Von Meran nach Tramin

Leicht, da größtenteils flach, nur stellenweise hügelig. (Autor: Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann)
59 km
420 m
6.00 h
Auf unserer zweiten Etappe begeben wir uns zunächst auf den Etschtalradweg, der die beiden größten Städte Südtirols, Meran und Bozen, miteinander verbindet. Der sogenannte Apfelradweg gehört zu den schönsten des Landes, was einerseits an dem Verlauf durch Apfelplantagen und Obstwiesen und andererseits an den vielen Sehenswürdigkeiten liegt, die es entlang der Radroute zu bestaunen gibt.
Von der Stadtmitte in Meran fahren wir südlich Richtung Lana. Weil der Etschradweg noch nicht gänzlich fertiggestellt ist, müssen wir die ersten acht Kilometer bis Lana mit Fiat, Vespa und Co. auf der Asphaltstraße teilen. Dies ist allerdings eine der letzten Lücken im Radwegnetz Südtirols und die Stadt Meran arbeitet daran, die letzten fehlenden Meter zu schließen. Unser Weg Richtung Süden, nach Bozen und weiter bis zu unserem Tagesziel, dem Kalterer See und Tramin, ist ab Lana radlergerecht ausgeschildert. Sobald wir die Stadtgrenze hinter uns gelassen haben, ist der Blick auf das traumhafte Panorama des Etschtals frei. Die Straße verläuft leicht ansteigend über Marling und Tscherms bis Lana. Von hier führt uns der Apfelradweg bis in den Großraum Bozen.
Wer seine Blicke schweifen lässt, kann auf dem Radweg viele Südtiroler Highlights erblicken: Die Dörfer des Etschtales, Kirchen, viele Burgen und Schlösser an den Hängen der Berge. Wer sie sich näher ansehen will, kann jederzeit vom Etschradweg abzweigen und einen Abstecher zu den Schlössern machen.
Wir nähern uns Andrian, einem kleinen verschlafenen Dörfchen an der westlichen Seite der Etsch. Andrian an der Südtiroler Weinstraße beherbergt die älteste Kellerei Südtirols und auch Fans der volkstümlichen Musik ist Andrian sicher ein Begriff: Vincent & Fernando, Sieger beim Grand Prix der Volksmusik im Jahre 2009, wohnen hier im Ort.
Von Andrian fahren wir weiter auf dem Südtiroler Apfelradweg Richtung Bozen. Nach wenigen Kilometern baut sich die Stadt vor uns auf. Bozen hat sich im letzten Jahrhundert zu einer Alpenmetropole mit einem ganz eigenen Flair entwickelt, den wir aus der Ferne nur erahnen können. Der südliche Abschnitt in der Nähe der Burg Sigmundskron bietet einen grandiosen Rundblick von den Dolomiten (Rosengarten, Schlern) bis zum Hochland von Eppan mit dem Umriss des barocken Zwiebelturms von St. Pauls und den Schlössern Hocheppan und Boymont, darunter eine prächtige Weinlandschaft.
Am Bahnhof von Sigmundskron geht es links ca. 200 Meter die Straße in Richtung Bozen weiter, bis rechts eine Abzweigung die Fortsetzung des Radwegs anzeigt. Nach einer Rechtskurve gelangt man zu einem kleinen Bahnübergang, danach fahren wir über eine Fahrradbrücke Richtung Eppan und Kaltern weiter.
Der großzügig ausgebaute Radweg entlang der Etsch ist an Wochenenden und bei schönem Wetter oft stark frequentiert, kein Wunder bei der Begeisterung der Italiener für den Radsport. Radtouristen mit bepackten Reiserädern haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Trotzdem ist die Fraktion der Radsportler, die schrille Renntrikots tragen, nach wie vor deutlich in der Überzahl. Wir rollen seelenruhig auf dem Asphaltband dahin und schütteln nur immer wieder den Kopf über die vielen Italiener, die mit 30 km/h angeschossen kommen und nach wie vor keinen Helm tragen.
Kurz vor Auer, ca. 20 Kilometer südlich von Bozen, verlassen wir den Etschtalradweg und biegen ab Richtung Kalterer See. Eine kaum befahrene Nebenstraße führt uns nach etwa drei Kilometern zum See, wo wir sogleich unsere Badehose auspacken und ins Wasser springen. Dann machen wir noch eine kleine Seeumrundung und fahren schließlich auf der Südtiroler Weinstraße nach Tramin, wo wir bei einem köstlichen Gewürztraminer den Tag ausklingen lassen.

