Appetitanreger

Kurze aber knackige Rennradtour, auch für Einsteiger: Von Maisach über Aufkirchen, Pfaffenhofen, Schwabhausen zurück nach Maisach (Autor: Björn Eichelbaum)
53 km
270 m
3.00 h

Ideale Tour für Anfänger

Vielleicht kommen Sie demnächst einmal in die Situation, dass ein Bekannter, Ihre Frau oder Freundin Interesse an Ihrem Sport bekundet und Sie es tatsächlich schaffen, den oder die Betreffende zu einer gemeinsamen Ausfahrt zu überreden. Die muss dann natürlich alles bieten, um Ihr Opfer dauerhaft für den Radsport zu begeistern. Die Tour darf nicht zu lang sein, andererseits müssen Sie ja auch deutlich machen, dass es sich um eine Ausdauersportart handelt (eine? die!). Lang gezogene Anstiege sind für eine dauerhafte Begeisterung genauso kontraproduktiv wie zwei Stunden bei Gegenwind im Flachen an Ihrem Hinterrad herumzurollen. Was Sie für diesen Zweck brauchen, ist eine übersichtliche Strecke, die erste Erfolgserlebnisse an überschaubaren Anstiegen bietet, aktionsgeladene Abfahrten beinhaltet, durch eine ansprechende Landschaft führt und am Schluss eine dicke Belohnung in Form eines guten Essens mit einem leckeren Bierchen bereithält. All das haben Sie auf dieser Strecke auf knapp 55 Kilometern verteilt.

Von Maisach nach Sittenbach

Ob nun mit oder ohne Neuling am Hinterrad, los geht es in Maisach am S-Bahnhof. Sie rollen die Straße hinab bis zur Kreuzung, biegen links ab und folgen der Straße aus dem Ort in Richtung Frauenberg/Pischertshofen. Richtung Frauenberg treffen Sie auf den ersten Anstieg, der im Radlerlatein Ihrer Begleitung am Abend zum Bergmassiv mutieren wird, gegen das der Tourmalet sich als Hügel ausnimmt. Von Pischertshofen aus geht es flott bergab über Unterschweinbach und Oberweikertshofen nach Egenhofen. Dort befindet sich direkt am Ortseingang eine Art Mini-Freibad mit Liegen und sogar einem Sprungbrettchen. Aber so heiß kann Ihnen nach knapp 15 Kilometern noch gar nicht sein.

In Egenhofen fahren Sie im Ort links weiter und über Weyhern und Egenburg bis nach Pfaffenhofen an der Glonn. Von hier aus verläuft die Strecke auf den nächsten zehn Kilometern wellig und abwechslungsreich, Zeit zum Jammern wird Ihre Begleitung also kaum finden. In Egenburg fahren Sie an der Kreuzung im Ort rechts ab, durch Pfaffenhofen und durch Ober-/Unterumbach bis nach Höfa. Dort folgen Sie stoisch der Straße durch den Ort hindurch und kommen nach etwa drei Kilometern an die Kreuzung bei Miegersbach, wo Sie rechts abbiegen und nach Roßbach und weiter bergauf, bergab bis nach Sittenbach fahren.

Die Hälfte der Strecke liegt nun hinter Ihnen und es ist an der Zeit, Ihre Begleitung an die dringend nötige Verpflegung zu erinnern. Denken Sie daran, dass bei weniger Austrainierten die Fettverbrennung nicht so effizient abläuft wie bei durch unzählige Grundlagenkilometer gestählten Radfahrern. In Sittenbach rollen Sie bergab nach Unterweikertshofen und wieder hinauf über Welshofen – Richtung Dachau fahrend – und weiter über Altstetten und Kappelhof und Oberroth nach Schwabhausen. Im Ort Schwabhausen folgen Sie der Hauptstraße, bis es nach etwa 300 Metern scharf rechts in die Frühlingstraße weitergeht. Diese führt Sie vorbei an Rothof direkt nach Puchschlagen und weiter, den letzten nennenswerten Anstieg hinauf, bis nach Kreuzholzhausen.

Edle Einkehr in Überacker

Nun brauchen Sie nur noch die letzten Kilometer bergab über Palsweis und Thal bis nach Überacker zu rollen. Dort wartet in der Bergstraße 4 im Gasthof Widmann feine, moderne Küche auf Sie. Dies ist kein Landgasthof, sondern ein Restaurant mit entsprechenden Preisen bei entsprechend hoher Qualität des Essens. Vergessen Sie also nicht, zu reservieren und vielleicht einen Rucksack mit Hemd und Hose auf den Rücken zu packen. Von Überacker aus ist es dann nur noch ein Katzensprung zurück zum Ausgangspunkt. In Maisach einmal rechts und zweimal links und Sie sind am S-Bahnhof und haben hoffentlich eine weitere Seele für den Radsport gewonnen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour53 km
Höhenunterschied270 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktS-Bahnhof Maisach
EndpunktS-Bahnhof Maisach
TourencharakterEine kurze, aber knackige Tour, die trotz einiger Spitzen auch für Einsteiger gut geeignet ist. Weitläufige Landstraßen erlauben einen freien Blick über das wellige Ackerland und traumhafte Alleen. Am Ende der Tour wartet auf Sie ein besonderer Einkehrtipp.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamtes (1:50 000)
VerkehrsanbindungBahn: S4 Mammendorf
GastronomieGasthof Widmann, Bergstraße 4, 82216 Maisach, OT Überacker, Tel. 08135-485
Tipps
Muss ich den Radweg benutzen? Eine Frage, die uns bei jeder Ausfahrt beschäftigt, auf die es aber leider nur eine sehr unbefriedigende Antwort gibt: Ja, jeder Radfahrer muss einen Radweg benutzen, wenn dieser mit einem der drei entsprechenden Gebotsschilder ausgezeichnet ist. Diese Pflicht gilt ohne Ausnahme. Wer dagegen verstößt und von den Ordnungshütern auf der Straße erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 15 Euro rechnen. Es sei denn, die Benutzung ist aus ersichtlichen Gründen unzumutbar, etwa durch grobe Schäden im Belag oder Eisglätte. Ausgeschilderte Radwege sind prinzipiell benutzungspflichtig, wenn sie mindestens 1,50 Meter breit, in einem zumutbaren Zustand und an Kreuzungen sicher geführt sind. Anders verhält es sich in unserem Nachbarland Österreich, dort dürfen Sie als Rennradfahrer, der ja in einem höheren Geschwindigkeitsbereich unterwegs ist als die übrigen Fahrer auf dem Radweg, auf der Straße fahren.
Eine Ausnahme gibt es im deutschen Verkehrsrecht allerdings für größere Gruppen, die aus mindestens 16 Fahrern bestehen. Eine solche Gruppe, idealerweise in einer Zweierreihe aufgestellt, ist als geschlossener Verband zu betrachten. Das bedeutet unter anderem, dass beim Abbiegen oder Überholen die gesamte Gruppe von den übrigen Verkehrsteilnehmern wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt werden muss. Die Lösung des Problems wäre es, immer in der Gruppe zu fahren, was allerdings kaum möglich sein dürfte, es sei denn, Sie schaffen es, sich von Ihrem Arzt eine 16-fache Persönlichkeitsspaltung attestieren zu lassen. Am besten Sie benutzen die Radwege, wann immer es geht, und lassen sich ansonsten nicht erwischen. Und tragen Sie sich in eine der zahlreichen Petitionen im Internet ein, damit unsere Verkehrspolitik endlich einmal der Realität ins Auge sieht und entsprechende Gesetze erlässt.

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