Grödner-Joch-Straße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
20 km
575 m
1.00 h
Das Grödner Tal, ital. Val Gardena, ist unter den vielen Dolomitentälern sicherlich das bekannteste. In erster Linie ist dies wohl dem Umstand zu verdanken, dass es den verkehrsgünstigsten Zugang vom Eisacktal mitten hinein in den schönsten Teil der Dolomiten darstellt, die Bilderbuchlandschaft um die Langkofel- und Sellagruppe. Das Grödner Joch, welches das Grödner Tal im Westen mit dem Gadertal im Osten verbindet, ist unter Radlern vielleicht nicht ganz so bekannt, was in erster Linie daran liegen dürfte, dass es mit einem zu bewältigenden Höhenunterschied von 574 Metern auf der Westseite und 569 Metern auf der Ostseite kein allzu großes Renommee aufweisen kann. Als eigenständige Tour ist es für gut trainierte Radler nicht lohnend genug und wird deshalb meist in einem Atemzug mit den Pässen Campolongo, Pordoi und Sella genannt, die zur berühmten Sellarunde verbunden schon beachtliche 2000 Höhenmeter auf 57 km Streckenlänge gerechnet aufweisen können. Wir wollen uns vorerst trotzdem mit dem Grödner Joch begnügen, das seinen westlichen Ausgangspunkt, genau wie die Sellarunde, in Wolkenstein, dem obersten Ort im Grödner Tal, nimmt. Wem die verbleibenden Höhenmeter zur Passhöhe allerdings doch als zu gering erscheinen, der könnte freilich auch aus dem Eisacktal hier heraufradeln. Dann allerdings wird es schwer, denn gleich welchen Weg er wählt, den von Klausen/Chiusa an der Anschlussstelle der Brennerautobahn oder den vom etwas talabwärts gelegenen Waidbruck, sind in ersterem Fall gute 1000, im zweiten sogar knapp 1100 Höhenmeter hinzuzuaddieren. Auf der Klausener Grödental-Straße liegt die Höchststeigung dabei bei 11 %, während auf der Waidbrucker Grödental-Straße diese sogar auf längeren Abschnitten bis auf 14 % zunimmt. Wer es dagegen gemächlicher angehen will, fährt bis Wolkenstein (km 0,0) mit dem Auto hoch und holt dort das Rad vom Dach herunter. Die Ortschaft breitet sich äußerst reizvoll zwischen Wiesen, umgeben von einem Kranz von Bergriesen, aus, die sich von den Geislerspitzen über das Sellamassiv bis zum Langkofel ziehen. Bei den ersten langsamen Pedalumdrehungen zum Aufwärmen durch den Ort fallen besonders die Geschäfte mit den Holzschnitzereien auf, eine der Haupteinnahmequellen des Tales. Die Bildschnitzer und Holzbildhauer des Grödner Tales haben eine lange Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Ihre Arbeiten genießen Weltruf. Wer einen Blick auf die Preise wirft, wird allerdings feststellen, dass die größeren und schöneren Stücke die Reisekasse wohl bei weitem übersteigen dürften, und zudem hat man in den Trikottaschen dafür ohnehin keinen Platz. Außerdem gilt es nunmehr fester in die Pedale zu treten, denn über eine Kehre steigt die Trasse auf 10 % an. Anfangs verdeckt noch Wald die Aussicht, dann aber rückt das Langkofelmassiv ins Blickfeld, eine der gewaltigsten Dolomitenwände überhaupt, mehr als zwei Kilometer lang und beinahe 1000 Meter hoch. An der Straßenkreuzung unterhalb eines Steinbruchs (km 3,5) teilt sich die Straße. Während es geradeaus zum Sellajoch geht, zweigt unser Weiterweg links ab. Die Steigung geht auf 8 % zurück und über mehrere Kehren radeln wir über einen Wiesenhang zum Hotel Gerard (km 5,5) hoch. War es bisher schon nicht besonders schwierig, wird es nun noch leichter, denn auf den nächsten beiden Kilometern fährt man auf vollkommen flacher Straße unmittelbar unter den Nordwänden der Sellagruppe dahin. Diese präsentiert sich überwiegend als graue, glatte Mauer, aber einzelne Felsgipfel sind dennoch zu erkennen, wie etwa Murfreittürme und Murfreitspitze und die Rodelheilspitze, die tatsächlich so heißt und scherzhaft nach dem Rodelklub von St. Ulrich benannt wurde. Die am Ende des Flachstücks bei km 4,0 beginnenden Kehren führen uns ohne große Mühe mit 8 % Steigung zur Passhöhe (km 6,0) mit dem stattlichen Grödner-Joch-Hospiz und der prächtigen Aussicht auf Langkofel und Schlern im Westen, die Tschierspitzen im Norden und Teile des Sellastocks im Westen.

Schwierigkeit: Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 12 % Höchststeigung. Dauer: 1 - 1,5 / 1 - 1,5. Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Höhenunterschied575 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite: Wolkenstein, 1563 m; Ostseite: Corvara, 1568 m
TourencharakterDas Grödner Tal, ital. Val Gardena, ist unter den vielen Dolomitentälern sicherlich das bekannteste. In erster Linie ist dies wohl dem Umstand zu verdanken, dass es den verkehrsgünstigsten Zugang vom Eisacktal mitten hinein in den schönsten Teil der Dolomiten darstellt, die Bilderbuchlandschaft um die Langkofel- und Sellagruppe. Das Grödner Joch, welches das Grödner Tal im Westen mit dem Gadertal im Osten verbindet, ist unter Radlern vielleicht nicht ganz so bekannt, was in erster Linie daran liegen dürfte, dass es mit einem zu bewältigenden Höhenunterschied von 574 Metern auf der Westseite und 569 Metern auf der Ostseite kein allzu großes Renommee aufweisen kann. Als eigenständige Tour ist es für gut trainierte Radler nicht lohnend genug und wird deshalb meist in einem Atemzug mit den Pässen Campolongo, Pordoi und Sella genannt, die zur berühmten Sellarunde verbunden schon beachtliche 2000 Höhenmeter auf 57 km Streckenlänge gerechnet aufweisen können. Wir wollen uns vorerst trotzdem mit dem Grödner Joch begnügen, das seinen westlichen Ausgangspunkt, genau wie die Sellarunde, in Wolkenstein, dem obersten Ort im Grödner Tal, nimmt.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungWestseite – Ausgangspunkt: Wolkenstein, 1563 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Chiusa/ Val Gardena – St. Ulrich – St. Christina – Wolkenstein Ostseite – Ausgangspunkt: Corvara, 1568 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bressanone/Brixen – Mühlbach – St. Lorenzen bei Bruneck – Zwischenwasser – Pedratsches – Corvara
Höchster Punkt
2137 m

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Rudolf Geser

Die schönsten Alpenpässe mit dem Rennrad

Die großen Alpenpässe für Rennradfahrer: 40 ausgewählte Routen in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema