Drei-Zinnen-Bergstraße

Alpenpässe in Italien (Autor: Rudolf Geser)
Die Drei Zinnen sind wohl die bekannteste und imponierendste Berggestalt der Dolomiten, wenn nicht gar des gesamten Alpenraums. Ihre Faszination verdanken sie dabei ihrer einzigartigen Form, die schon früh Bergsteiger aller Richtungen dazu verführte, sich an den Wänden zu versuchen. Vor allem die Nordwände, mauerglatt und teilweise überhängend, wirkten dabei abweisend und anziehend zugleich auf die Bergsteiger. Besonders die unvergleichliche, gut 500 Meter hohe, von unten spiegelglatt und unbezwingbar erscheinende Nordwand der Großen Zinne forderte die besten Kletterer heraus. Aber es sollte bis zum 12. August 1933 dauern, bis es dem berühmten italienischen Alpinisten Emilio Comici gelang, diese mit seinen beiden Gefährten, den Brüdern Angelo und Giuseppe Dimai, zu bezwingen. Nach einem Rückzug am ersten Tag stiegen sie am nächsten, dem 14. August 1933, nochmals in die Wand ein und erreichten gegen 10.30 Uhr den Gipfel. Damit war die damals schwierigste Felswand in den Alpen erobert und ein neuer Grenzbereich gesetzt. In solche Grenzbereiche kann allerdings auch der Radler vorstoßen, der vorhat, in den Dolomiten höchstmögliche Herausforderungen mit dem Fahrrad zu suchen. Zu den Drei Zinnen führt nämlich eine gut ausgebaute Mautstraße hinauf zum Rifugio Auronzo an deren Südseite, der ebenfalls einen der obersten Schwierigkeitsgrade beanspruchen kann, wenn man mit dem Fahrrad dort hinauf unterwegs ist. Die Straße ist zwar nicht wie die Nordwand überhängend, aber mit einer Höchststeigung von 16 %, die auf unheimliche 3,5 km Länge beibehalten wird, kann sie dem Radler durchaus diesen Eindruck vermitteln. Nun muss man sich bestimmt nicht zu den besten Radlern unserer Zeit rechnen, wenn man diese Auffahrt bezwingen will, aber ausreichend Trainingskilometer und vor allem eine geeignete Übersetzung bis hin zu einem dreifachen Kettenblatt sollte man schon haben. So ausgestattet kann man sich dann nach Misurina, am gleichnamigen See hoch über Cortina d' Ampezzo gelegen, auf den Weg machen und dabei vielleicht gleich den Tre-Croci-Pass (Tour 21) mitnehmen oder wenn man die Auffahrt von Toblach im Pustertal durch das Höhlensteintal vorzieht, den Col Sant' Angelo unter die Räder nehmen. Unsere Auffahrtsstrecke zweigt am nördlichen Seeende ab und ist mit »Rifugio Auronzo« unübersehbar ausgeschildert. An schönen Sommertagen, vor allem an Wochenenden und zu Hauptreisezeiten wäre allerdings auch der Verkehrsstrom ein kaum übersehbares Hinweismerkmal, denn die Strecke ist auch landschaftlich gesehen ein absoluter Höhepunkt. Beim Ristorante Ginzernella (km 0,0) trifft man dann auf ein 10 %iges Steigungsstück, welches diesen Schwierigkeitsgrad auf den nächsten 1,5 Kilometern beständig beibehält und erst am kleinen Lago d' Antorno nachlässt. An dessen tiefblauen, leider schon etwas verlandeten Wasser kann man nochmals etwas rasten und den Blick auf die Südseite der Drei Zinnen bestaunen, die hier als breit gelagerter, gedrungener Felsblock aus den darunter liegenden Geröllhalden hervorsteigen. Die Schwierigkeiten lassen noch etwas auf sich warten, auf den nächsten 1,5 km fällt die Straße bis zur Mautstelle leicht ab, bevor es dann aber gleich wieder richtig zur Sache geht. Über 16 % kämpft man sich auf kurvenreicher Straße nach oben, ein kurzes Nachlassen der Steigung nach etwa 1,5 km auf 10 % wird fast als flach empfunden, dann fordern die gewohnten 16 % wieder alle noch vorhandenen Reserven. Geradliniger geht es nach oben und nach weiteren 1,5 km deutet der Beginn einer Kehrenstrecke (km 6,0) den letzten Teil der Auffahrtsstrecke an. Die Steigung geht auf 14 % zurück, was zahlenmäßig zwar wenig erscheinen mag, sich kräftemäßig allerdings schon bemerkbar macht. Wieder sind es 1,5 km, die über diese Steigung zu überwinden sind, bevor das lang ersehnte Steigungsende beim Rifugio Auronzo (km 7,5) erreicht ist. Dort findet man dann zwar meist einen ziemlichen Trubel am Großparkplatz vor der Hütte vor, nicht allerdings den Blick auf die Nordwände der Drei Zinnen. Dazu müsste man noch einen knapp 20-minütigen Fußmarsch zum Paternsattel einplanen.

Schwierigkeit: Schwere Radtour mit 16 % Höchststeigung. Befahrbarkeit: 1. Juni bis 30. September.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied670 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMisurina, 1756 m
TourencharakterDie Drei Zinnen sind wohl die bekannteste und imponierendste Berggestalt der Dolomiten, wenn nicht gar des gesamten Alpenraums. Ihre Faszination verdanken sie dabei ihrer einzigartigen Form, die schon früh Bergsteiger aller Richtungen dazu verführte, sich an den Wänden zu versuchen. Vor allem die Nordwände, mauerglatt und teilweise überhängend, wirkten dabei abweisend und anziehend zugleich auf die Bergsteiger. Besonders die unvergleichliche, gut 500 Meter hohe, von unten spiegelglatt und unbezwingbar erscheinende Nordwand der Großen Zinne forderte die besten Kletterer heraus. Aber es sollte bis zum 12. August 1933 dauern, bis es dem berühmten italienischen Alpinisten Emilio Comici gelang, diese mit seinen beiden Gefährten, den Brüdern Angelo und Giuseppe Dimai, zu bezwingen. Nach einem Rückzug am ersten Tag stiegen sie am nächsten, dem 14. August 1933, nochmals in die Wand ein und erreichten gegen 10.30 Uhr den Gipfel. Damit war die damals schwierigste Felswand in den Alpen erobert und ein neuer Grenzbereich gesetzt. In solche Grenzbereiche kann allerdings auch der Radler vorstoßen, der vorhat, in den Dolomiten höchstmögliche Herausforderungen mit dem Fahrrad zu suchen. Zu den Drei Zinnen führt nämlich eine gut ausgebaute Mautstraße hinauf zum Rifugio Auronzo an deren Südseite, der ebenfalls einen der obersten Schwierigkeitsgrade beanspruchen kann, wenn man mit dem Fahrrad dort hinauf unterwegs ist.
Hinweise
Die Drei-Zinnen-Bergstraße ist vor allem an Wochenenden stark befahren.
KartentippEuro Cart Regionalkarte 1:300.000, RV-Verlag, Blatt Südtirol/Venetien
VerkehrsanbindungBrennerautobahn A 22, Ausfahrt Bressanone/Brixen – Bruneck – Toblach – Schluderbach – Col Sant'Angelo – Misurina
Höchster Punkt
2400 m

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