Zur Stoißer Alm am Teisenberg

Konditionell anspruchsvolle Mountainbikerunde, sehr steile Auffahrt nach der Hubertushütte und anschließend fahrtechnisch reizvoller Wurzeltrail. (Autor: Wolfgang Taschner, Udo Kewitsch)
Wer im Chiemgau seine (Biker-)Spuren hinterlässt, der muss zumindest einmal auf der legendären Stoißer Alm gewesen sein. Viele Wege führen dort hinauf, wir wählen die Variante über Wagenau und folgen dem Wanderweg von Beginn an bergauf in Richtung Farnbichl. (Wer sich diesen Anstieg sparen möchte, der fahre mit dem Auto bis zum ehemaligen Gasthaus Farnbichl und parke ein Stück weiter oberhalb.)


Unser Weg führt entlang der Diensthütte – hier können die Wasserflaschen noch einmal gefüllt werden – bis weit in den Baumbürger Wald hinein. Die Steigung ist moderat, aber dafür unnachgiebig. Das breite Schotterband sorgt für wenig Abwechslung, doch später, knapp unterhalb der 1000-Höhenmeter-Marke, wenn es ein wenig steiler wird, können wir traumhafte Blicke in das Inzeller Tal und auf die dahinter liegenden Berge Hochstaufen und Zwiesel werfen. Nach der Hubertushütte bäumt sich der Weg ein letztes Mal gewaltig auf und wir benötigen nicht nur Kraft, sondern auch eine gute Körperbeherrschung, um nicht abgeworfen zu werden. 

Anspruchsvoller Trail zur Stoißer Alm

Gut erwärmt erreichen wir eine kleine Anhöhe, die Beschilderung führt uns jedoch links hinauf und bietet keinerlei Verschnaufpause. Ein allerletzter Stich – der Weg ist hier sehr unwegsam – und wir befinden uns nunmehr auf dem höchsten Punkt der Tour. Was soeben noch breit und grobschotterig war, wird nun ein schmales Band und verdient den Namen Wurzelteppich. Der anspruchsvolle Trail verläuft fast eben bis in ein kleines Wäldchen, die letzten 50 Meter müssen geschoben werden und schon haben wir die Almweiden der Stoißer Alm erreicht.

Gemütlich rollen wir rechts hinunter zur Alm. In den Sommermonaten ist vom Weidezaun so gut wie nichts zu sehen. Bikes aller Couleur, jeder Größe und jeder Preisklasse lehnen daran und legen Zeugnis davon ab, wie beliebt der Bikesport in dieser Region ist. Die breite Terrasse der Stoißer Alm und die netten Sennerinnen sowie der über die Grenzen hinweg bekannte Kaiserschmarrn sind Grund genug für eine ausgiebige Rast. Der Blick reicht bis weit über Salzburg hinaus und ist besonders in den Abendstunden ein Erlebnis.

Wir radeln nun weiter in Richtung Inzell/Adlgass, jenen Abhang hinunter, an dem sich während unserer Pause so viele Biker »hinaufgeschält« haben. Von nun an geht es um den gesamten Teisenbergkopf herum, wir folgen stets der Wegweisung »Adlgass« und halten uns im Grunde in einem großen Halbkreis immer halbrechts bergab bis Adlgass.

Haben wir Adlgass erreicht, rollen wir, nun auf Asphalt, weiterhin bergab, bis zu einem Abzweig, der uns in Breitmoos nach dem Sägewerk über Brenner und Ed nach Schwarzberg in die Nähe der Bundesstraße (B 306), der Ferienroute Alpen–Ostsee führt. Nun führt der Radweg rechts direkt nach Boden und von dort in einer kurzen Schleife bis zum Ausgangspunkt nach Wagenau bzw. zu einem letzten Anstieg nach Farnbichl, für alle jene, die zu Beginn der Versuchung, bis hier mit dem Auto zu fahren, nicht widerstehen konnten.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied800 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHammer, Wanderparkplatz Wagenau
EndpunktHammer, Wanderparkplatz Wagenau
TourencharakterFür Locals ein wöchentliches Muss. Die Auffahrt zur Stoißer Alm, im letzten Teil etwas beschwerlich, die Einkehr und Aussicht jedoch unentbehrlich.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte, Nr. 14 oder 16, 1 - 50 000; Kompass Alpen 3D (CD); Chiemgau Radwanderkarte
VerkehrsanbindungA 8, Ausfahrt Siegsdorf/Inzell. Oder mit dem Zug über Traunstein bis Siegsdorf.
GastronomieHammerwirt (Hammer), Schwarzberg (Inzell), Il Porcino (Siegsdorf)
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