Gesellenschaftstour

Von Grafing in einer weiten Runde durch den Südosten den Alpen entgegen und zurück (Autor: Björn Eichelbaum)
114 km
950 m
8.00 h
Bei einer Meisterschaft wird im harten, aber fairen Wettkampf verbissen und mit allen Mitteln der Beste unter den Besten auf der Strecke ermittelt. Anders bei der Gesellenschaft, hier ermittelt man in lockerer und entspannter Fahrweise die kurzweiligste und beste Art und Weise, eine Strecke abzufahren. Hier finden Sie die passende Wettkampfstrecke für die Kreis-Gesellenschaft München Süd-Ost. Startschuss: Auf einer längeren Runde wie dieser ist es wesentlich angenehmer und auch sicherer, mit mehreren Leuten zu fahren – zum einen, weil man bei langen GA1-Runden viel Luft und auch viel Zeit zum Reden hat, zum anderen ist immer jemand in der Nähe, falls es zu einem Plattfuß, Sturz oder Hungerast kommt. Sobald jeder seine virtuelle Startnummer ans Trikot angepinnt hat, geht es an der S-Bahn-Station Grafing Bahnhof los – und nicht eine Station später in Grafing Stadt! Sie fahren vom Bahnhof aus kurz südlich und biegen dann rechts nach Taglaching ab. Von dort aus fahren Sie über Pullenhofen nach Bruck. Dazu biegen Sie in Pullenhofen bei erster Gelegenheit rechts ab. Bei Bruck folgen Sie kurz nach dem Ort dem Weg Richtung Wildenholzen und fahren weiter nach Herrmansdorf. Dort ist übrigens die Heimat des berühmten Herrmansdorfer Schlachtviehs, das in dieser wunderbaren Gegend auch auf den Weiden zu bewundern ist. Nach Herrmansdorf fahren Sie erst links auf die Hauptstraße und dann rechts über Witting, Weiterskirchen und Lindach bis nach Antholing. Schön wellig und schlängelnd präsentiert sich die Straße hier in einer traumhaften Landschaft, sodass einem der zum Teil erbärmlich schlechte Straßenbelag kaum auffällt.Von Antholing rollen Sie hinab nach Thal und von dort aus rechter Hand weiter über Großhöhenrain bis nach Ginsham, den Alpen entgegen. In Ginsham fahren Sie am Ortseingang links und die nächste Gelegenheit rechts, weiter über Orthofen und Norderwiechs nach Högling. Vor lauter Alpenpanorama, idyllischer Landschaft, samtartigem Straßenbelag und prachtvollen Kirchenbauten in Högling ist es fast unmöglich, schnell zu fahren, was hier, ehrlich gesagt, auch hart an der Grenze zur Straftat läge.In Högling folgen Sie dem kleinen Schild links nach Maxlrain, zum Glück versperren einige Bäume nun die Aussicht, sonst würden Sie vor lauter Panorama nie weiterkommen. Die nächste Wegmarke ist Beyharting, wo Sie erst am Ende des Ortes links über Neureith/Schwaig Richtung Biberg fahren. Bei Biberg bewegen Sie sich weiter durch das Tal an der Untermühle bis nach Niclasreuth. Im Ort geht es an der Kirche rechts weiter, bis Sie parallel zu den Gleisen nach Weiching/Ostermünchen weiterfahren. Gut 50 Kilometer liegen nun hinter Ihnen, ein kurzer Stopp in Ostermünchen, um Flaschen und Magen zu füllen, kann sicher nicht schaden. Sie verlassen Ostermünchen in Richtung Emmering und passieren auf dem Weg dorthin Eisenbarting, Kronau, Einholz und Haus. Bei Emmering fahren Sie dann weiter über Schalldorf Richtung Rott am Inn, biegen aber bei Wurzach links ab und fahren auf einer kleinen Straße bis nach Aitermoos. Dort biegen Sie rechts nach Obersaurein ab, in Obersaurein geht es dann links weiter nach Lehen. Am Kreisverkehr fahren Sie weiter geradeaus und über Oberöd nach Zellerreit. Hier überqueren Sie den Fluss bei Fuchsthal und rollen über Breitbrunn, Eschlbach und Obermoos bis zur Abzweigung bei Scheidsöd, wo Sie rechts abbiegen und über die später folgende Kreuzung einfach bis nach Wolfrain weiterfahren. Dort halten Sie sich links und es geht vorbei an Ötz/Brandstätt, bei Oberunterach links und weiter über Thal, Aign und Schacha nach Albaching.Die letzten 30 Kilometer der Gesellenschaft stehen an und es geht in die abschließende Wertung »versteckte und vergessene Ortschaften«. Zur ersten Wertung fahren Sie am Kreuzverkehr in Albaching weiter nach Kalteneck, geradeaus über Wall, Ötzmann und Hofstett, an der Gabelung links weiter über Holzhäuseln und Endorf, bis Sie auf die Straße nach Steinhöring treffen. Durch Steinhöring fahren Sie bis zum Ortsausgang, biegen dort links ab und es geht über Ruhensdorf bergauf nach Traxl und von dort nach Baumberg. An der Gabelung nach Baumberg halten Sie sich bitte links, biegen dann etwa einen halben Kilometer später wieder rechts ab und fahren weiter über Haging und Katzenreuth nach Straußdorf. Jetzt müssen Sie sich entscheiden, ob Sie so schnell wie möglich wieder in die S-Bahn und nach Hause oder im beschaulichen Gra?ng die Gesellenschaft auswerten und feiern wollen – etwa im Brauhaus Wildbräu oder einem der Cafés und Gaststätten rund um den Marktplatz. Dazu fahren Sie in Straußdorf weiter geradeaus über Aitendorf bis Unterelkhofen, dort links halten und dann der Straße entlang über Bachhäusel hinein nach Grafing.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour114 km
Höhenunterschied950 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Gra?ng Bahnhof
EndpunktS-Bahnhof Gra?ng Bahnhof/Gra?ng Stadt
TourencharakterWeitläufige Runde im Münchner Südosten, die auf erlesenen Wegen einen schönen Überblick über diesen Teil der Region gibt – und Lust auf mehr macht. Aufgrund der Länge und attraktiven Streckenführung zu schade für einen allein.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogra?sche Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:50000
VerkehrsanbindungS4 Ebersberg
GastronomieWildbräu Brauhaus, Rotter Straße 15, 85567 Gra?ng, Tel. 08092-7009-0
Tipps
Pasta und Basta? Nach diesem Motto scheint sich die Ernährungsphilosophie vieler Radsportler zu richten, was prinzipiell nicht so verkehrt ist, da Hartweizen viel Stärke beinhaltet und somit ein guter Lieferant für leicht verfügbare Kohlenhydrate vor und nach einer Belastung ist. Besonders nach einer längeren Ausfahrt sind die Glykogenspeicher in Muskulatur und Leber aufgebraucht und sollten innerhalb der ersten zwei bis drei Stunden nach der Belastung wieder auf-gefüllt werden, damit der Muskel Energie und Nährstoffe zur Regeneration erhält. Dabei wird oft vergessen, dass der Eiweißbedarf im Ausdauertsport wesentlich höher ist, als allgemein angenommen wird. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass unser Organismus bei längeren Belastungen nicht nur Fett und Kohlenhydrate zur Energiegewinnung heranzieht, sondern bei sinkendem Blutzuckerspiegel – und auch unmittelbar nach der Belastung – kostbares Muskeleiweiß und Aminosäuren abbaut. Um dem Abbau unmittelbar nach der Belastung vorzubeugen, essen Sie direkt nach dem Absteigen einen Energieriegel. Noch besser sind etwa 0,3 Liter eines stark zuckerhaltigen Getränks, da dies schneller aufgenommen werden kann. Bis Sie geduscht haben und das Essen auf dem Tisch steht, vergeht oft mehr als eine Stunde. Aber gerade das Zeitfenster von einer bis zu drei Stunden nach einer Belastung ist die beste Zeit zum Auffüllen der Energiespeicher. Am Abend gehen die Kalorien lieber Richtung Fettpolster.Die Empfehlungen für eine ausreichende Eiweißzufuhr schwanken zwischen 1,2 und 1,8 g/kg Körpergewicht pro Tag. Das ist nicht gerade wenig und besonders Vegetarier müssen einen beträchtlichen Aufwand betreiben, um diese Mengen zu erreichen. Bei abwechslungsreicher Ernährung ist eine zusätzliche Eiweißzufuhr über Supplemente nicht notwendig. Achten Sie einfach ein wenig darauf, nicht einseitig zu essen. Kartoffeln mit Spiegelei bieten hochwertiges Eiweiß und eine hohe Verfügbarkeit. Auch in Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch sind hochwertige Eiweiße enthalten, es muss also nicht immer Schnitzel sein. Übrigens ist Pasta in diesem Bereich mit gut 11 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm besser als ihr Ruf, bei ausschließlichem Dauerkonsum, wie übrigens alle Weißmehlprodukte, allerdings auch ein guter Nährboden für Darmpilze.

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Björn Eichelbaum

Raus aus München

Bruckmanns Rennradführer »Raus aus München« zeigt ambitionierten Freizeitradlern die schönsten Nebenstrecken rund um die bayrische Metropole.

Jetzt bestellen
Tags: