Karer-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
Von Bozen kommend ist der Karerpass der bequemste Einstieg in die Hochgebirgswelt der Dolomiten. Allerdings gilt das Attribut »bequem« nur dann, wenn man mit einem Kraftfahrzeug unterwegs ist. Mit dem Rad ist es eher beschwerlich, sind auf knapp 25 Streckenkilometern, doch fast 1500 Höhenmeter über Steigungen bis 16 % zu überwinden. Die kleine Ortschaft Kardaun (km 0,0), etwas östlich von Bozen im Eisacktal gelegen, ist unser Ausgangspunkt, wo die Straße auch gleich mit 16 % ins enge Eggental hineinführt. Rötlicher Porphyrfels drängt sich dicht zusammen, lässt kaum Platz für die Straße, die hier oberhalb des wild schäumenden Eggenbaches in den Fels gesprengt werden musste. Erst nach 1,5 km legt sich die Steigung zurück und über Anstiege bis 10 %, von längeren flacheren Abschnitten unterbrochen, erreichen wir Birchabruck (km 10,5). Die drückende Enge des Tales liegt zwar hinter uns, aber bis Welschnofen (km 13,5) sind bei Steigungen zwischen 8 und 10 % noch mehrere unbeleuchtete Tunnels und Galerien zu überwinden. Hier sollen der Sage nach einst die Dirlinger gewohnt haben, die oft mit den vom Latemar heruntergekommenen Riesen gekämpft haben sollen. Wir werden hier weder auf die Dirlinger noch auf die Riesen treffen, dafür wieder auf eine bis 12 % zunehmende Steigung, die uns zum Karersee (km 20,5) bringt. Es ist zweifellos einer der schönsten Dolomitenseen, in dessen bläulichem Wasser sich die Türme und Zacken des Latemarmassivs spiegeln. Über weitere Kehren mit Steigungen bis 12 % windet sich die Straße nach oben, dann lässt die Steigung auf 10 % nach und wir erreichen beim gewaltigen Steinbau des Castell Latemar (km 23,5), die Einmündung der Niger-Passstraße (Tour 30). Prächtig weiten sich vor uns die mächtigen Gebirgsstöcke des Rosengartens zur Linken und des Latemars zur Rechten aus, zu deren Einsattelung sich die Straße noch einen Kilometer lang hochzieht. Die Passhöhe (km 24,5) bildet die deutsch-italienische Sprachgrenze, was für uns bedeutet, dass im nicht einmal 400 m tiefer gelegenen San Giovanni im Fassatal, welches wir über eine windungsreiche, 10 km lange Abfahrt mit Gefälle bis 10 % erreichen, italienisch gesprochen wird. Wer dort die Passauffahrt sucht, wird mit der Bezeichnung Karerpass also nicht weiterkommen. Hier im italienischsprachigen Teil der Dolomiten ist er nur mit Passo di Costalunga ausgeschildert. Wer noch weitere Pässe anhängen will, dem empfiehlt sich Canazei als Ausgangspunkt für den Fédaiapass (Tour (32), für das Pordoi Joch (Tour 27) oder das Sella Joch (Tour 28): Vom Fassatal aufwärts liegt es nur knapp 16 km und 170 Höhenmeter entfernt.

Schwierigkeit: Schwere Radtour mit 18 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung. Dauer: 2,75 - 4 / 1 - 1,5. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour35 km
Höhenunterschied1465 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite: Kardaun, 290 m; Ostseite: San Giovanni im Fassatal, 1323 m
TourencharakterVon Bozen kommend ist der Karerpass der bequemste Einstieg in die Hochgebirgswelt der Dolomiten. Allerdings gilt das Attribut »bequem« nur dann, wenn man mit einem Kraftfahrzeug unterwegs ist. Mit dem Rad ist es eher beschwerlich, sind auf knapp 25 Streckenkilometern, doch fast 1500 Höhenmeter über Steigungen bis 16 % zu überwinden.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag Blatt Südtirol/ Venetien
VerkehrsanbindungWestseite – Ausgangspunkt: Kardaun, 290 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bozen/Nord Ostseite – Ausgangspunkt: San Giovanni im Fassatal, 1323 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Egna/ Ora – Auer – Cavalese – Predazzo – Moena – San Giovanni
Höchster Punkt
1752 m

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