Um die Ahrnspitze

Super Einsteiger-Tour, die mehr durch ihre schöne Umgebung und Landschaft besticht als durch sportliche Ambitionen: über Almböden, entlang von alten Militäranlagen, am Fuß gewaltiger Berge und entlang von Flüssen (Autor: Lisa Bahnmüller)
34 km
500 m
3.00 h
Wir starten vom Wanderparkplatz, passieren dieAbzweigung zur Karwendelbahn und radeln in die Straße ImSchwarzenfeld. Wir überqueren die Bahnlinie und kurz danachdie große Ortsdurchfahrtsstraße geradeaus in die Riedkopfstraße.An ihrem Ende queren wir die Isar über eine Brücke und radeln dann links an den Tennisplätzenvorbei in den unter Naturschutz stehendenRiedboden. Eben geht es nun entsprechendflott durch die Buckelwiesen,ein Relikt der letzten Eiszeit, die die Gegendrund um Garmisch und Mittenwaldprägen.Die zunächst noch vereinzelten Lärchen,Kiefern und Tannen werden balddichter, und wir nähern uns an derGrenze zu Österreich wieder der Isar. Von der Isarbrücke sind wirnach 6,5 km in Scharnitz.Wir überqueren dort den Fluss und biegenunmittelbar danach rechts in den Radweg. Auf der andernSeite sehen wir hoch über der Isar die Ruinenreste der einst sowehrhaften Festung Porta Claudia. Wir streifen so den GrenzortScharnitz allerdings nur am Rand und werden auf dem Radwegerneut an das andere Flussufer geführt. Dicht am Fuß der GroßenAhrnspitze fahren wir an mächtigen Gerölllawinen vorbei. Hierkönnen wir die Urgewalt so mancher Bergrutsche gut nachempfinden.Nach 9,5 km radeln wir nicht über die Brücke, sondern folgendem rechten Weg. So erreichen wir nach einem großen Sägewerk,dessen Gelände wir noch geradeaus überqueren, die Bodenwald-Fahrstraße. Auf ihr 500m nach rechts, dann verlassen wir sie ander ersten kleinen Teerstraße links mit der Beschilderung »Lehenwald,Neuleutasch«. Im Wald halten wir uns einmal links bergab undfolgen nun stets der Beschilderung »Bodenalm/Triendlsäge«.Der Lehenwald ist herrlich dicht und schattig und wird von einigenwild mäandernden Bächen durchzogen. Nur die große Überlandleitungbeeinträchtigt die Naturidylle. Nach einem kleinenAnstieg erreichen wir nach 16,5 km das im Wald liegende GasthausTriendlsäge. Nachdem wir nun die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht haben, können wir uns hier mit Tiroler Hausmannskostverwöhnen lassen.Zur Weiterfahrt biegen wir direkt hinter dem Gasthaus rechts inden steilen Schotterweg ein. Hoffentlich liegt uns der soeben verspeisteWildererknödel und das Zipfer-Bier nicht zu schwer imMagen, denn es steht die – zum Glück einzige – steile Herausforderungdieser Tour bevor. Oben treffenwir amOrtsschildNeuleutaschauf eine Teerstraße, in die wir rechts weiterradeln. Bald beginntauf der linken Seite dazu parallel ein Radweg.Wir passierenden Gasthof Neuleutasch und das dazugehörige Skigebiet, bisunser Radweg an einer Serpentine in der Autostraße endet. Gegenübergeht es für uns auf einemWiesenweg abwärts weiter, biswir erneut auf eine Autostraße stoßen. Wir folgen dieser 100mnach links bis zur T-Kreuzung, dann für ein kurzes Stück rechtsauf der Autostraße weiter, bis auf Höhe des Bushäuschens wiederein Radweg auf der anderen Straßenseite beginnt.Nun gelangen wir sogar noch in den Genuss eines kurzen Trails,der sich in einigen Kurven zum Leutascher Spielpark hinabschraubt. Wir durchqueren nach links denLeutascher Ortsteil Weidach in