Von Eschenlohe nach Ettal

Fahrtechnisch einfache Tour, bei der man die zu bewältigenden Höhenmeter kaum merkt – wir radeln auch eher um Berge herum als hinauf. (Autor: Lisa Bahnmüller)
44 km
600 m
4.00 h
Wir radeln, die Eschenloher Kirche im Rücken, aufder Michael-Fischer-Straße aus dem Dorf, queren die B 2 und radelnnun auf einer Landstraße unter der Autobahn hindurch.Kurz darauf ist die geteerte Straße für den Autofahrer gesperrt,und wir folgen ihr nun nach Grafenaschau. Im Ort biegen wirlinks in dieAngerstraße und folgen dann geradeaus demRadweg,nun stets mit der Beschilderung Richtung Bad Kohlgrub. Wennwir den Kurort erreichen, haben wir schon die Nordostflankenvon Ettaler Manndl, Aufacker und der drei Hörnle-Buckel passiert.Im Ort stoßen wir auf die große Hauptstraße, der wir nachlinks an der großen Dorflinde vorbei zur Kirche St.Martin folgen.Dann müssen wir ein Stück an Höhe gewinnen und etwas kompliziertden Schildern »Kraggenau/Altenau« durch den Ort folgen.Durch die Baumgartenstraße über ein paar Felder aufwärtshaben wir im Weiler Kraggenau den höchsten Punkt der Tour erreicht.Dort radeln wir mit einem Links-rechts-Knick in den FeldwegRichtung Altenau.Mit herrlicher Aussichtverlieren wir an Höheund treffen an der Blindenschuleauf eine kleineTeerstraße, in die wirlinks einbiegen. Kurz daraufsind wir in Wurmansau,das wir rechtsdurch den Weg An derLeiten verlassen. Unterder B 23 hindurch, biegen wir nochmals rechts ab und kommen nach Altenau, wo wir dieGleise in einer Linkskurve unterqueren. Rechts fahren wir in dieObere Dorfstraße, dann links in die Untere Dorfstraße und erneutlinks in den Ahornweg. Nach ca. 200m biegen wir rechts in denEckweg, folgen ihm leicht nach links, verlassen so den Ort und erreichendie Ammer.Nun immer auf dem Weg am Fluss entlang flussaufwärts weiter.Über die Kochelfilz sehen wir links Hörnle und Aufacker, am anderenFlussufer den markanten Pürschling und den Kofel aufragen.Bei einer Brücke erreichen wir Unterammergau.Hier wechseln wir die Uferseite, radeln ein Stück parallelzur Straße und dann gleich wieder entlang derAmmer äußerst idyllisch nach Oberammergau. ZurBesichtigung radeln wir schließlich an der Brückelinks in die Ortsmitte.Wer sich den touristischen Rummel ersparen möchte,fährt ebenfalls über die Brücke, wendet sich aber direktdanach rechts auf den Ammer-Radweg. DasSchild »Kloster Ettal« bringt uns über einen kleinenZulauf derAmmer.Wir passieren die Bärenhöhle, diezu Fußmit einemAbstecher über die Autostraße und einemsteilen Steig zu erreichen ist. Bis Ettal bleiben wir auf dieserFlussseite und überqueren nur einmal die zum Schloss Linderhofführende Autostraße, wo wir zu einem Abstecher rechts zur EttalerMühle abbiegen könnten.Kurz darauf sind wir in Ettal. Kaum jemand vermutet in dieserBergwelt einen so mächtigen Klosterbau: Ettal ist die größte KuppelkircheBayerns.Nach etlichen Vorgängerkirchenwurde das Barockjuwel1716 nach Plänen von Zucalli erbaut. Bis zur Fertigstellungsollten aber noch fast 75 Jahre vergehen. Gut Ding willWeilehaben, und so sehen wir heute ein Gesamtkunstwerk bayerischenBarocks, an dem viele bedeutende Künstler wie J. B. Straub,J. Schmutzer oder J. J. Zeiller mitgewirkt haben. Im Innenraumtummeln sich zahlreiche Putten, Stuck-Rocaillen bedecken fastjede Wand. Nach wie vor ist das Benediktinerkloster ein sehr lebendigerwirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des Tals.Dazu gehören neben einem Gymnasium auch ein Kunstverlag,die Klosterbrauerei, ein Hotel sowie eine Klosterlikör-Destillerie.Täglich um 18Uhr stimmen die Mönche außerdem