Zur Otto-Mayr-Hütte

Fast durchgehend längere steile und mittlere Anstiege auf gut ausgebauten Forststraßen. (Autor: Wolfgang Taschner, Udo Kewitsch)
Diese Rundtour ist selbst an heißen Sommertagen zu empfehlen, da der größte Teil des Anstiegs durch schattigen Wald führt. Nach einer kurzen Einrollphase geht es gleich zur Sache, der Forstweg steigt in weiten Serpentinen in das Raintal hinauf. Der Anstieg ist zwar steil, aber sehr gleichmäßig. Deshalb kann man auf dem gut zu befahrenden Forstweg schnell seinen Rhythmus finden und rasch an Höhe gewinnen. Kurz vor Erreichen des Raintals wird es zunehmend flacher, rechter Hand ist unter uns der Sababach zu hören. Wir halten uns an der nächsten Abzweigung rechts und überqueren unmittelbar danach den Sababach. Von der Brücke aus bietet sich ein schöner Blick in das breite Geröllfeld. Auf der anderen Seite steigt der Forstweg wieder an, allerdings nicht mehr ganz so steil. Für eine optische Abwechslung in dem dichten Wald sorgen die intensiv blauen Blüten des Enzians am Wegesrand.
Nach etwa 20 Minuten Fahrzeit wird es wieder deutlich flacher, der Wald lichtet sich und man sieht weitläufige Wiesen. Zum ersten Mal bekommen wir das Raintal in seiner vollen Ausdehnung zu sehen, zu beiden Seiten eingeschlossen von den Gipfeln der Tannheimer Berge. Links stehen Gehrenspitze, Köllenspitze und weiter hinten im Tal Gimpel und Schartschrofen. Auf der rechten Seite sehen wir in erster Linie den Bugschrofen, einen Gipfel der Vilser Gruppe.
Mitten im Weidegebiet bietet sich die Musauer Alm für einen Zwischenstopp an. Im weiteren Verlauf zeigt sich nochmals die ganze landschaftliche Schönheit des Raintals. Es lohnt sich, neben dem Forstweg einige Minuten im Gras zu verweilen und die beeindruckende Natur auf sich wirken zu lassen. Kurz darauf erreichen wir nochmals ein Waldgebiet und nehmen den letzten Anstieg hinauf zur Otto-Mayr-Hütte in Angriff. Nach einigen Serpentinen und einer letzten Rampe ist die schön gelegene, gemütliche Einkehr erreicht.
Auf der Sonnenterrasse treffen wir normalerweise zahlreiche Biker an, die sich beispielsweise die leckeren Kasknödl schmecken lassen. Die Geschichte der Otto-Mayr-Hütte geht auf das Jahr 1899 zurück, als die Hütte in München auf einer Ausstellung als »Musterhaus für Bergsteiger« zu sehen war. Dr. Otto Mayr, der damalige Vorstand der Alpenvereinssektion Augsburg, griff zu und erwarb kurzerhand das Gebäude. In seine Einzelteile zerlegt, kam die Hütte mit der Bahn nach Füssen, von wo aus sie die Alpenvereinsmitglieder in einer aufwendigen Aktion hinauf ins Raintal schafften und dort wieder aufbauten. Am 8. Juli 1900 war dann die feierliche Einweihung.
Vor der Abfahrt zurück ins Tal empfiehlt sich noch eine kurze Fahrt hinüber zur Neuen Füssener Hütte, neben der die Alpenvereinssektion Augsburg einen sehenswerten Alpenpflanzengarten angelegt hat.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Höhenunterschied650 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWanderparkplatz Bärenfalle
EndpunktWanderparkplatz Bärenfalle
TourencharakterNach einer etwas anstrengenden Auffahrt bietet die Otto-Mayr-Hütte erfrischende Getränke und ein gutes Essen. Anschließend sollte man sich noch etwas in der Umgebung umsehen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Wanderkarte Füssen/Außerfern, 1 - 50 000
VerkehrsanbindungVon Füssen Richtung Reutte (Tirol) bis Ausfahrt Reutte-Nord, dann Richtung Wiesbichl und links Richtung Brandstatt; der Wanderparkplatz Bärenfalle liegt nach etwa 200 m auf der linken Seite. Stündliche Bahnverbindung von Kempten oder Garmisch-Partenkirchen, jeweils mit Ausstieg in Pflach oder Musau.
GastronomieOtto-Mayr-Hütte (www.otto-mayr-huette.de), Musauer Alm, Gasthof Bärenfalle am Ausgangspunkt
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