Kühtai-Sattel-Straße

Alpenpässe in Österreich (Autor: Rudolf Geser)
42 km
1200 m
2.00 h
Die Straße über den Kühtai-Sattel verbindet in landschaftlich schöner Weise das Ötztal mit der Landeshauptstadt Innsbruck durch die nördlichen Stubaier Alpen. Kühtai war früher ein Jagdsitz der Tiroler Landesfürsten und ein bevorzugtes Jagdgebiet Kaiser Maximilians und auch heute noch finden Jagden in dieser Hochgebirgslandschaft statt. Allerdings nicht mit dem Gewehr, sondern mit dem Fahrrad, und zwar von den Teilnehmern des alljährlich stattfindenden Ötztaler Radmarathons, die dabei nicht nur über diesen Übergang jagen, sondern auch gleich noch das Timmelsjoch (Tour 13 und 36), den Jaufenpass (Tour 35) und den Brennerpass unter die Räder nehmen. 5500 Höhenmeter werden dabei auf 238 km Länge bewältigt und nicht zu Unrecht gilt der Ötztaler Radmarathon als eine der schwierigsten Veranstaltungen dieser Art.Nicht ganz so schwer wird es, wenn wir uns mit dem Kühtai-Sattel begnügen, der, wenn wir die Auffahrt über die Westseite von Oetz im Ötztal wählen, immerhin noch 1200 Höhenmeter auf 18,5 km Länge aufweisen kann. Die Höchststeigung von 16 % wird dabei auf einem Kilometer Länge beibehalten und ein etwa ein Kilometer langer Abschnitt mit 14 % Steigung am Beginn der Tour und mehrere kürzere Steigungsabschnitte bis 12 % gestalten die Auffahrt schon recht alpin. Doch nun etwas genauer:In Oetz (km 0,0), nahe am Eingang des Ötztales gelegen, folgen wir der Beschilderung »Sellrain/Kühtai« und auf dem ersten Kilometer steigt die Trasse auch gleich auf 14 % an. Bis Ötzerau (km 3,5) hält sie sich bei recht gleichmäßigen 10 bis 12 %, dann fährt man über eine alte Holzbrücke ins Nedertal ein. Über eine Kehrengruppe geht es bei kaum einmal nachlassender Steigung nach Ochsengarten (km 10,0), wo die Steigung zwar weniger wird, aber nur um sich kurz darauf auf einer Länge von 1 km bis auf 16 % aufzusteilen. So idyllisch das Hochtal, in das uns die Straße nun führt, mit seinen Zirben und Fichten auch ist, es bleibt mit Steigungen bis 12 % schwer, auch wenn diese vorbei am Stausee Längental glücklicherweise immer wieder von flacheren Abschnitten unterbrochen werden. Nach der Dortmunder Hütte (km 17,5) noch ein letzter Aufschwung mit 12 %, dann ist der Sattel (km 18,5) erreicht.Dieser bildet eine eher öde Hochgebirgsregion von eigenartigem Reiz, über die sich eine Vielzahl von Hotelbauten verstreut. Wir machen uns an die Abfahrt, deren anfangs mäßiges Gefälle noch leichtes Mittreten vertragen kann. Die Straße gestattet einen Blick nach Süden zum Gaißkogel, nördlicher Ausläufer der Stubaier Alpen, aber immerhin noch 2820 Meter hoch.Wir sind im kleinen Ort Haggen auf 1646 Metern angekommen und überwinden eine kleine Talstufe über die einzige Kehre auf dieser Passseite ins gut 100 Höhenmeter tiefer gelegene St. Sigmund (km 25,0). Es folgt der landschaftlich schönste Streckenabschnitt am Zirmbach entlang, der noch glasklares Gebirgswasser aufweisen kann. Ablenken lassen sollte man sich allerdings nicht, denn eine Gefällstrecke von 16 % auf 500 Meter Länge erfordert bis Gries am Sellrain (km 29,5) volle Aufmerksamkeit.Hier mündet das Lüsenstal ein, das einen schönen Blick nach Süden hinein in die Stubaier Alpen zum Lüsenser-Ferner-Kogel ermöglicht, der mit stolzen 3299 Metern Höhe schon eine leichte Vergletscherung aufweisen kann. Am Melachbach entlang rollt es weiter abwärts, aber bald wird die Strecke so flach, dass man ordentliche Geschwindigkeiten nur mehr durch Mittreten erzielen kann. In Kematen liegen dann 42,0 km hinter uns und man kann sich überlegen, wie man zum Ausgangspunkt Oetz zurückkehrt. Entweder über die gleiche Strecke oder vielleicht doch so wie die Teilnehmer des eingangs erwähnten Ötztaler Radmarathons, nämlich weiter nach Innsbruck, von dort über den Brenner hinunter nach Sterzing, von dort über den Jaufenpass nach St. Leonhard im Passeiertal und über das jetzt wieder für Radfahrer freigegebene Timmelsjoch zurück nach Oetz. Wer glaubt, dazu nicht mehr genug Zeit zu haben, die schnellsten Teilnehmer schafften diese Strecke in weniger als 8 Stunden.Wenn Sie ernsthaft vorhaben, sich mit diesem Vorschlag zu befassen, hier die Anschrift des Veranstalters:Organisations-Komitee Ötztaler RadmarathonPostfach 90A-6450 SöldenTel. 0043/(0) 5254/510219,Fax 0043/(0) 5254/510520,E-Mail: radmarathon@soelden.comE-Mail: heike.klotz@soelden.comwww.oetztaler-radmarathon.com

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung / Schwere Radtour mit 16 % Höchststeigung

Dauer:

2 - 3 / 2,25 - 3,25

Befahrbarkeit:

Ganzjährig befahrbar

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour42 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite – Ausgangspunkt: Oetz, 820 m; Anfahrt: Autobahn Innsbruck – Landeck A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Ötztal – Oetz Ostseite – Ausgangspunkt: Kematen, 600 m; Anfahrt: Autobahn Innsbruck – Landeck A 12 (Inntalautobahn), Ausfahrt Zirl/West – Kematen
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung / Schwere Radtour mit 16 % Höchststeigung, Dauer:2 - 3 / 2,25 - 3,25, Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Österreich
Höchster Punkt
2020 m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema