Zur Reiter-Alm

Sportliche Mountainbikerunde mit wenigen kernigen Anstiegen, viele Highlights entlang der Route. (Autor: Wolfgang Taschner, Udo Kewitsch)
33 km
700 m
3.00 h
Ich weiß noch, wie ich als Kind bei meinem ersten Sandspeedway-Rennen zusehen durfte. Als die Helden mitsamt ihren Maschinen – und mit ihnen tausende von Steinchen – durch die erste Kurve schossen, wusste ich, warum viele erfahrene Gäste sich von der Absperrung fernhielten. Die Speedwaybahn von Ruhpolding ist leider in die Jahre gekommen und hat ihren Glanz längst verloren. Als Startort für unsere Mountainbiketour ist sie dennoch bestens geeignet. Wir folgen dem Chiemgau-Radweg ein gutes Stück bis zum Holzknechtmuseum (zwischendrin überqueren wir einmal die Deutsche Alpenstraße B 305).
Am meist ausgetrockneten gewaltigen Bachbett des Fischbachs fahren wir nun in das wildromantische Schwarzachental. Der Anstieg ist nicht erwähnenswert, das Schotterband breit und bestens befahrbar, nach kurzer Zeit öffnet sich das Tal am Fuße des Sonntagshorns und zeigt sich von seiner urigsten Seite. Alte Almen, eine rustikale Wasserstelle, ein etwas verwitterter Wetterunterstand - ein Stück Bayern wie aus dem Prospekt, es ist alles geboten. Wir folgen dem Hauptweg, der nun etwas an Steigung zulegt und entlang der rauschenden wilden Schwarzachen ein schönes Fotomotiv darstellt. An der nächsten Kreuzung auf 880 Metern (links führt eine Sackgasse zu einer Diensthütte) zweigen wir, noch bevor die Kaitlalm erreicht ist, rechts ab. Entlang des Seßseekopfs am Weißgraben geht es nun ordentlich bergan.
Wir bleiben auf diesem Weg (die Beschilderung hier ist vorbildlich) und dürfen es nun wieder ein gutes Stück rollen lassen. Die Natur ist auch in diesem Teil unverändert wild und ursprünglich, die Streckenführung ein Genuss. Wir erreichen eine Gabelung und halten uns einmal mehr rechts bergauf, um dann nach einer scharfen Rechtskehre zunächst geradeaus und dann links steil hinunter in einen Pfad einzubiegen. Hat man diese etwas wilde Schlüsselstelle geschafft, verlassen wir den schattigen Wald und landen auf einer malerischen Anhöhe, die bereits den Blick zur nicht minder schön gelegenen Reiter-Alm freigibt. Wir surfen ein paar Bodenwellen und landen an dieser prächtigen Alm, wo wir uns auf eine bayerische Brotzeit freuen.
Frisch gestärkt fahren wir nun knapp fünf Kilometer hinunter nach Weißbach. Eine wunderbare Abfahrt, es empfiehlt sich jedoch, stets bremsbereit zu sein, viele Wanderer nutzen diesen Weg. Man mündet in Weißbach und steuert links und quert ein wenig später die Alpenstraße, um sogleich in Richtung Himmelsleiter einen wahrlich sportlichen Anstieg zu bewältigen. Nur wer sich wirklich über den Lenker legt, den Druck auf die Pedale konstant hält, der hat eine Chance, die kurze, weit mehr als 20%ige Steigung zu besiegen.
Vorbei am Gletschergarten und der ehemaligen Soleleitung rollen wir nun bis zum Café Zwing, queren ein letztes Mal die Alpenstraße und nehmen einen weiteren kurzen Anstieg auf unserem Weg in Richtung Gasthof Schmelz.
Weiter geht es über Niederachen und die Kesselalm bis nach Oberhausen, immer oberhalb des idyllischen Froschsees, der ein weiteres Postkartenmotiv bietet.
Das Ende der Tour führt durch ein schönes Waldgebiet bis nach Infang zum Ruhpoldinger Golfplatz in Zell. Von hier aus nur noch wenige Rollkilometer und wir sind wieder an der Speedwaybahn.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied700 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRuhpolding, Speedwayplatz (Netto); alternativ am Holzknechtmuseum
EndpunktRuhpolding, Speedwayplatz (Netto); alternativ am Holzknechtmuseum
TourencharakterDurch herrliche Berglandschaft und das wildromantische Schwarzachental führt das Schotterband bis hin zur idyllisch gelegenen Reiter-Alm abseits der Hauptrouten.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Nr. 14, 1 - 50 000; Kompass Alpen 3D (CD); Chiemgau Radwanderkarte
VerkehrsanbindungA 8, Ausfahrt Siegsdorf/Inzell. Oder mit dem Zug über Traunstein nach Ruhpolding
GastronomieReiter-Alm, Mauthäusl (Weißbach), Café Zwing (Inzell), Gasthof Schmelz (Inzell), Ortnerhof (Ruhpolding)
Tipps
Auf der gemütlichen Reiter-Alm serviert die stets freundliche Wirtin hausgemachten Kuchen. Außerdem macht sie die besten Omeletts der Region.
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