Malta-Hochalmstraße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
29 km
1190 m
3.00 h
Neben der Nockalm-Höhenstraße (Tour 7) und der Turracher Höhenstraße (Tour 6) bietet uns die Region um den Millstätter See noch eine dritte Möglichkeit, unserer Bergleidenschaft auf dem Fahrrad zu frönen. Es ist die außerhalb der Grenzen Kärntens nicht allzu bekannte Malta-Hochalmstraße, die von Gmünd, nördlich des Millstätter Sees gelegen, in die Bergwelt der Ankogelgruppe hinaufführt. Sie bietet auch deshalb eine reizvolle Alternative zu den beiden vorangegangenen Touren, da sie landschaftlich völlig von diesen verschieden ist, führt sie doch im Gegensatz zu den eher begrünten Kuppen der Nockberge mitten hinein in vergletscherte Hochgebirgsregionen. Mit ihren knapp 1200 Höhenmetern auf 28,5 Kilometern Streckenlänge ist sie zudem sogar leichter als die Nockalm-Höhenstraße und die 23 % Steigung auf der Südseite der Turracher Höhenstraße sind sowieso nicht jedermanns Sache. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings, mehrere Tunnels, teilweise sogar nur im Einbahnverkehr zu befahren, sind nicht unbedingt das, was man sich wünscht, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist. Trotzdem, mit batteriebetriebener Beleuchtung am Rad kann man die Sache angehen.Rothenburg von Kärnten wird unser Ausgangspunkt Gmünd (km 0,0), im Liesertal gelegen, seines mittelalterlichen Stadtbildes wegen auch genannt. Die Stadtmauern haben schon den einfallenden Türken getrotzt, während die im Porsche-Museum des Sammlers Helmut Pfeifhofer ausgestellten Oldtimer jüngeren Datums sind.Nach einer ausgiebigen Besichtigung verlassen wir das Städtchen in nordwestlicher Richtung, dem Tal der Malta folgend. Im breiten Talboden bleibt genügend Zeit, sich einzurollen, denn auf den ersten Kilometern über Malta (km 5,5) und Koschach (km 10,5) rollt es, von einigen leichten Anstiegen und Abfahrten abgesehen, meist eben dahin. Die gewaltige Kaskade des Fallbaches, der bei Koschach über mächtige Felswände tosend in die Malta hinabstürzt, gibt uns einen ersten Vorgeschmack auf die ursprüngliche Landschaft, die uns erwartet.Dass wir uns den Genuss der Landschaft allerdings hart erarbeiten müssen, wird uns nach der Mautstelle Falleralm (km 14,5) klar, wo die Trasse gleich einmal auf 13 % ansteigt. Auf 1,5 km Länge wird diese Steigung beibehalten, bevor uns lange, fast ebene Abschnitte, die mit kurzen Steigungsabschnitten bis 10 % abwechseln, deutlich entspannter vorankommen lassen. Bald ist das Restaurant Gmünder Brücke (km 19,5) erreicht und damit aber neben einem 11 %igen Anstieg auch ein 527 Meter langer, unbeleuchteter Felstunnel. Die folgende Kehrenstrecke mit wieder bis auf 13 % zunehmender Steigung kann dann nur im Einbahnverkehr befahren werden, der durch eine Ampelschaltung geregelt wird. Diese vielleicht verkehrswidrig nicht zu beachten, empfiehlt sich nicht, denn auf den nächsten 1,5 km warten leider drei unbeleuchtete Tunnels, der längste immerhin 300 Meter lang, die bei Gegenverkehr noch unangenehmer als ohnehin schon zu befahren sind.Die Tunnelstrecke mündet in ein kleines Hochtal (km 23,5), durch welches man auf fast ebener Trasse zum Gasthof Almrausch (km 24,5) radelt. Wie man sieht, herrscht also auf dieser Strecke weder ein Mangel an Tunnels noch an Einkehrmöglichkeiten. Hinter dem Gasthof nimmt die Steigung, von einem flacheren Abschnitt unterbrochen, wieder auf 10 % zu, dann drängen sich Felswände bedrohlich und dicht an die Straße. Diese wird sofort von einer kurzen Lawinengalerie geschützt, die allerdings von einem wesentlich unangenehmeren 348 m langen, unbeleuchteten Tunnel (km 26,5) gefolgt wird. Hat man diesen überwunden, wartet wieder ein 13 %-Steigungsstück auf uns, welches über zwei weit auseinander gezogene Kehren zu bezwingen ist, nach denen wir plötzlich wieder vor einer Ampel (km 27,5) stehen. Diese regelt die Einfahrt in den 345 Meter langen Gipfeltunnel, dem nun wirklich letzten Hindernis der Auffahrt. Die folgenden Steigungsabschnitte bis 10 % auf den letzten Kilometern bis zum Sporthotel Malta sind dann rasch überwunden. Im Bergrestaurant am Rande der Kölbreinsperre, der größten Talsperre Österreichs, beendet man die Tour dann mit Blick auf den tiefblauen Kölbreinsee, in dem sich die Gletscher der Ankogelgruppe spiegeln.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 13 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

1. Juni bis 31. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktGmünd, 730 m, ca. 10 km nördlich von Spittal an der Drau
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 13 % Höchststeigung, Befahrbarkeit:1. Juni bis 31. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag Blatt Österreich
VerkehrsanbindungAutobahn Salzburg-Villach A 10 (Tauernautobahn), Ausfahrt Gmünd/Maltatal
Informationen
Wegen der Tunnels ist Beleuchtung notwendig
Höchster Punkt
1920 m

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