Hügelritt durchs Auenland

Von Deisenhofen über Egling, Puppling, Ascholding, Holzhausen und zurück (Autor: Björn Eichelbaum)
55 km
450 m
3.00 h
Wenn es im Sommer richtig heiß ist und man die Form gebenden, mit Intervallen gespickten GA2-Einheiten vor sich hat, sind Abwechslung und Abkühlung gefragt. Die folgende Tour bietet kühle, längere Anstiege durch den Wald und hügeliges Terrain für ständigen Wechsel zwischen Be- und Entlastung. Der Form entgegen: Es ist endlich wärmer geworden und die endlosen GA1-Kilometer des Frühjahrs liegen hinter Ihnen. Mit ansteigender Form und hoffentlich fallendem Gewicht wird es nun auch Zeit, gezielt kürzere, intensivere Einheiten in den Trainingsplan einzu?echten und der Form mit GA2-, EB- und SB-Intervallen den richtigen Schliff zu geben. Dafür benötigen Sie eine Streckenführung, die belastende Intervalle, lockeres Rollen und zügiges Fahren im mittleren Tempobereich ohne größere Unterbrechungen durch Kreuzungen oder Ampeln ermöglicht. Ideal, wenn die Landschaft zudem noch Ablenkung zwischen den Intervallen bietet. Und all das ?nden Sie auf den folgenden 55 Kilometern. Da die Strecke, je nach Tempogestaltung, durchaus anspruchsvoll ist, sollten Sie lieber einen Riegel oder eine Banane extra einstecken. Zwei Flaschen reichen auch im Sommer aus, da es unterwegs zwei Möglichkeiten gibt, Trinkwasser nachzufüllen. Ersatzschlauch und Luftpumpe sollten Sie ebenfalls in die Trikottasche packen, da es zwei Passagen mit schlechterem Belag gibt und es an manchen Abschnitten, je nach Uhrzeit und Wochentag, recht einsam werden kann.Derart vorbereitet starten Sie am S-Bahnhof Deisenhofen und folgen der S-Bahn-Strecke auf der Sauerlacher Straße stadtauswärts, bis Sie rechts auf den gut ausgebauten Radweg, der parallel zur Tölzer Straße verläuft, einbiegen. Nach etwa drei Kilometern geht es rechts nach Kreuzpullach ab. Am Ortsausgang fahren Sie kurz steil bergab und wieder bergauf, ein nettes, kleines Mini-Intervall zum Wachwerden. Bei Ödenpullach kommen Sie aus dem dunklen Loch im Tal herausgefahren und weiter geht es, stetig ansteigend, durch ein kurzes, kühlendes Waldstück Richtung Großdingharting. In Großdingharting halten Sie sich links und fahren weiter nach Kleindingharting und rollen dort über die Ludwigshöhe hinab nach Deining den Alpen entgegen. Die Ludwigshöhe ist ein beliebter Treffpunkt für Rennradler, wenn Sie also Anschluss an eine Gruppe suchen, bleiben Sie Samstagnachmittag einfach für ein paar Minuten stehen und warten Sie, wer so alles vorbeikommt. Hier bleiben Sie nicht lange allein. Abwärts: Durch Deining hindurch geht es geradeaus weiter nach Egertshausen, dort am Ortsausgang dann ein steileres Stück hinab bis zur Kreuzung bei Neufahrn, wo Sie rechts abbiegen. Nach einigen Hundert Metern beginnt ein Radweg, den Sie ohne Weiteres bis zum Ende am Aujäger in Puppling benutzen können. Auf diesem Stück geht es die ganze Zeit bergab, bis zum tiefsten Punkt der Strecke, den Sie nach knapp 20 Kilometern an der Kreuzung Richtung Ascholding erreicht haben. Eine Banane oder ein Riegel als Stärkung für den stetig ansteigenden Hauptteil der Tour kann jetzt auf keinen Fall schaden. Besonders im Sommer, wenn es heiß ist, hat man nicht immer Lust, etwas zu essen, oder das Hungergefühl geht unter dem Durst einfach unter und vom Trinken hat man sowieso schon den Magen voll. Vorsicht: Der gefürchtete Hungerast droht!Das Teilstück von Puppling bis nach Ascholding ist nicht ohne Grund Landschaftsschutzgebiet. Eine bunt gemischte Vegetation, locker von Kiefern durchsetzt, erinnert an heißen Sommertagen an mediterrane Landschaften. Getrübt wird die Idylle nur durch den teilweise erbärmlichen Straßenbelag und zwei Parkplatzausfahrten. Besonders bei der abfallenden Passage nach Ascholding ist der Asphalt auf der rechten Seite sehr löchrig und man kann bei Gegenverkehr kaum ausweichen. In Ascholding folgen Sie der Straße durch den Ort bis zur Kreuzung, wo Sie einfach immer weiter geradeaus fahren.Aufwärts und