Unter den Felsspitzen der Geislergruppe

Anspruchsvolle Tour, bei der man ausreichend Kondition mitbringen sollte. Nach dem etwas anstrengenden Aufstieg wird man mit einmaligen Aussichten und traumhaften Fotoszenerien belohnt. Das letzte Stück zur Seceda Bergstation überwinden wir mithilfe der Seilbahn. (Autor: Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann)
33 km
1316 m
4.00 h
Zum gemütlichen Einfahren bleibt uns bei dieser Tour kaum Zeit, denn schon kurz nach dem Start sehen wir uns gezwungen, in die kleinsten Gänge zu schalten. Wir fahren zur Talstation der Seceda-Seilbahn. Hinter der Seilbahn schrauben wir uns erst auf Asphalt, dann auf einer Forststraße die Serpentinen hoch und kreuzen dabei immer wieder die Trasse der neuen Raschötzerbahn.
Bei der letzten Serpentine fahren wir geradeaus weiter und erreichen den Höhenweg, der von der Bergstation der Raschötzerbahn zur Heilig-Kreuz-Kapelle führt.
Die Auffahrt haben wir erfolgreich bewältigt und wir genießen zufrieden das fantastische Panorama, das sich vor unseren Augen erhebt: Direkt gegenüber breiten sich die grünen Wiesen der Seiser Alm aus. Dahinter ragen die schroffen Spitzen des Langkofel in den Himmel. Weiter links entdecken wir die bekannte Sellagruppe. Bei klarem Wetter kann man an dieser Stelle sogar die weißen Gletscherflächen im Gipfelaufbau der Marmolada erkennen.
Ab dem Aussichtspunkt steigt der Höhenweg nur noch leicht an, bis wir die traumhaft gelegene Heilig-Kreuz-Kapelle erreichen. Der Höhenweg stellt den Übergang ins benachbarte Villnösstal dar, wir aber machen an der Kapelle kehrt und rollen zurück bis zur Raschötzhütte. Hier folgen wir dem bekannten Weg, bis wir wieder zur Forststraße gelangen, die uns die letzten Meter hinauf zur Bergstation der Raschötzerbahn bringt. Schon bald nach der Bergstation erreichen wir die Saltnerhütte. Die Saltnerhütte liegt auf einer Höhe von 1731Metern am Fuße des Schlernmassivs. Auch hier lohnt es sich wieder, eine Pause einzulegen und die Aussicht zu genießen, denn der Blick ist ähnlich atemberaubend wie vorher auf dem Höhenweg.
Direkt hinter der Hütte beginnt die steile Abfahrt auf der Skipiste Richtung Mittelstation Seceda. Die Gondel der Mittelstation bringt uns samt unseren Bikes in kürzester Zeit zum höchsten Punkt der Tour auf 2450 Meter. Die Gondel wird in der Nähe des Steilabsturzes der Seceda hochgezogen, von hier haben wir einen herrlichen Überblick über St. Ulrich mit Raschötz und Seiser Alm. Oben angekommen liegt die Geislergruppe zum Greifen nahe und bildet zusammen mit dem Mont de Stevia, der Sellagruppe, dem Langkofel und dem Plattkofel ein Naturschauspiel der Felsgiganten. Nun endlich kommen die Trailbegeisterten unter uns auf ihre Kosten: Ein wunderschöner Singletrail zielt genau auf die Geislerspitzen und endet an der Hütte Pieralongia. Bei der gleichnamigen Felsformation, dem Pieralongia- Felsen, der wie ein überdimensionales »V« aussieht, machen wir eine ausgedehnte Rast und lassen die einmalige Landschaft auf uns wirken.
Wir haben noch weitere 800 Höhenmeter vor uns, vorbei an der Odles-, der Regensburger und der Sangon-Hütte bis kurz vor der Talstation Col Raiser. Über den abgeschiedenen Weiler Insom fahren wir weiter Richtung Sankt Jakob und halten uns dabei immer etwas oberhalb und fernab des Trubels im Tal. Der Weg wird zunehmend schmaler und bereitet uns somit zunehmend mehr Fahrspaß.
Wir erreichen die älteste Kirche des Grödner Tales, die St. Jakobskirche.
Neben der Kirche lassen wir uns auf einer Liegewiese nieder und lassen den Blick bis zum Plattkofel, Langkofel und zur Sellagruppe schweifen.
Danach folgen drei weitere Kilometer reiner Fahrspaß auf dem schmalen Waldweg Richtung Annatal. Im Wald wechseln sich schmale Trails mit breiteren Waldwegen, Serpentinen und kleinen Holzbrücken ab und wir wünschen uns, der Weg möge nie aufhören.
Leider ist an der Pauli-Hütte Schluss mit den Trails. Nach wenigen Metern gelangen wir zur gepflegten Annatal-Hütte (Caffè Val d’Anna), der letzten Einkehrstation auf dieser Tour. Tische im Schatten oder Liegestühle in der Sonne laden zur ausgiebigen Rast ein. Im Bach hinter der Liegewiese können wir unsere erhitzten Füße im kalten Bach baumeln lassen. Nach der Einkehr rollen wir gemütlich, es geht fast nur noch bergab, vorbei an der Talstation der Seceda-Seilbahn, zurück ins Zentrum von St. Ulrich.

