Livigno-, Foscagno- und Eira-Pässe-Straße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
54 km
720 m
3.00 h
Den Namen des Livignopasses, meist unter seiner italienischen Bezeichnung Forcola di Livigno genannt, kennt man sicherlich aus den Meldungen über die Wintersperren von Passstraßen im Radio oder Fernsehen. Er führt von der Südseite des Berninapasses (Tour 57) hinüber in die italienische Zollfreizone von Livigno und von dort über den Eira- und Foscagnopass ins italienische Valdidentro nach Bórmio, wo man gleich eine Fahrt auf das Stilfser Joch (Tour 40) oder den Gáviapass (Tour 41) anschließen könnte.Nach ziemlich genau 3,5 km Abfahrt von der Bernina-Passhöhe über deren Südseite darf man links die Abzweigung nach Livigno (km 0,0) nicht übersehen. Wir überqueren das Schweizerische Zollamt La Motta, die Straße hält sich noch etwas eben und über mehrere Kehren mit Steigungen bis 12 % ist die Passhöhe des Forcola di Livigno (km 4,0), die auch die Wasserscheide zwischen der Adda und dem Inn bildet, schon erreicht. Noch ein Blick zurück auf die südlichen Ausläufer der Berninagruppe, dann beginnt eine lange Abfahrt, die erst im Talboden der Spöl in der Zollfreizone von Livigno endet. Wir können uns hier mit günstigen Süßwaren und Spirituosen eindecken und wer ein Begleitauto dabeihat, wird über die niedrigen Benzinpreise jubeln.In der Ortsmitte (km 18,5) folgen wir der Beschilderung »Bórmio« und verlassen die Ortschaft über Kehren mit Steigungen bis 12 %. Nach einem kleinen Nadelwaldstück geht die Steigung zurück und endet bald auf der Eira-Passhöhe (km 25,0), die zumindest im Berichtsjahr nicht beschildert war. Nun beginnt an einem graslosen Baumhang, an dem sich die Häuser von Trepalle verstreut haben, eine 2,5 km lange Abfahrt hinunter ins Foscagnotal (km 27,5), dessen Talboden für uns den Beginn der Auffahrt zum Foscagnopass darstellt. Diese ist recht einfach zu beschreiben, mit 10 % beginnt die Straße an den Hängen der rechten Talseite anzusteigen, um sich erst nach vier Kilometern bei der italienischen Grenzstation auf der Passhöhe (km 31,5) wieder zurückzulegen. Nun sind alle Hürden genommen, auf der langen Abfahrt hinunter ins dicht besiedelte Valdidentro stellen sich keine Hindernisse mehr in den Weg. Unsere Straße mündet etwas oberhalb von Bórmio bei der »Tornante 3« (km 50,0) an der Südseite des Stilfser Jochs ein.Auch wer von hier vielleicht gleich über die Südwestseite durch das wildromantische Brauliotal zum Stilfser Joch (Tour 40) weiter will, der kurze Abstecher hinunter ins etwa 70 Höhenmeter tiefer gelegene Bórmio ist in jedem Fall zu empfehlen. Mit seiner an die 2000-jährigen Geschichte hat es sich seit etwa 100 Jahren zu einem der bekanntesten Touristenzentren der Region Lombardei entwickelt. Herzstück der ca. 4100 Einwohner zählenden Ortschaft ist die Altstadt mit der Via Roma, mit zahlreichen Geschäften und sehenswerten Fresken an den Häuserwänden. An Sehenswürdigkeiten sind der Torre delle Ore, der Palazzo dei Simoni und der Torre degli Alberti sowie die Kirche San Vitale, die sich um die lebhafte Piazza del Kuerc scharen, aufzuzählen. Für uns Radler ist aber noch etwas anderes interessant. Wer von der typischen Rennradhaltung vielleicht Rückenverspannungen oder sonstige muskuläre Probleme hat, kann in den Thermalbädern des Ortes, deren Wasser mit einer Temperatur zwischen 35 und 41°Celsius direkt aus dem Fels entspringt, gut entspannen.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

Livignopass, 15. Juni bis 6. November oder 10. Mai bis 15. Dezember. Foscagno- und Eira-Passstraße ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour54 km
Höhenunterschied720 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAbzweigung Livigno, 2054 m, ca. 2,5 km unterhalb der Passhöhe auf der Westseite des Berninapasses
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: Livignopass, 15. Juni bis 6. November oder 10. Mai bis 15. Dezember. Foscagno- und Eira-Passstraße ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
VerkehrsanbindungAm günstigsten über die Nordseite des Berninapasses (Tour 57)
Informationen
Vor allem an Wochenenden ist die Strecke wegen des Einkaufsverkehrs in die Zollfreizone von Livigno sehr stark befahren.
Höchster Punkt
2315 m

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