Engstlenalp-Bergstraße

Alpenpässe in der Schweiz (Autor: Rudolf Geser)
14 km
990 m
2.00 h
Wenn Sie sich am Sustenpass (Tour 67) in so guter Form befinden, dass Ihnen der Weg zur Passhöhe nicht ausreicht, können Sie die Tour verlängern. Sie dürfen dabei nur nicht die unscheinbare Abzweigung nach Engstlen an der Westseite des Sustenpasses zwischen Wiler und Nessental übersehen. Sie schlagen damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, denn außer etwas für Ihre Kondition zu tun, können Sie Ihren Aufenthalt in dieser herrlichen Landschaft um den Sustenpass noch verlängern. Aber wem beide Touren zu viel sind – aus sportlicher Sicht würde es sich auch lohnen, nur die Straße zur Engstlenalp hochzuradeln. Gegenüber dem Sustenpass hat sie zudem den Vorteil, nicht sehr stark befahren zu sein.Allerdings wird es gleich anstrengend, denn von Engstlen (km 0,0) bis zur Mautstelle Wagenkehr (km 4,0) zieht sich die Straße durch den dichten Mühletalwald meist mit einer zwischen 10 und 12 % liegenden Steigung recht steil nach oben. Von hier hat man einen ersten schönen Blick nach Süden auf die zerklüfteten Felsspitzen der Engelhörner, überragt von den Gletscherbergen Wetterhorn und Schreckhorn, während sich im Vorblick das Gental auftut. Dorthin rollt man zuerst einmal in den Talgrund abwärts, wo die Trasse, von kurzen Anstiegen bis 7 % abgesehen, am Gentalwasser entlang recht flach verläuft. Noch vor dem Restaurant Arvenstüble (km 9,5) nimmt die Steigung allerdings wieder auf 10 % zu, um bis zum Beginn einer kleinen Talstufe (km 10,5) bis auf 12 % zuzulegen. Schnell sind die beiden Kehren, die uns bei zurückgehender Steigung eine Talstufe höher befördern, überwunden und wieder zieht die Trasse, diesmal recht geradlinig, mit 12 % am linken Talhang nach oben.Noch zwei Mal treibt die Straße dieses Spiel mit uns, einem kurzen Nachlassen der Steigung folgt jeweils ein Anstieg bis 12 %, wobei das letzte Steilstück bis zum Hotel Engstlenalp (km 14,5) auf gut 1 km Länge beibehalten wird. Wer sein Rad dort nicht unbeaufsichtigt stehen lassen will, muss es kurz noch einen Wanderweg zum Engstlensee hochschieben, der sich uns in unberührter Natur, umrahmt von den Gletschern des Titlis und den felsigen Wendenstöcken, präsentiert. Trotz wahrscheinlich unpassenden Schuhwerks sollten Sie die wenigen Schritte zum See nicht scheuen, denn dieser gilt allgemein als ein Juwel unter den Alpenseen. Flora und Fauna um den See gelten als einzigartig und vor allem die vielen Alpenrosen rund um den See beeindrucken mit ihrer Farbenpracht. Zum Schwimmen lädt er wohl nur die abgehärteteren Naturen ein, dafür kann man gegen eine Gebühr von 10,– Euro eine Stunde mit dem Boot herumrudern und so auch etwas für seine Armmuskulatur tun, die in der Regel beim Radeln ja weniger beansprucht wird. Wen dies alles noch nicht überzeugt, dem sei gesagt, dass schon der englische Gelehrte J. Tyndall im Jahre 1866 über den See schrieb, dass dies einer der entzückendsten Orte der Alpen sei. Eine Meinung, der sich bestimmt auch die wohl berühmtesten Persönlichkeiten im deutschen Sprachraum, Johann Wolfgang von Goethe und Albert Einstein, angeschlossen haben, von denen ebenfalls überliefert ist, dass sie den See besucht haben.

Schwierigkeit:

Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung an längeren Abschnitten

Dauer:

1,5 - 2,25

Befahrbarkeit:

1. Mai bis 31. Oktober

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied990 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAbzweigung nach Engstlen an der Westseite des Sustenpasses zwischen Wiler und Nessental, 847 m
Hinweise
Schwierigkeit: Mittelschwere Radtour mit 12 % Höchststeigung an längeren Abschnitten, Dauer:1,5 - 2,25, Befahrbarkeit:1. Mai bis 31. Oktober
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Schweiz
VerkehrsanbindungAutobahn Luzern-Bern A 8, Ausfahrt Brienz – Meiringen – Innertkirchen – Wiler – Abzweigung nach Engstlen
Höchster Punkt
1837 m

Buchtipp

Rudolf Geser

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