Gampen-Joch-Straße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
41 km
1235 m
2.00 h
Hoch über den Hängen der westlichen Talseite des Etschtals zieht sich, von Meran ausgehend, der Gampenpass hinüber nach Fondo im Nonstal. Er bietet sich zum einen für diejenigen an, die von Meran hinüber ins Val di Sole, also der Region um den Lago di San Giustino im Trentin, oder aber unter Umgehung des reizlosen Etschtals von Fondo über die Westseite des Mendelpasses nach Bozen oder Kaltern wollen. Der Gampenpass, im Italienischen als Passo di Palado bezeichnet, liegt im so genannten Burggrafenamt, einem Begriff, der noch aus der Zeit stammt, als Meran die Landeshauptstadt der Grafschaft Tirol war, die damals ein Gebiet umfasste, das zeitweise von Kufstein bis zum Gardasee und von Graubünden bis Kärnten reichte. Als Burggrafenamt wurde dabei der ehemalige Amtsbereich des Burggrafen auf Schloss Tirol, hoch über Meran gelegen, bezeichnet, wobei sich dieser Begriff bis in die heutige Zeit erhalten hat. Mit diesem geschichtlichen Wissen im Hinterkopf verlassen wir Meran (km 0,0), der hinter Bozen zweitgrößten Stadt Südtirols, und folgen der Beschilderung »Gampenpass«. Viel Verkehr begleitet uns auf der Ausfallstraße nach Lana (km 6,5), wo dieser glücklicherweise etwas nachlässt, die Straße dafür aber mit 9 % am Rande des breiten Meraner Beckens ansteigt. Nach Durchfahrung eines kurzen, unbeleuchteten Tunnels ragt neben der Straße in einmalig schöner Lage die Leonburg empor. Steigungen bis 9 %, meist jedoch darunter, bringen uns auf den Höhenzug der Tisenser Mittelgebirgsstufe und nach Durchfahrung zweier weiterer 100 m langer, unbeleuchteter Tunnel (km 11,5) erkennt man weit im Osten die ersten Zacken der Dolomitengipfel vom Rosengarten bis zum Latemar. Kurvenreich geht es nun durch das Prissianer Tal mit 9 % Steigung nach oben und erst nach dem Albergo Gfriller Hof (km 17,5) lässt die Steigung bis zum Gasthaus Bad Gfrill (km 19,5) nach. Über zwei Kehren nimmt die Steigung bis zum Alpenhotel Panorama (km 21,5) wieder auf 9 % zu, wir überwinden einen 100 m langen, unbeleuchteten Kehrentunnel, dann begleitet uns auf der bis auf 7 % zurückgehenden Steigung dichter Mischwald bis zur Passhöhe, die leider keinerlei Aussicht bietet. Außer einigen schönen Blicken ins Nonstal bietet auch die 14 km lange Abfahrt mit Gefälle bis 8 % hinunter nach Fondo keine besonderen Aussichtspunkte. Diese würden sich erst eröffnen, wenn man von hier zur Mendel-Passhöhe und von dort der allerdings schweren Stichstraße zum Monte Pénegal (Tour 39) folgen würde. Sehenswürdigkeiten: Meran: Landesfürstliche Burg, Zenoburg, Stadtmuseum und Laubengasse. Niederlana: Schnatterpeckaltar in der alten Pfarrkirche, Leonburg auf der Nordseite.

Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 9 % Höchststeigung / Leichte Radtour mit 8 % Höchststeigung. Dauer: 1,75 - 2,25 / 1,25 - 2.
Befahrbarkeit: Ganzjährig befahrbar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour41 km
Höhenunterschied1235 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNordseite: Meran, 302 m; Südseite: Fondo, 987 m
TourencharakterHoch über den Hängen der westlichen Talseite des Etschtals zieht sich, von Meran ausgehend, der Gampenpass hinüber nach Fondo im Nonstal. Er bietet sich zum einen für diejenigen an, die von Meran hinüber ins Val di Sole, also der Region um den Lago di San Giustino im Trentin, oder aber unter Umgehung des reizlosen Etschtals von Fondo über die Westseite des Mendelpasses nach Bozen oder Kaltern wollen. Der Gampenpass, im Italienischen als Passo di Palado bezeichnet, liegt im so genannten Burggrafenamt, einem Begriff, der noch aus der Zeit stammt, als Meran die Landeshauptstadt der Grafschaft Tirol war, die damals ein Gebiet umfasste, das zeitweise von Kufstein bis zum Gardasee und von Graubünden bis Kärnten reichte. Als Burggrafenamt wurde dabei der ehemalige Amtsbereich des Burggrafen auf Schloss Tirol, hoch über Meran gelegen, bezeichnet, wobei sich dieser Begriff bis in die heutige Zeit erhalten hat.
Hinweise
Wegen der vier unbeleuchteten 20 bis 100 m langen Tunnels auf der Nordseite sowie des 150 m langen Tunnels auf der Südseite ist Beleuchtung ratsam.
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag Blatt, Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungNordseite – Ausgangspunkt: Meran, 302 m; Anfahrt: über Ötztal- und Timmelsjoch-Straße (Tour 13 und 36) oder Jaufenpass (Tour 35) nach Meran oder Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bozen/Süd – Terlan – Postal – Meran Südseite – Ausgangspunkt: Fondo, 987 m; Anfahrt: über den Mendelpass nach Fondo (Tour 39) oder Brennerautobahn A 22, Ausfahrt San Michele a. A./Mezzocorona – Mezzolombardo – Dermulo – Fondo
Höchster Punkt
1518 m

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