Von Mals nach Meran

Leicht, da nur talabwärts und auf gut ausgebauten Radwegen. (Autor: Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann)
61 km
180 m
5.00 h
Der Kontrast zwischen den blühenden Apfelplantagen und den schneebedeckten Ortlerspitzen im Hintergrund begleitet uns durch die erste Etappe. Neben der faszinierenden Landschaft und den kulturellen Highlights kommen auch Gourmets voll auf ihre Kosten: Egal ob leckeres italienisches Eis in Glurns, einen perfekten Cappuccino in Schlanders oder ausgezeichnete Marillenknödel in Laas, entlang der Tour bieten sich unzählige Einkehr- und Verköstigungsmöglichkeiten.
Wir beginnen unsere Drei-Tages-Tour durch das sonnige Vinschgau in Mals auf 1050 Metern Meereshöhe. Mals ist die zweitgrößte Gemeinde Südtirols und umgeben von den Ötztalern im Osten, der Ortlergruppe im Süden und der Sesvennagruppe im Westen. Die Tour startet mit einer herrlichen Abfahrt in das mittelalterliche Städtchen Glurns. Das kleine Städtchen ist äußerst sehenswert, ein kurzer Spaziergang hinter den alten Stadtmauern und ein Eis in den alten Laubengassen lohnen sich auf jeden Fall.
Wir verlassen Glurns durch das Stadttor und biegen links auf den Radweg entlang der Etsch. Und schon finden wir uns auf dem Vinschger Radweg wieder, der uns südlich von Schluderns in die Prader Sand führt. Dabei handelt es sich um eine geschützte Flussau, in der bedrohte Vogelarten und Wassertiere ein Rückzugsgebiet gefunden haben. Auf unserer rasanten Abfahrt machen sich die ersten Apfelplantagen breit und im Hintergrund blitzen immer wieder die weißen Spitzen des Ortlermassivs hervor.
Nach Durchquerung des Dorfes Prad fahren wir auf Feldwegen weiter in östlicher Richtung. Der Radweg führt uns bis an den Rand des Nationalparks Stilfser Joch und durchquert mehrmals geschützte Flussauen, in denen wir kurze Schotterpisten in Kauf nehmen müssen. Abgesehen von diesen kurzen Schotterabschnitten ist der gesamte Radweg asphaltiert und wird nicht umsonst Radl-Highway nach Meran genannt. Wir erreichen das Dorf Laas, das vor allem für seinen Marmor bekannt ist. Der Laaser Marmor wird aus dem Berg gebrochen und in Blöcken abtransportiert. Damit werden in Dubai ganze Moscheen errichtet. Auch die Löwen vor der Feldherrnhalle in München sind aus diesem Marmor. Selbstverständlich ist der berühmte Marmor auch in Laas selbst überall zu finden: z. B. bei der Beeteinfassung im Garten, der Vogeltränke, dem Gehsteig, dem Grabstein oder dem Dorfplatz mit seinem Brunnen. Laas gilt zudem als Zentrum des Vinschger Marillenanbaus. Jedes Jahr Ende Juli, Anfang August findet im Dorf das Marillenfest statt, zu dieser Zeit dürfen wir uns auf die leckersten Marillenknödel in ganz Südtirol freuen.
Hinter Laas und zurück auf dem Radweg fahren wir an einem verwilderten Abschnitt die Etsch entlang. Nach einer Weile erreichen wir Schlanders (Ortsteil Göflan), das Dorf, welches als Hauptort des Vinschgaus gilt. Weiter geht’s nach Latsch am Eingang des Martelltales. Der Radweg durchquert den Ort, und so bekommen wir eine kleine Stadtführung ganz ohne Umwege. Bei Kastelbell beginnt der wärmere Teil des Vinschgaus und wir erspähen die ersten Weinreben auf den trockenen Sonnenhängen. Das Schloss Kastelbell kann man vom Radweg sehr gut ausmachen. Es liegt malerisch auf einem mächtigen Felsblock, der am linken Ufer der Etsch aufragt, wo diese aus der Schlucht der Latschander das weite Untervinschgau erreicht.
Einige Kilometer weiter, nach der Abzweigung ins Schnalstal, erreichen wir Naturns und damit heißt es: willkommen im Meraner Land. Das macht sich auch an den Temperaturen bemerkbar. Wer auf dem Vinschger Radweg vom Reschensee Richtung Meran fährt, wird merken, wie es stündlich deutlich wärmer wird. Spätestens im Talkessel von Meran empfängt uns ein mediterranes Klima und im Sommer herrschen oft schwüle Temperaturen.
Vorbei an Plaus und Partschins geht es in Töll nach links. Der neue Radweg folgt jetzt der Etsch bis kurz vor Algund und führt dort auf einer neu erbauten, verkehrsfreien Trasse in sieben Kehren hinunter bis in die Stadtmitte von Algund. Kurz vor dieser rasanten Abfahrt kann man noch den Blick in den Meraner Talkessel genießen.
Nach der Ankunft in der Kurstadt haben wir genügend Zeit übrig für einen Stadtspaziergang. Wir flanieren entlang der Passer, an der Therme und dem Kurhaus vorbei bis zu den alten Laubengassen. Hier locken zahlreiche Restaurants mit Südtiroler Spezialitäten, Pizza, Pasta und gutem Wein. Wir genießen das mediterrane Flair bis in die späten Abendstunden hinein und lassen den Tag bei einem »Hugo’s« und Livemusik auf dem Thermenplatz ausklingen.

