Die »ing«-Tour

Von Poing über Moosinning, Walpertskirchen, Hohenlinden nach Ebersberg (Autor: Björn Eichelbaum)
70 km
300 m
4.00 h
An einem schönen Sommertag gleichmäßig und ohne große Unterbrechungen durch gemeine Berge oder halsbrecherische Abfahrten einfach dahinrollen, davon träumt man oft, wenn es an einem verregneten Tag nur nach oben zu gehen scheint. Gönnen Sie sich auch einmal ein wenig Entspannung, etwa auf der »ing«-Tour. Aus der Ruhe: Besonders wenn, aus welchen Gründen auch immer, die letzte Ausfahrt längere Zeit zurückliegt, ist der Wiedereinstieg ins Training oder die erste Ausfahrt besonders eklig. Da ist es ideal, wenn das Streckenpro?l zu Beginn gutmütig und aufmunternd verläuft, ab der Mitte dann etwas mehr fordert und gegen Ende die Möglichkeit bietet, nach Gefühl einen stärkeren Trainingsreiz zu setzen. Alle diese Voraussetzungen erfüllt die »ing«-Tour und bietet außerdem am Streckenrand noch einiges für die Sinne.Bei hoffentlich schönem Wetter fahren Sie direkt vor dem S-Bahnhof in Poing in Fahrtrichtung der S-Bahn stadtauswärts etwa 100 Meter und biegen dann links über die Bahngleise ab und fahren aus Poing heraus in den nächsten Ort Gelting. Folgen Sie der Hauptstraße durch Gelting und fahren Sie weiter auf der Finsinger Straße nach Finsing. Falls Sie sich gefragt haben, warum diese Tour die »ing«-Tour heißt: Die meisten Ortschaften auf dieser Route enden auf »ing«. Da machen auch die nächsten Orte, die durchfahren werden, keine Ausnahme, denn es geht rechts weiter über Ober- und Niederneuching nach – na? – Moosinning. Bei stärkerem Verkehr zu den Stoßzeiten bietet sich auf diesem Abschnitt die Benutzung des gut ausgebauten Radwegs an.Über stetig leicht abfallendes Gelände fahren Sie nun über Moosinning nach Notzing, wo Sie weiter bis zur 20-Kilometer-Marke in Oberding rollen. Im Ortskern von Oberding biegen Sie rechts nach Niederding ab und bewegen sich, nun schon deutlich warm gefahren, dem tiefsten Punkt der Strecke in Eitting entgegen. Unterwegs durchfahren Sie die Ortschaft Reisen, die Sie aber komplett ignorieren, da Sie nicht in das Konzept der »ing«-Tour passt. Aus dem KonzeptSpätestens in der nächsten Ortschaft, Eichenkofen, ist das Konzept einer kompletten »ing«-Tour dann löchrig, macht aber nichts, dafür wird es auf den nächsten Kilometern landschaftlich umso schöner. Und es geht ab jetzt nur noch nach oben, zu Anfang kaum spürbar, gegen Ende etwas deutlicher. Steht bei Ihnen ein längeres GA2-Intervall auf dem Plan, können Sie ab hier damit anfangen, da durch den leichten Anstieg immer ein wenig mehr getreten werden muss und man den GA2-Bereich durch das bloße Halten der bisherigen Geschwindigkeit erreicht.Von Eichenkofen aus geht es unspektakulär weiter über Tittenkofen – ein eindeutiger Kommentar vom Hinterrad ist, wie auch beim Durchfahren des auf einer anderen Strecke be?ndlichen Ortes Großdingharting, garantiert. In Tittenkofen dann rechts weiter, immer der Straße entlang über Grucking und Unterstrogn nach Bockhorn. In Bockhorn fahren Sie Richtung Erding bis zur nächsten Ortschaft Mauggen, geradeaus durch den Ort hindurch, weiter nach Neumauggen und von dort aus bis nach Walpertskirchen.Bei der Ortsdurchfahrt von Walpertskirchen nach Buch überqueren Sie die Bahngleise und biegen kurz nach Passieren der Kirche Richtung Buch/Hemmersdorf ab. Den weiteren Verlauf der Strecke geht es nun Richtung Süden nach Ebersberg und aufwärts. Ist die Ausschilderung zum nächsten Ort nicht eindeutig, fahren Sie Richtung Ebersberg. Von Buch aus fahren Sie nach Pemmering/Mittbach und kommen dabei in Mitterbuch und Neuharting vorbei. In Neuharting erwartet Sie der vorletzte Anstieg, der Sie bis Mittbach führt. Unmittelbar nach Mittbach rollen Sie zwei Kilometer bergab. Diese bevorstehende Erholung sollte Sie zusätzlich motivieren, bei entsprechender Verfassung noch einmal alles in diesen Anstieg reinzulegen – sich einfach nur umschauen ist aber sicher auch kein Fehler. Ebersberger Forst: Von Mittbach aus rollen Sie hinab nach Hohenlinden und von dort aus in den Wald Richtung Ebersberg. Auf der meist gerade verlaufenden Straße geht es durch den dicht bewaldeten Ebersberger Forst, der übrigens eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands ist. Denken Sie daran, bevor Sie spontan in einen der Seitenwege einbiegen, um mal zu schauen, wo es da wohl hingeht. Im Unterholz des Ebersberger Forsts wimmelt es nur so von ausgesetzten Nordic Walkern und verirrten Mountainbikern. Bis zum Ortseingang von Ebersberg müssen Sie nun nur noch einen ausgedehnteren Hügel überqueren. Angekommen, bietet sich die Einkehr in den architektonisch ansprechend gestalteten Klosterseestuben an, wo man an einem sonnigen Tag auf der Terrasse den wahrhaft herrlichen Blick über den Klostersee genießen kann. An besonders heißen Tagen können Sie auch in den See hüpfen, seit dem Jahr 2007 ist er für den Badebetrieb freigegeben. Gut gestärkt und abgetrocknet folgen Sie danach einfach nur noch den gelben Radwegschildern, die Sie zum S-Bahnhof Ebersberg lotsen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour70 km
Höhenunterschied300 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Feldkirchen
EndpunktS-Bahnhof Ebersberg
TourencharakterErkunden Sie auf dieser entspannten Runde den bewaldeten, gutmütigen Nordosten des Müchner Umlandes auf einer gut 70 km langen Runde bis ins malerische Ebersberg. Ein einziger steilerer Anstieg am Ende der Tour hält die Spannung bis zum Schluss aufrecht.
Beste Jahreszeit
KartentippTopogra?sche Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes 1:50000
VerkehrsanbindungS2 Erding, S4 Ebersberg
GastronomieHotel/Gasthof Klosterseestuben, Am Priel 3, 85560 Ebersberg, Tel. 08092-8285-0
Tipps
Leistungsdiagnostik: Die im Text immer wieder erwähnten Trainingsbereiche wie etwa GA1 oder EB werden von den meisten Hobby- und Amateursportlern über die auch in der Einleitung erwähnte Faustformel 220 minus Lebensalter gleich Maixmalpuls, also Hfmax, errechnet. Die Trainingsbereiche werden dann prozentual errechnet, d.h. der GA1 liegt bei etwa 65–75% der Hfmax. Ob Ihr Organismus sich an diese Fausformel hält, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Ich persönlich habe mich trotz größter Anstrengungen meinem theorethisch nach dieser Formel erreichbaren Puls noch nicht einmal angenähert. Es gibt aber auch 40-Jährige, die immer noch bis 190 Schläge hochdrehen können und nicht vom Rad fallen – jeder ist eben ein Individuum. Wenn Sie optimal trainieren oder es ganz genau wissen möchten, sollten Sie eine professionelle Leistungsdiagnostik in Anspruch nehmen. Hierbei werden bei dem sogenannten Laktat-Stufentest Ihre individuelle anaerobe Schwelle (IAS), Ihr optimaler Fettverbrennungspuls, Ihr Maximalpuls sowie Ihre Leistungsfähigkeit im aeroben und anaeroben Bereich auf dem Ergometer ermittelt. In mehreren Schritten wird die Last in Intervallen gesteigert und mittels Blutabnahme am Ohrläppchen der Milchsäurespiegel im Blut bestimmt. Irgendwann können Sie nicht mehr, das ist dann Ihr Abbruchswert mit dem dazugehörigen Laktat-(Milchsäure)-Spiegel. Noch aussagekrä?ger ist die sogenannte Spiroergometrie, bei der eine zusätzliche Atemgasanalyse durchgeführt wird. Hier kann die Energiebilanz noch genauer ermittelt werden. Nach der Auswertung erhalten Sie ein Datenblatt mit Ihrer persönlichen Leistungskurve und genau de?nierten Trainingsbereichen, die den Ist-Zustand dokumentieren.Mit einer Leistungsdiagnostik am Ende und am Anfang der Saison lassen sich Leistungszuwächse oder Einbrüche gut erkennen und dokumentieren. Für alle Ausdauersportler über 35 sollte eine Leistungsdiagnostik mit EKG und eventuell noch einem Ultraschall der Klappenfunktion einmal pro Jahr im Kalender stehen. Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, Über- oder falschem Training lassen sich so früh erkennen und besser beheben. Nur eine professionell durchgeführte und von einem erfahrenen Sportmediziner ausgewertete Leistungsdiagnostik ist überhaupt aussagekräftig. Es mag zwar auf den ersten Blick preiswerter erscheinen, sich auf dem Ergometer im Fitnessstudio zweimal ins Ohr pieken zu lassen, ob diese Daten allerdings für irgendetwas taugen, sei einmal dahingestellt. Eine professionelle Leistungs-diagnostik bietet z.B. die TU München an (TU München, Poliklinik für Sportmedizin, Conollystraße 32, 80809 München, www.med.tu-muenchen.de).

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