Fedáia-Passstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
27 km
595 m
1.00 h
Der Fedáiapass führt uns dorthin, wo die Dolomiten am höchsten sind, an den nördlichen Wandfuß der Marmolada. Diese ist mit ihren 3342 m Höhe nicht nur der höchste Berg der Dolomiten, sondern auch der am stärksten vergletscherte und trägt die Bezeichnung »Königin der Dolomiten« somit zweifellos zu Recht. So hoch und prächtig die Marmolada sich auch präsentiert, die Radtour auf den Fedáiapass ist dabei nur als leicht einzuschätzen, zumindest wenn man sie, so wie wir, von Westen aus unternimmt. Wir verlassen Canazei (km 0,0) über eine Seitenstraße in südöstlicher Richtung und radeln auf nur mäßig ansteigender Trasse durch die Ortschaften Alba und Penia (km 3,0) Richtung Talschluss. Vor allem Penia ist ein malerisches Gewinkel aus alten Bauernhäusern, die sich um ein kleines gotisches Kirchlein scharen. Die Steigung nimmt zu und langsam gibt der zurückweichende Nadelwald den Blick auf die plattengepanzerten Felswände des Vernel, den westlichen Eckpfeiler der Marmolada, frei. Wir erreichen die erste von vier nummerierten Kehren (km 7,0), die mit einer gleichmäßigen Steigung von 10 % eine Talstufe überwinden und nach 2 km im lang gestreckten Talboden von Pian Trevisan münden. Kurvenreich geht es bei gleich bleibender Steigung an den Hängen der südlichen Talseite durch insgesamt zehn Galerien weiter aufwärts, aber unangenehm zu befahren ist nur der abschließende 300 m lange, unbeleuchtete Tunnel, der uns auf die Hochfläche von Fedáia entlässt. Danach radelt man direkt auf den Fedáia-Stausee (km 12,0) zu, in dem sich das Schmelzwasser der Marmolada sammelt, und erreicht unschwierig über die Staumauer am südlichen Seeufer die Passhöhe (km 14,5) beim Rifugio Marmolada. Wer hier sein Rad abstellt und über die Kare und Eisfelder, mit denen die Marmolada sich nach Norden hin absenkt, nach oben blickt, wird verstehen, dass dieser Gipfel die Bezeichnung »Königin der Dolomiten« zu Recht trägt. Eigentlich handelt es sich um eine ganze Berggruppe, im Italienischen als »Marmolède« bezeichnet, mit der 3342 m hohen Punta Penia als höchstem Punkt, der 3259 m hohen Punta di Rocca, immer wieder als schönster Skigipfel in den Dolomiten genannt, und dem 3218 m hohen Monte Serauta. Als Erste bestiegen wurde im Jahre 1860 die Punta di Rocca von den Engländern Ball und Birbeck, während die Punta Penia im Jahre 1864 vom bekannten Alpenerschließer, dem Österreicher Paul Grohmann, mit Hilfe der Ampezzaner Führer Angelo und Fulgentio Dimai nach mehreren Versuchen bezwungen wurde. Wir machen uns nun auf die Abfahrt über die Ostseite, die sich anfangs mit Gefälle bis 16% über mehrere Talstufen abwärts senkt, überwinden dabei die Schwindel erregend tiefe Sottogudaschlucht und beenden die Tour 14,5 km weiter und gut 1000 Höhenmeter tiefer in Caprile. Hinweis: Wegen der Galerien und des 300 m langen, unbeleuchteten Tunnels auf der Westseite ist Beleuchtung am Rad notwendig. Sehenswürdigkeiten: Die Sottogudaschlucht und die Seilbahn von Malga Ciapéla in drei Abschnitten auf den Gipfelgrat der Marmolada bis in 3250 m Höhe mit prachtvoller Aussicht.

Schwierigkeit: Leichte Radtour mit 10 % Höchststeigung / Mittelschwere Radtour mit 16 % Höchststeigung. Dauer: 1,25 - 1,75 / 1,75 - 2,5. Befahrbarkeit: 15. April bis 15. Oktober.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour27 km
Höhenunterschied595 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWestseite: Canazei, 1465 m; Ostseite: Caprile, 1023 m
TourencharakterDer Fedáiapass führt uns dorthin, wo die Dolomiten am höchsten sind, an den nördlichen Wandfuß der Marmolada. Diese ist mit ihren 3342 m Höhe nicht nur der höchste Berg der Dolomiten, sondern auch der am stärksten vergletscherte und trägt die Bezeichnung »Königin der Dolomiten« somit zweifellos zu Recht. So hoch und prächtig die Marmolada sich auch präsentiert, die Radtour auf den Fedáiapass ist dabei nur als leicht einzuschätzen, zumindest wenn man sie, so wie wir, von Westen aus unternimmt.
Beste Jahreszeit
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungWestseite – Ausgangspunkt: Canazei, 1465 m; Anfahrt: Brennerautobahn A 22, Ausfahrt Bozen/Nord – Karerpass – Pozza di Fassa – Canazei oder Cortina d'Ampezzo – Falzáregopass – Arabba – Pordoi Joch – Canazei Ostseite – Ausgangspunkt: Caprile, 1023 m; Cortina d'Ampezzo – Giaupass – Selva di Cadore – Caprile
Höchster Punkt
2056 m

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