Roadbook.
1) Bei Tourist Info St. Ulrich rechts Richtung St. Jakob fahren 2) Bei Kirche St. Ulrich gerade Richtung Sacun 3) Bei Abzweig (Stein) halb links Richtung Annatal halten 4) Bei Talstation Seceda gerade bergauf Richtung Annatal 5) Beim Spielplatz links 6) Bei der Bachbrücke geradeaus 7) Bei Abzweig gerade bergauf 8) In der Kehre (Brunnen) gerade Richtung Annatal halten 9) Beim Abzweig Straße Sobosch scharf rechts in die Raschötz 7 einbiegen 10) Bei Abzweig Streda Costes gerade bergauf 11) Bei Abzweig Raschötz 9 scharf links bergauf fahren 12) Beim Brunnen gerade bergauf 13) Bei Abzweig nach Furnes gerade Richtung Raschötz 14) Unter Seilbahn geradeaus 15) Bei Abzweig nach Troi Paian 8 scharf rechts Richtung Raschötz 16) Dem Wegverlauf (Markierung Nr. 10) bis zur Raschötzhütte folgen 17) Bei Einmündung kurz vor Hütte halb links zur Heilig- Kreuz-Kapelle fahren 18) Bei Heilig-Kreuz-Kapelle zurück 19) Ab der Hütte 900 Meter zurückfahren bis zur Einmündung in Kehre, dort halb links bergauf Richtung Sessellift, Restaurant fahren 20) Wegverlauf bis zur Saltnerhütte folgen 21) Abzweig Wanderweg bei Saltnerhütte gerade bergauf zur Brogles-Hütte 22) Abzweig hinter Saltnerhütte halb rechts Furnes, St. Ulrich (über den Zaun zum großen Brunnen, dann der Skipiste folgen) 23) Abzweig nach Col Ciarnacei, rechts Richtung Furnes (Skipiste folgen) 24) Bei Kreuzung Forststraße halb rechts nach St. Ulrich 25) Bei Kreuzung nach St. Ulrich und Raschötz (Schild Naturpark) scharf links Furnes 8 26) Bei Abzweig zur Hütte scharf links zur Seilbahn Seceda, Furnes 8 (über lange Bachbrücke) 27) Bei Kreuzung Schotterstraße gerade nach Furnes (kurze Schiebepassage) 28) Bei Mittelstation Seceda Gondel nehmen 29) Bei Bergstation Seceda halb links zur Regensburger Hütte 30) Bei Abzweig zur Pana Scharte gerade zur Regensburger Hütte 31) Bei Abzweig halb links 32) Bei Abzweig zur Pana Scharte gerade 33) Bei Gabelung halb links nach Pieralongia 34) Bei Malga Pieralongia rechts 35) Bei Einmündung (Schild Naturpark Puez/Odles) halb links Richtung Col Raiser 36) Bei Kreuzung links zur Odleshütte 37) Bei Abzweig zum Sas Rigais geradeaus 38) Bei Abzweig zur Regensburger Hütte halb rechts Hauptweg folgen 39) Bei Odleshütte links zur Regensburger Hütte 40) Bei Abzweig zur Brogles- Hütte gerade zur Regensburger Hütte 41) An der Regensburger Hütte vorbei dem Wegverlauf (Markierung Nr. 8) bis zur Sangon Hütte folgen 42) Dem Weg ca. 1,2 Kilometer folgen (unter der Seilbahn durch) 43) Bei Kreuzung (zur Pramulin- Hütte) gerade über Brücke 44) Bei Einmündung nach Brücke links bergab 45) Bei Insom gerade nach St. Christina 46) Bei Abzweig nach St. Christina Zentrum gerade zur St. Christina Kirche 47) Bei Hydrant links bergab 48) Bei Einmündung gerade nach Prauletta 49) Bei Abzweig Str. Col da Messa gerade bergauf nach St. Jakob 50) Bei Abzweig nach Seceda gerade nach St. Jakob 51) Bei Abzweig nach Uleta halb rechts nach St. Jakob 52) Bei Kapelle links zur St. Jakob Kirche 53) Bei Abzweig 20 m nach Marterl gerade nach St. Jakob 54) Bei Kreuzung (nach Seceda) gerade nach St. Jakob 55) Bei Einmündung zur Schotterstraße halb links nach St. Jakob 56) Bei Abzweig nach Siurasas gerade nach St. Jakob 57) Bei Abzweig nach St. Ulrich gerade nach St. Jakob Kirche 58) Bei Einmündung zur Schotterstraße halb rechts nach St. Jakob 59) Am Ende der Schotterstraße geradeaus, geradeaus an der Kirche St. Jakob vorbeifahren 60) Dem Wanderweg Nr. 6 zurück ins Zentrum von St. Ulrich folgen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied1316 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortSt. Ulrich