in der Kirchedas Chorgebet an.Wenn wir es pünktlich schaffen, ist das ein sehrbewegender Moment.Nach der Klosterbesichtigung durchqueren wir auf der Hauptstraßeden Ort, halten uns dann aber links in die Alte Bergstaße.Schon geht es bergab. Noch einmal stoßen wir auf die EttalerLandstraße B 23, die wir nun geradeaus vorsichtig queren. Auf der rechten Seite beginnt die Alte Ettaler Straße, die ungeteertsehr steil bergab führt – hier bitte langsam fahren, die alte Straßeist nicht in bestem Zustand! Am Industriegebiet sind wir schon inOberau. Auf der B 23 radeln wir nach rechts zur noch größerenB2, wobei wir uns links Richtung München einordnen. Die B 2überqueren und rechts in die Werdenfelser Straße. Nach linksüber die Gleise und dann rechts in der Flößerstraße zur Loisachbrücke.Nun lassen wir endlich das leider in Verkehr und Abgasenerstickende Oberau hinter uns.Wir queren die Loisach und radeln auf der kleinen, geteertenStraße am Golfplatz vorbei. Fast schon am Fuß des Estergebirgesbeginnt der Radweg über ein kleines Bächlein nach Eschenlohe.An einemFelsrutsch radelnwir imleichtenAuf undAb durch denWald. Links von uns breitet sich das Pfrühlmoos aus, und bald habenwir die Sieben Quellen erreicht, ein eindrucksvolles Naturschauspiel.Hier stößt eine wasserführende Schicht am Fuß desEstergebirges ans Tageslicht. Gewaltige Mengen Wasser in schillerndenBlau- und Grüntönen ergießen sich ins Pfrühlmoor undbilden Mooraugen, kleine Teiche in der Moorlandschaft. Selbst anheißesten Sommertagen ist diesesWasser eiskalt.Nach der Verschnaufpause folgt nun ein leichter Anstieg. Obenangekommen jubiliert die Ästhetenseele: Im Rückblick liegt eineLandschaft wie im schönsten Bayern-Bildband vor uns. Weit erstrecktsich das Tal durch dasMoor insWerdenfelser Land hinaus,überragt vomWettersteingebirge mit der Zugspitze.Kurz darauf erreichen wir wieder Eschenlohe und weiter inFahrtrichtung bald an einer Brücke die Ortsmitte.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour44 km
Höhenunterschied600 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortEschenlohe
AusgangspunktEschenlohe, Kirche St.Michael
Endpunkt Eschenlohe, Kirche St.Michael
Tourencharakter Um Hörnle, Aufacker und Ettaler Manndl
KartentippKompass 1:50 000, Blatt 6 Walchensee–Wallgau–Krün
VerkehrsanbindungAuto: Von München auf der A 95 Richtung Garmisch, Ausfahrt Eschenlohe, dann zur Ortsmitte von Eschenlohe; dort mehrere Parkplätze um die Kirche
GastronomieUnterwegs in allen OrtenGaststätten und Biergärten;besonders nett der kleineAbstecher zur Ettaler Mühleam Beginn des Ammer-Weidmooses
Informationen
Oberammergau, das klingtnach Souvenirshops und»Kraut mit Würstel«, nachTouristennepp. Aber der Ortist viel besser als sein Ruf.Sehenswert sind vor allemdie mit Lüftlmalerei geschmücktenHäuser. Mit»Malen an der frischenLuft« hat das aber reichlichwenig zu tun: Dieser Begrifffür Fassadenmalerei entstanddurch den FreskantenFranz Zwinck (1748–92),dessen Bilder an vielenHäusern im Ort erhaltensind. Zwinck lebte im Haus»Zum Lüftl« in der Judasgasse2 und war bereits einerder ganz Großen in derKünstlerszene. Damals wares üblich, neben seinemTaufnamen auch den Hofnamenzu verwenden, undsomit macht ihn sein Hauszum »Lüftlmaler«. Einigeder schönsten Häuser inOberammergau: Pilatushaus,Forstamt und – vorallem für Kinder – die mitMärchengestalten verziertenHäuser in der EttalerStraße. Auch die PfarrkircheSt. Peter und Paul istreich freskiert.
Tourismusbüro
Gästeinformation Eschenlohe, Tel. 08824/82 28, www.eschenlohe.de
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