Fahrtrichtung.Fast am Ortsende stoßen wir auf dieLeutascher Ache und biegen vor der Brückeauf den Radweg rechts in Richtung»Ahrn/Unterleutasch« ein.Hier siehtman,dass die grenzüberschreitende Beschilderungleider noch nicht so richtig klappt:Wir vermissen den Hinweis nach Mittenwald,und die vielen kleinen Ortsnamensind eher irritierend.Am einfachsten folgen wir stets dem Radweg,der ein paarmal die Uferseiten wechselt,sonst aber herrlich autofrei entlang des Flusses verläuft, umrahmtvon den mächtigen Bergen des Wettersteins und von derAhrnspitze. Als Orientierung dienen der große Holiday-Campingplatzund das Gasthaus Mühle im Ort Burggraben. Hier endetauch der Radweg, und wir müssen auf der Straße rechts weiterfahren.So passieren wir die Schanz, wo das Gasthaus Geisterklammunddie Ruinenreste der Porta Claudia die nahe Grenze zuBayern markieren. IhreMauern reichten einst von Scharnitz bis indieses Hochtal.Auch wenn kurz danach dieWanderwege rechts vertrauenserweckendaussehen und mit Sicherheit autofrei sind, führen sie dochzu dem mittlerweile sehr beliebten Geisterklammweg.Auf österreichischer Seiteist er zwar nicht für Radfahrer gesperrt,jedoch viel begangen – und direkt amDeutschen Grenzschild taucht dann auchdas Radfahrverbotsschild auf. Hier beginnenStufen, und über Geröllpfade müssenwir das Rad am Gasthaus Gletscherschliffvorbeischieben. Erst kurz vor demunteren Eingang zur Leutaschklamm istderWeg wieder radelbar.Wer keine Lust auf Schieben hat, derbraust ab der Schanz auf der Fahrstraßebis Mittenwald hinunter. Unten angekommennoch ein Stück nach rechts, undschon befinden wir uns wieder auf vertrautemWegzurück zum Parkplatz.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour34 km
Höhenunterschied500 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortMittenwald
AusgangspunktMittenwald, Mountainbike- Parkplatz »Schwarzenbach P3«
Endpunkt Mittenwald, Mountainbike- Parkplatz »Schwarzenbach P3«
Tourencharakter Zwischen Karwendel undWetterstein
KartentippKompass 1:50 000, Blatt 6 Walchensee–Wallgau–Krün
VerkehrsanbindungAuto: Von München auf der A 95 nach Garmisch, weiter nach Mittenwald, dort der Beschilderung »Karwendelbahn « folgen; kostenfreier Wander- und Radlerparkplatz P3 an der Talstation der Bahn
GastronomieDie Triendlsäge direkt an derStrecke (kein Geheimtippmehr, aber noch abseits großerTourismusströme); amEnde der Tour lohnt sicheine Rast in Mittenwald inder Fußgängerzone.
Informationen
An den alten Mauern derwehrhaften Porta Claudia inScharnitz wucherte jahrelangdie Vegetation wildempor. Heute ist sie endlichvom Grünzeug befreit undkann wieder besichtigt werden.Die Porta Claudia istnicht römischen Ursprungs,sondern gehört zu den großenWehrbefestigungsanlagenÖsterreichs, die imDreißigjährigen Krieg entstanden;sie sollte vor allemRichtung Norden dieGrenze sichern. Ihre Namenhat sie der LandesfürstinClaudia von Medici zu verdanken,die bei der Einweihung1634 anwesend war.1786 berichtete sogar Goetheauf seiner Italienreiseüber die Anlage. Unter Napoleonwurde die PortaClaudia geschliffen und erheblichzerstört. Trotzdemragen heute immer noch biszu 6m hohe Steinmauern,Wälle und ein Torbogen empor– ein lebendiges StückTiroler Geschichte.
Tourismusbüro
Touristinformation Mittenwald, Tel. 08823/339 81, www.mittenwald.de
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