Roadbook.
1) Von Meran über die Gampenstraße am Pferderennplatz vorbei Richtung Marling fahren 2) Der Bundesstraße SS 238 bis nach Lana folgen 3) In Lana nach der Flussüberquerung die zweite Straße links Richtung Lana Zentrum fahren 4) Weiter bis Niederlana fahren 5) In Niederlana der Beschilderung Südtiroler Apfelradweg nach Nals folgen (ca. 10 km) 6) Geradeaus durch Nals durchfahren und dem Radweg bis Andrian folgen 7) Von Andrian weiter auf dem Südtiroler Apfelradweg Richtung Eppan 8) Kurz vor Eppan links Richtung Bozen halten 9) Bundesstraße und Etsch überqueren, 250 m nach der Brücke links auf den Radweg entlang der Etsch abbiegen 10) Immer die Etsch entlang bis kurz vor Auer fahren (ca. 16 km) 11) Rechts über die Autobahnbrücke Richtung Kalterer See abbiegen 12) Rechts Richtung Kalterer See fahren 13) Der Straße bis zum Kalterer See folgen 14) 600 m hinter dem Kalterer See rechts in den Wanderweg Nr. 3 einbiegen 15) An der Hauptstraße links abbiegen 16) Nach 2 km rechts auf die Hauptstraße abbiegen 17) An der Südtiroler Weinstraße links abbiegen 18) Ankunft Tramin.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour59 km
Höhenunterschied420 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
StartortMeran
AusgangspunktMeran (340 m)
EndpunktTramin (276 m)
TourencharakterAuch der zweite Tag unserer Vinschgau-Durchquerung führt uns durch eine bezaubernde Landschaft. Zunächst fahren wir entlang dem Südtiroler Apfelradweg vorbei an Obstwiesen und Apfelbäumen. Bei Sigmundskron, das direkt an Bozen grenzt, mündet der Apfelradweg in den Überetscher Radweg. Das Gebiet der Überetsch, ein weitläufiges Hochplateau, baut sich sanft vor uns auf. Wir schauen hoch auf Schloss Sigmundskron, das Museum von Reinhold Messner. Immer mehr Weinreben mischen sich unter die Apfelbäume. Auf dem Etschtalradweg geht es Richtung Kalterer See. Uns erwartet eine leichte Etappe, bei der man je nach Lust und Laune anhalten, verweilen und genießen kann.
Hinweise
Erlebniswert – hoch. Kondition – gering. Fahrtechnik – leicht.
KartentippKompasskarte Meran und Umgebung: Wander-, Bike- und Skitourenkarte, 1:50 000. Kompasskarte Südtiroler Weinstraße – Unterland: Wanderkarte mit Kurzführer und Radrouten, 1:25 000
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Bozen-Süd, dann auf der MEBO-Schnellstraße Richtung Meran fahren.
GastronomieAndrianer Hof in Andrian, Restaurant Mendelhof in Sigmundskron, Pizzeria oder Seegarten am Kalterer See
Informationen
Siehe Tour 11.1 in Karte
Höchster Punkt
380 m
Unterkunft
Bike-Hotel Traminer Hof, Fam. Pomella, Weinstr. 43, I-39040 Tramin, Tel. +39/(0)471/86 03 84, www.traminerhof.it. Das Bike-Hotel Traminer Hof ist die Adresse im Süden Südtirols, wenn es um Mountainbike, Radwanderungen und Rennrad geht. Bereits seit 1993 organisiert der Traminer Hof geführte MTB-Touren in der Umgebung. Das neue Erlebnishallenbad mit Schwimmerbecken (11 m, 30°), das Attraktionsbecken (32°, Wildwasserkanal, Whirlpool, Wasserfall) und die Saunalandschaft (Finnische, Türkische und Bio-Kräutersauna) bieten ideale Erholungsmöglichkeiten nach einer langen Biketour. Das Hotel hat sich speziell auf Biker eingestellt und lässt auch ansonsten keine Wünsche offen: – Mountainbike-Touren in zwei Leistungsklassen – Mountainbike-Techniktraining – Waschplatz für Räder – Waschen/Trocknen von Bikebekleidung – Landkarten – Freibad, Erlebnishallenbad und Saunalandschaft
Tourismusbüro
TVB Tramin, Tel. +39/(0)471/86 01 31, www.tramin.com

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