist an diesen Tagen leider mit relativ starkem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/ Venetien
VerkehrsanbindungOstseite – Ausgangspunkt: Kaltern, 426 m am Nordende des Kalterer Sees; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bozen/Süd – Eppan – Kaltern oder Ausfahrt Egna/Ora – Tramin – Kaltern Westseite – Ausgangspunkt: Fondo, 987 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt San Michele a.A./Mezzocorona – Mezzolombardo – Dermulo – Fondo
Höchster Punkt
1363 m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema