Kiental- mit Griesalpstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
Auch die Schweiz kann mit einer Bergstraße aufwarten, deren Steigung selbst gut trainierte Radsportler an ihre Grenzen bringt. Sie liegt im Kanton Bern und nimmt ihren Ausgangspunkt in Reichenbach, etwa fünf Kilometer südlich von Spiez am Thuner See gelegen. Von dort zieht sie durch das Kiental und den Gornerengrund mit Steigungen bis 28 % hinauf zum Berghaus Griesalp, einem gut geführten Berghotel unterhalb der Nordwesthänge des Gespaltenhorns in den Berner Alpen.

Ein wichtiger Hinweis allerdings noch, im steilsten Abschnitt im obersten Teilbereich ist die Strecke nicht asphaltiert, sondern Erdstraße. Diese kann allerdings auch mit schmalen Rennradreifen befahren werden. Große Geschwindigkeiten sind zumindest bergauf ja nicht zu erwarten. Und wer das Steigungsstück vielleicht nicht schafft, kann dies dann durchaus auf den unzweckmäßigen Belag schieben.

Von großen Steigungen ist am Beginn der Tour in Reichenbach (km 0,0), wo man beim Gasthof Bären der Beschilderung »Kiental/Scharnachtal« folgt, noch nichts zu spüren. Die drei Kehren über einen Wiesenhang hinauf nach Scharnachtal (km 1,0) stellen niemanden vor Probleme und auch im weiteren Verlauf bis Kiental (km 5,5) wechseln Anstiege bis 8 % mit längeren flacheren Abschnitten ab. Wir folgen der Beschilderung »Gorneren/ Griesalp«, dann fällt die Straße in einen kleinen Talboden (km 7,5) ab, um aus diesem mit einem etwa 1 km langen Anstieg bis 12 % wieder herauszuführen. Bis zur Mautstelle beim Gasthof Alpenruh (km 10,0) wechseln sich Anstiege bis 10 % mit längeren flacheren Abschnitten ab, dann öffnet sich vor uns das lang gestreckte Hochtal des Gornerengrundes, durch welches die Trasse am gleichnamigen Bach entlang bis zur Alm von Tschingel (km 12,0) fast eben verläuft.

Damit ist es nun vorbei, um einen Felsblock herum geht der Asphalt unvermittelt in Erdbelag über, der wie eine Rampe ansteigt. Bei 24 % liegt die Steigung des auch mit schmalen Rennradreifen zu befahrenden Erdsträßchens, das in engen, teils asphaltierten Kehren einen von Fels durchzogenen Steilhang überwindet. Etwa 1,5 km kämpft man sich so nach oben, bevor auf den letzten 100 m vor einer kleinen Kreuzung (km 13,5) sogar nochmals ein deutlicher Anstieg auf 28 % zu verzeichnen ist. Noch 500 m bei nachlassender Steigung, dann kann man sich beim Chalet Hochschild oder dem Berghaus Griesalp (km 14,0) wieder erholen.

Auffallend ist hier oben das Fehlen jeglicher Strompfeiler und Skiliftmasten. Das Gebiet um die Griesalp ist nämlich nicht an das Stromnetz angeschlossen, so dass man hier noch wirklich unverfälschte Natur genießen kann. Zudem gilt die Gegend mit ihren teils jahrhundertealten Ahornbäumen als besonders kraftspendender Ort, der aus diesem Grund ebenfalls viele Besucher anzieht. Die wenigsten dürften aber wie wir mit dem Fahrrad heraufkommen, sondern sie die Postbusse benutzen, die sich ebenfalls über die Steigung heraufquälen. Ganz nebenbei stellen sie dabei einen Europarekord auf, denn die Strecke gilt als steilste Busstrecke Europas.

Schwierigkeit:

Sehr schwere Radtour mit 28 % Höchststeigung

Befahrbarkeit:

Die Auffahrt ist in der Regel ab Ende Mai schneefrei; offiziell ist die Strecke von Ostern bis 31. Oktober geöffnet.
 

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied740 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktReichenbach, 707 m, ca. 5 km südlich von Spiez am Thuner See
Hinweise
Schwierigkeit: Sehr schwere Radtour mit 28 % Höchststeigung, Befahrbarkeit: Die Auffahrt ist in der Regel ab Ende Mai schneefrei; offiziell ist die Strecke von Ostern bis 31. Oktober geöffnet.
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
VerkehrsanbindungAutobahn Luzern-Bern A 8, Ausfahrt Spiez – Reichenbach
Höchster Punkt
1407 m

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Rudolf Geser

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