heimwärts: Jetzt geht es, von kühlenden Bäumen umgeben, den Anstieg nach Emmerkofen hinauf. Hier bietet sich ein KA-Block bei Trittfrequenzen bis maximal 60 an oder Sie reißen den Anstieg in hoher Trittfrequenz im Stehen als Bergsprint ab. Oben angekommen, fahren Sie weiter nach Föggenbeuren. Keine Sorge, bis dorthin geht es bergab und Sie können sich ein wenig vom Anstieg erholen. Aus Föggenbeuren heraus geht es dann links ab nach Linden, dort durch den Ort weiter über abfallendes Gelände weiter über Fraßhausen bis nach Endlhausen. Kurz vor dem Ortsausgang von Endlhausen biegen Sie links nach Eulenschwang ab, dort rechts nach Holzhausen und in einer steilen Abfahrt geht es direkt zum Deininger Weiher. Hier ist Vorsicht geboten, da man mit richtig Tempo direkt auf die Parkplatzausfahrt zurauscht.Am Deininger Weiher lohnt sich eine Einkehr beim Gasthof am See immer, allein schon wegen der Aussicht, die das Gewässer bei Sonnenuntergang bietet. Weiter geht es dann der Straße entlang aus dem Kessel heraus Richtung Großdingharting und von dort aus auf der gleichen Strecke zurück, das heißt: von Groß-dingharting über Ödenpullach/Kreuzpullach und den parallel zur Hauptsraße verlaufenden Fahrradweg nach Deisenhofen, wo es nur wenige Hundert Meter bis zur bewährten Einkehr Kugler Alm sind.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour55 km
Höhenunterschied450 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Deisenhofen
EndpunktKugler Alm/S-Bahnhof Deisenhofen
TourencharakterAbwechslungsreiche GA2-Intervallrunde für den Sommer mit einigen längeren Anstiegen. Es geht über welliges Terrain ständig auf und ab, drei längere Anstiege eignen sich gut für Bergintervalle oder KA-Ein-heiten. Auf dieser Strecke fährt man beide Blätter und jedes Ritzel mindestens einmal.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogra?sche Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:50000
VerkehrsanbindungS5 Deisenhofen
GastronomieGasthaus Aujäger, Austraße 4, 82544 Puppling, Tel. 08171-78556, E-Mail: dosch@aujaeger-puppling.de, www.aujaeger-puppling.de
Tipps
Hungerast: Die meisten ambitionierten Radfahrer hatten schon einen, er entschied schon mehr als einmal die Tour und ist auch nicht ganz ungefährlich – die Rede ist vom Hungerast. Unter diesem Phänomen versteht man das schnelle Absinken des Blutzuckerspiegels während einer Ausdauerbelastung – meistens bei Radfahrern. Neben dem aeroben Kohlenhydratstoffwechsel bricht auch der Fettstoffwechsel zusammen, sobald der Blutzuckerspiegel eine bestimmte Schwelle unterschreitet. Die Folgen reichen, je nachdem, wie stark der Abfall ausgeprägt ist, von leichten Kälteschauern und einem Gefühl allgemeiner Kraftlosigkeit und Müdigkeit bis hin zu Schweißausbrüchen, Schüttelfrost, Schwindel und sogar Halluzinationen und Ohnmacht. Auf jeden Fall gehen Tempo und Leistungsbereitschaft in den Keller.Ein Hungerast tritt jedoch nicht plötzlich auf, sondern erst nach etwa ein, zwei Stunden ohne Verp?egung. Einmal aufgetreten, ist es schwer, sich davon wieder zu erholen. Jetzt heißt es, dem Organismus möglichst schnell die dringend benötigten Kohlenhydrate zuzuführen. Ideal sind in diesem Fall Cola, Powergels oder schnell verfügbarer Traubenzucker. Müsliriegel eignen sich nur bedingt, da der darin enthaltene Zucker mühsam verdaut werden muss und erst eine Stunde später bereitsteht. Gleiches gilt für Proteinriegel, die unmittelbar nach einer Belastung Sinn ergeben, zur Linderung eines Hungerastes aber eher ungeeignet sind. Am besten, Sie lassen es erst gar nicht so weit kommen. Auch wenn Sie kein Gel-Fan sind, sollten Sie immer eins im Trikot haben, schneller und kompakter werden Sie den Zucker kaum in Ihren Körper bekommen. Im Sommer bietet sich eine Grundversorgung über das Trinken an – 50 bis 60 Gramm Traubenzucker oder Maltodextrin pro Liter sind an heißen Tagen eine gute Grundlage. Oder Sie greifen auf die altbewährte 40/60-Apfelsaftschorle zurück.

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