Roadbook.
1) Vom Bahnhof in Mals geradeaus bis zur Hauptstraße vorfahren 2) Links in die Hauptstraße Richtung Glurns abbiegen 3) In Glurns links in den Etschtalradweg abbiegen (Beschilderung Radroute Meran) 4) An der Etsch entlang bis nach Sponding fahren 5) In Sponding der Beschilderung des Etschtalradweges bis nach Laas folgen 6) Weiter auf dem Radweg bis nach Göflan 7) Dem Radweg über Schlanders nach Morter folgen 8) Der Radroute über Latsch nach Kastelbell folgen 9) Weiter über den Radweg bis Naturns und Partschins 10) In Töll den neuen Radweg nach Algund nehmen (Abfahrt mit 14 Kehren) 11) Weiter den Schildern Richtung Meran Zentrum folgen 12) An der Passerpromenade bis ins Zentrum fahren 13) Ankunft Meran.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour61 km
Höhenunterschied180 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
StartortMals
AusgangspunktMals
EndpunktMeran (340 m)
TourencharakterDie Vinschgau-Tour beeindruckt durch die abwechslungsreiche Landschaft, das mediterrane Klima und die vielen Dörfer und Städte entlang dem Radweg, die mit den unterschiedlichsten kulturellen Eigenheiten darauf warten, von uns entdeckt zu werden.
Hinweise
Erlebniswert – hoch. Kondition – gering. Fahrtechnik – leicht.
KartentippKompasskarte Vinschgau, Val Venosta: Wander-, Rad- und Skitourenkarte, 1:50 000 Kompasskarte Meran und Umgebung: Wander-, Bike- und Skitourenkarte, 1:50 000
VerkehrsanbindungMit dem Auto: Über den Reschenpass über Reschen-Graun-St.Valentin bis Mals. Mit dem Zug: Mit einer internationalen Verbindung nach Bozen fahren, dort in den Regionalzug nach Meran einsteigen. In Meran umsteigen in die Vinschgerbahn und bis zur Endstation Mals fahren.
GastronomieEisdiele »Zum Grünen Baum« in Glurns, Bar Krone in Laas
Tipps
GLURNS – DIE KLEINSTE STADT SÜDTIROLS. Gerade einmal 900 Einwohner zählt das beschauliche Städtchen. Dennoch ist Glurns eine der 8 Städte Südtirols und die einzige Stadt im Vinschgau. Ein besonderes Merkmal der Stadt sind die vollständig erhaltenen Stadtmauern. Die Gründung durch den Tiroler Landesfürsten Meinhard II. liegt bereits mehr als 700 Jahre zurück, so ist Glurns nicht nur die kleinste, sondern zugleich auch die älteste Stadt Südtirols. Das mittelalterliche Flair verleiht der Stadt einen ganz besonderen Charme. Auch seinen ländlichen Charakter hat das Städtchen bis heute nicht verloren: Im Ortskern kann man schon mal einer Kuh oder einem Misthaufen begegnen … Auf dem alten Marktplatz herrscht oft reges Treiben, wenn die Händler fast wie früher lautstark ihre Waren anpreisen. Und im Sommer werden hier viele berauschende Feste gefeiert. Eine große Bedeutung erhielt Glurns ursprünglich durch sein Marktrecht und seine geografische Lage. Glurns war von jeher wichtiger Handelsknotenpunkt im Alpenraum.
Informationen
Siehe Tour 11.1 in Karte
Höchster Punkt
1050 m (Mals)
Unterkunft
Sporthotel Muchele, Burgstall bei Meran, Maiergasse 1, I-39014 Burgstall bei Meran, Tel. +39/(0)473/29 11 35, Fax +39/(0)473/29 12 48. Schulerhof, Gröbenweg 6, I-39025 Plaus/Naturns bei Meran, Tel. +39/(0)473/66 00 96, Fax +39/(0)473/66 00 64, info@schulerhof.it. Hotel Mesnerwirt, Kirchweg Nr. 2, I-39010 Hafling oberhalb Meran, Tel. +39/(0)473/27 94 93, Fax +39/(0)473/29 95 30.
Tourismusbüro
www.meran.info, www.meran.eu, www.meranerland.com.

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