AusgangspunktSt. Ulrich (1236 m)
EndpunktSt. Ulrich (1236 m)
TourencharakterBei dieser Tour erwartet uns eine anspruchsvolle, aber gleichzeitig eindrucksvolle Runde durch den Naturpark Puez-Geisler. Der Panoramaweg von der Raschötzhütte bis zur Heilig-Kreuz-Kapelle ist allein die fast 1000 Höhenmeter Auffahrt von St. Ulrich wert. Gekrönt wird die Tour durch die überragenden Trails, auf denen wir direkt an den Fuß der steil aufragenden Geislergruppe fahren. Die lange Abfahrt ins Grödnertal und der herrliche Höhenweg von Insom bis zum Annatal machen das Mountainbike-Erlebnis endgültig unvergesslich.
Hinweise
Erlebniswert – hoch. Kondition – hoch. Fahrtechnik – mittel.
KartentippMountainbike-Karte Gröden, 1:33 000 von Fun Bike, Wanderkarte Tabacco, Blatt 05, 1:25 000
VerkehrsanbindungAuf der Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Klausen/Gröden. Von dort auf der bestens beschilderten Höhenstraße weiter, nach etwa 20 Minuten kommt St. Ulrich. Die Tour beginnt beim Tourismusverein in St. Ulrich. Kostenlose Parkmöglichkeit bei der Talstation der Seceda-Seilbahn.
GastronomieBergrestaurant Raschötz, Saltnerhütte, Restaurant-Pizzeria Seceda Bergstation, Hütte Pieralongia, Odleshütte, Regensburger Hütte, Sangon-Hütte, Pauli-Hütte, Annatal-Hütte
Tipps
ST. JAKOBSKIRCHE: Die St. Jakobskirche (la »dlieja da Sacun«) ist die älteste Kirche Grödens und liegt oberhalb von St. Ulrich nahe dem gleichnamigen Weiler St. Jakob. Sie ist dem Heiligen Jakob geweiht, dem Beschützer der Wanderer und Pilger. Im Chor birgt sie einen wertvollen Freskenzyklus aus dem späten 15. Jahrhundert. Der reichgeschnitzte Hochaltar mit gedrehten Säulen und vergoldeten Figuren von Kirchenfürsten, Aposteln und Engeln ist ein besonders schönes Zeugnis der lokalen Bildschnitzkunst aus dem Barock. Die Skulpturen und einige Kunstgegenstände sind Nachbildungen, die Originale können im Museum de Gherdëina (Museum Gröden) in St. Ulrich besichtigt werden. Die Kirche ist von einem idyllischen Waldfriedhof umgeben, auf dem die Verstorbenen des Weilers St. Jakob beigesetzt werden. Eine schindelgedeckte Ringmauer grenzt das Gelände von umliegenden Wiesen und Feldern ab.
Verleih
SHOPS/VERLEIH/TOUREN. Parigi Marco, Pedetliva Str. 36, I-39046 St. Ulrich, Tel. +39/(0)471/79 64 43. Sportservice, Str. Dursan 83, Tel. +39/(0)471/79 30 59. Geführte Radtouren werden angeboten von: »Val Gardena Active« - Associazione Turistica Selva Gardena (Tel. +39/(0)471/77 79 00), »Dolomiti Adventures« Scott Bike Rent & Test Center (Tel. +39/(0)471/77 09 05), »Gardena Mountain Adventures« (Tel. +39/(0)471/79 42 47), »Mountain Bike Schule Gröden« (Tel. +39/(0)339/254 79 21), »Tourismusverein St. Christina« (Tel. +39/(0)471/77 78 00).
Informationen
Siehe Tour 6.1 in Karte.
Höchster Punkt
Bergstation Seceda (2456 m)
Unterkunft
Bergrestaurant Raschötz, Saltnerhütte, Restaurant-Pizzeria Seceda Bergstation, Hütte Pieralongia, Odleshütte, Regensburger Hütte, Sangon-Hütte, Pauli-Hütte, Annatal-Hütte
Tourismusbüro
Tourismusverein St. Christina, Str. Chemun 9, I-39047 St. Christina, Tel. +39/(0)471/79 30 46, www.val-gardena.com, s.christina@val-gardena.com

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Uli Preunkert, Carolin Kreutzer, Marianne Pietschmann

Südtirol und Dolomiten

Rasante Downhills, anspruchsvolle Anstiege und grandiose Ausblicke – noch kein MTB-Führer hat die Trails der Region besser zusammengefasst als dieser!

Jetzt bestellen
Tags: