Zugspitze

Nur für ausdauernde und erfahrene Bergsteiger; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. An der Leiter zahlreiche Eisenbügel, am Brett Eisenstifte und Drahtseile. Oberhalb der Randkluft (manchmal schwierig zu überwinden) des Höllentalferners wieder Drahtseilsicherungen, die nahezu bis zum Gipfel leiten.
Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg, der allerdings mit den österreichischen Nachbarn geteilt werden muss, hat schon unzählige Schmähungen über sich ergehen lassen müssen: hässlichster Berg Deutschlands, total verbaut, alpiner Ganzjahreszirkus. Wahr ist natürlich, dass drei Bergbahnen auf sein Haupt führen und vier Berghütten für regen Zulauf sorgen. Kein Wunder, die Aussicht vom Ostgipfel ist gewaltig: Bei guten Witterungsbedingungen reicht sie von der Donau bis in die Ostschweiz und vom Alpenvorland bis zu den Dolomiten. Für Klettersteigfreunde hat die Zugspitze zudem vier gesicherte Routen zu bieten, von denen der Anstieg über das Brett sicherlich zu den längsten, aber auch rassigsten gehört. Allein vom Höllentalanger aus sind beim Anstieg knapp 1600 Höhenmeter zu bewältigen, eine Herausforderung für die Kondition. Eine Übernachtung in der Höllentalangerhütte sollte eingeplant werden. Der bereits 1893 angelegte Steig – der damit einer der ältesten in den bayerischen Hausbergen ist – wartet mit drei Herausforderungen auf: der »Hühner«-Leiter, dem Brett und, je nach Jahreszeit, dem Höllentalferner.
Durch die Höllentalklamm zur Höllentalangerhütte Vom Parkplatz bzw. von der Station Hammersbach zunächst auf breitem Weg durch Wald am Hammersbach entlang bis zum Ende des gesperrten Fahrwegs. Dann geht es in Kehren hinauf zur Höllentaleingangshütte (1045 m) und zum Eingang der Höllentalklamm. Nach Entrichten einer Gebühr (für Alpenvereinsmitglieder frei) wandern wir in der düsteren, aber faszinierenden Klamm auf gut in Stand gehaltenem Steig durch zwölf aus dem Fels herausgeschlagene Tunnels hinauf ins Höllental. Nach dem Klammausgang weiter talein, dann rechts in Kehren steil hoch zur Höllentalangerhütte (1379 m) auf dem ebenen Höllentalanger.
Anstieg über Leiter, Brett und Höllentalferner Von der Höllentalangerhütte rechts über den Steig, dann links nahezu eben in einer halben Stunde bis in den hinteren Grund des Höllentalangers zur Wegverzweigung. Dort links haltend (rechts Abzweigung zur Riffelscharte) nun deutlich steiler zum Beginn der Leiter, die den Auftakt zum Klettersteig bildet. Über eine leiterartige Anordnung von Eisenklammern mit Drahtseilsicherung 20 Meter steil empor, dann links über gesicherte Felsbänder zum Brett, einer trittlosen, etwa 35 Meter breiten Felswand, die mit Hilfe von Eisenstiften und einer Drahtseilführung überwunden wird. Diese Querung erfordert absolute Schwindelfreiheit. Den Markierungen folgend gelangen wir auf gutem Steig (Drahtseile) über steiles Felsgelände und über den Grünen Buckel bald ins Höllentalkar. Über Moränengelände zum Gletscher, den wir auf einer Höhe von etwa 2300 Metern erreichen.
Auf dem Höllentalferner zunächst links haltend – in Gletschermitte – um die Spaltenzone herum aufwärts, dann oberhalb der Abbruchzone rechts steil hinauf zum Gletscherrand mit der teilweise heiklen Randkluft. Mit einem Sprung über diese hinweg zum Wandfuß und den Sicherungen folgend über eine steile Felsstufe hinauf zu einer Schuttterrasse. Am rechten Ende beginnen die nun nahezu durchgängig geführten Stahlseile durch die Ostwand des Nordgrats hinauf zur Irmerscharte (2660 m). Dabei sind noch einige luftige Stellen mit Hilfe von Eisenstiften zu überwinden. Anschließend weiter durch die Rinnen der Nordwand – immer gut gesichert – zum Jubiläumsgrat und zum breiten Weg, der rechts hinauf zum Ostgipfel der Zugspitze führt. Das golden glänzende Gipfelkreuz auf 2962 Metern ist dann wahrlich der krönende Abschluss dieser langen Tour.
Abstieg Siehe Tour 27. Oder Abfahrt mit der Zugspitzbahn bis Station Hammersbach.

Dauer:

Von Hammersbach zur Höllentalangerhütte 2 Std., von der Höllentalangerhütte zur Zugspitze 6 Std.; Abstieg über den Anstiegsweg 6 Std.; Gesamtgehzeit 14 Std. Abfahrtsmöglichkeit mit den Zugspitzbahnen oder Kombination mit Tour 27.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Dauer0.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz in Hammersbach (753 m) bzw. Bahnstation Hammersbach.
Beste Jahreszeit
KartentippBLVA, topografische Karte 1:50 000, Werdenfelser Land. AV-Karte, 1:25 000, Nr. 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge, Mittleres Blatt.
VerkehrsanbindungAuto Garmischer Autobahn bis Eschenlohe, auf der B 2 nach Garmisch-Partenkirchen, weiter in Richtung Griesen, bis links die Zufahrtsstraße nach Schmölz und Hammersbach abzweigt; dort großer Parkplatz. Bahn/Bus Mit der Bahn im Werdenfelstakt nach Garmisch-Partenkirchen, dann mit der Zugspitzbahn zur Station Hammersbach.
GastronomieHöllentaleingangshütte (1045 m), AV-Hütte, von Mitte Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, keine Übernachtung. n Höllentalangerhütte (1379 m), AV-Hütte, von Mitte Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, 90 Lager, 16 Notlager; Tel. 0 88 21/88 11. n Münchner Haus (2962 m), AV-Hütte, von Anfang Mai bis Ende September bewirtschaftet, 34 Lager, Vorbestellung nur für Alpenvereinsmitglieder möglich; Tel. 0 88 21/29 01.
Tipps
Ein Badeabstecher zum Rießersee mit Strandcafé. Unser Tipp Wer auf der Münchner Hütte übernachten will, sollte sich besser vorher anmelden (nur für Alpenvereinsmitglieder möglich), sonst muss er vielleicht in der Wirtsstube schlafen, denn die wenigen Plätze sind begehrt.
Höchster Punkt
Zugspitze (2962 m)
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